Montag, 15. September 2008
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Sparen
Sparschweine, Schatzkisten, Windmühlen - historische Spardosen sind so vielfältig wie die Zwecke, für die im Lauf der Geschichte Geld gesammelt wurde. Bei manchen kann man die Münzen sogar wie Wilhelm Tell in die Spardose schießen. Doch da drinnen vermehrt sich das Geld nicht - im Gegensatz zu anderen Sparformen. Und davon gibt es viele.
"Die Möglichkeiten sind absolut grenzenlos. Ob man Aktien hat, Anleihen, Zertifikate, Fonds ? Wichtig ist nur eins: Nicht alle Eier in einen Korb legen und das Geld nach dem Gießkannenprinzip streuen", erklärt Wall Street-Reporter Markus Koch. "So wird das Risiko nämlich gesenkt, und die Chance wird erhöht. Und eine Faustregel ist wichtig: Je jünger man ist, umso höher darf die Aktienquote im Portfolio sein."
Sparen fürs Alter - das sollte eigentlich jeder in Deutschland. Denn die staatliche Rente schrumpft immer weiter, immer weniger Beschäftigte müssen die Renten von immer mehr Senioren erwirtschaften. Der Staat zahlt deshalb Zuschüsse, wenn die Bürger auch privat sparen. Das lohnt sich dann für fast alle.
Grundsätzlich muss man beim Sparen vor allem eine Entscheidung treffen: Sicherheit oder hohe Gewinnchancen. Die einen Anlagen werfen ein sicheres Plus ab, aber nicht allzu viel; andere erwirtschaften mehr, aber hin und wieder geht auch etwas verloren. Anleihen, also Wertpapiere mit festgelegten Zinsen, sind eine sichere Wahl, Aktien sind dagegen mit Risiko verbunden.
Von alleine regnet das Geld leider nur im Märchen oder im Kindermuseum in Berlin, das den jungen Besuchern spielerisch den Umgang mit Geld näher bringt. Wer mal im Geld schwimmen will wie Dagobert Duck, der muss früh mit Sparen anfangen und lange dabeibleiben - dann kann ein ganz schönes Sümmchen zusammenkommen.
Wer vor fünfzig Jahren für umgerechnet 100 Euro die wichtigsten deutschen Aktien gekauft hat, der ist jetzt um einiges reicher. Heute sind daraus über 18.000 Euro geworden. Der Zugewinn bei Staatsanleihen sieht dagegen eher mager aus. Aus demselben Geld wäre nicht mal ein Betrag von 3000 Euro geworden. Auf lange Sicht lässt sich mit Aktien deutlich mehr Geld machen als mit Anleihen.
"Aktien gehören genauso ins Portfolio wie Anleihen. Es kommt auf eine gesunde Mischung an und auf die Risikobereitschaft. Auch wenn die Börse keine Einbahnstraße ist: Langfristig bringen Aktien die höchste Rendite. Und wenn der Ruhestand dann näher rückt und Kapitalerhalt im Vordergrund steht, dann sollten tatsächlich Anleihen und Rententitel im Portfolio dominieren", betont Koch. Der legendäre Investor André Kostolany hat dazu gesagt: "Wer gut essen will, kauft Aktien, und wer gut schlafen will, kauft Anleihen."
Über solche Feinheiten machen sich die Besucher des Kindermuseums noch keine Gedanken. Aber auch sie wissen, dass sich Geld nicht wie bei einem Dukatenesel durch Zauberhand vermehrt, sondern fleißig angespart werden muss.