Freitag, 05. September 2008
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Kurs
Der Preis für Bananen sinkt. Der Autokurs steigt. Sportschuhe sind gefragt. Alles wie im richtigen Leben beim Börsenspiel des Kindermuseums Berlin. Die Teams der Jugendlichen investieren in Aktien und Rohstoffe, reagieren auf neue Entwicklungen. Das Ziel: Das Auf und Ab der Aktienkurse zum eigenen Vorteil nutzen.
"Ein Aktienkurs - das ist der Preis einer Aktie. Das ist der Preis, den ich bezahlen muss, wenn man die Aktie kaufen möchte. Das ist wie auf dem Marktplatz draußen. Nur mit dem Unterschied, dass man hier immer den besten Preis bekommt. Man sieht immer, wer am günstigsten verkauft - und da kann man zuschlagen, so dass man immer den billigsten Preis hat, wenn man eine Aktie kaufen möchte", erläutert der Börsenhändler Dirk Müller.
Im wirklichen Leben ist das nicht immer so: Eine Kugel Eis kostet zum Beispiel 60 Cent in einer Eisdiele in Köln, am Timmendorfer Strand dagegen einen Euro. Lägen beide Eisdielen direkt nebeneinander, dann würde man am Timmendorfer Strand wohl kein Geschäft mehr machen, ohne den Preis zu senken. Genauso ist es eigentlich an der Börse. Die Händler sehen über ihre Computer alle Angebote ein - und sie entscheiden sich immer für das beste im Interesse der Kunden.
Es geht so: Alle Angebote werden an der Börse gesammelt sowohl von denen, die eine Aktie kaufen wollen als auch von denen, die die Aktie verkaufen wollen. Der Computer ermittelt automatisch den Preis, bei dem die meisten Wertpapiere den Besitzer wechseln. Das ist der Kurs. Käufer, die mindestens so viel geboten haben, bekommen eine Aktie, und Verkäufer, die mit dem Kurs zufrieden sind, verkaufen. Alle anderen Anleger bleiben zunächst auf ihrem Angebot sitzen. Die nächstbesten Angebote direkt über und unter dem Kurs zeigen an, wie weit Käufer und Verkäufer nun auseinander liegen.
RWE ist ein Beispiel, das Müller erklärt: "Ein Käufer ist im Moment bereit, 80,97 Euro zu bezahlen, um Aktien zu erwerben. Gleichzeitig gibt es einen Verkäufer, der für seine Aktien für einen Kurs von 81,09 Euro haben möchte. Jetzt stehen sich diese beiden gegenüber - und ich versuche, die zwei zusammenzubringen. So dass wir dann einen Kurs haben, auf den sich alle einigen können."
Die Kurse werden ständig neu berechnet, bei manchen Aktien jede Sekunde von Neuem. Alle Preise eines Wertpapiers im Zeitverlauf bilden den Kurs - eine Art Fieberkurve, die zum Beispiel so aussieht wie die des Deutschen Aktienindex auf der großen Börsentafel.
Anleger haben immer versucht, den Verlauf von Aktienkursen vorherzusagen. Manche versuchen zum Beispiel, mit Hilfe von Linien bestimmte Trends zu erkennen. Ob das hilft, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Manche Kurse nehmen aber einen ulkigen Verlauf. So sieht der Telekom-Kurs etwa so aus wie das Matterhorn, der Mount Everest wird vom Kurs der Bayer-Aktie nachgezeichnet. Der Macchu Pichu in Peru sieht so ähnlich aus wie der Kurs der Lufthansa. Das ist zwar interessant, hilft bei der Zukunftsprognose aber leider selten weiter.
Dafür kann eher schon die wirtschaftliche Entwicklung als Orientierung dienen. Das lernen schon die jungen Aktienhändler beim Börsenspiel. Doch auch da kann man nie ganz sicher sein: Letztendlich hängen die Kurse immer von den Erwartungen der Anlegermehrheit ab - und auch die liegt manchmal falsch.