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Montag, 01. September 2008

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Fonds

Das Plaza Büro Center in Frankfurt: 160 Meter hoch, etwa 200 Millionen Euro wert - etwas viel für Frank S. Doch er ist trotzdem Besitzer des Wolkenkratzers - allerdings einer von vielen. Er hat nämlich in einen Fonds investiert, und der hat das Hochhaus gekauft. Die Mieter - darunter ein Hotel, das einst das höchste in Europa war - zahlen dem Fonds fast acht Millionen Euro Miete im Jahr. Und auch Frank S. verdient daran mit.

Viele Kleinanleger legen ihr Geld zusammen und finanzieren so ein Großprojekt. Das ist die Grundidee eines Fonds. Von dem Vermögen kauft der dann zum Beispiel Aktien, Rohstoffe oder eben Immobilien - oder auch alles zusammen. Wohin das Geld fließt, das entscheiden Fondsmanager, die meistens für eine Fondsgesellschaft arbeiten. Die Gewinne aus den Geschäften fließen dann nach Abzug der Kosten an die Anleger zurück.

Der Wall Street Reporter Markus Koch betont die Vorteile eines Fonds: "Aktienfonds können in einem schwachen Börsenjahr natürlich auch an Wert verlieren - das ist logisch. Aber das Risiko für den Anleger ist weitaus geringer als meinetwegen bei einem Einzelinvestment in eine einzelne Aktie. Das Risiko ist gestreut - und abgesehen davon hat man natürlich die Profis, die Fondsmanager, die jede Bewegung des Portfolios mit beobachten."

Andererseits wird man auch ein wenig abhängig von den Fondsmanagern: Das Geld ist nicht nur geliehen, sondern der Anleger wird Miteigentümer des Fonds. Wenn die Manager auf die falschen Investitionen setzen, dann kann sogar Geld verloren gehen.

Doch in der Regel wirft ein Fonds deutlich mehr Gewinn ab als etwa Wertpapiere mit festem Zins. Für jeden Fonds gibt es verbindliche Anlagegrundsätze, also Spielregeln, an die sich die Manager bei ihren Investitionen halten müssen.

Je nach diesen Beschränkungen unterscheidet man verschiedene Arten: Aktienfonds investieren etwa in Unternehmensanteile, Immobilienfonds in Häuser und Grundstücke. Rentenfonds kaufen Wertpapiere mit fester Verzinsung. Mischfonds investieren in verschiedene Anlageklassen gleichzeitig. Außerdem gibt es zum Beispiel Länderfonds, die etwa nur auf die chinesische Wirtschaft setzen, oder Branchenfonds, die zum Beispiel in die Energieversorgung investieren. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos.

"Wer ein geringeres Risiko eingehen möchte, der muss natürlich verstärkt auf Rentenfonds setzen. Wer aber Zeit mitbringt und die Chancen des Aktienmarktes nutzen möchte, der braucht eine höhere Aktienquote im Portfolio. Da muss man Aktienfonds haben, die zum Beispiel auf große, internationale Unternehmen setzen oder Aktienfonds, die auf aufstrebende Schwellenländer setzen", erklärt Koch.

Orientierung bieten zum Beispiel die Banken. Hier kaufen auch die meisten Deutschen ihre Fondsanteile. Vor der Entscheidung sollten Anleger sich als erstes anschauen, wie sich der Fonds in der Vergangenheit entwickelt hat. Interessant sind hier besonders die schwierigen Börsenzeiten. Und die Anleger sollten auch die Kosten vergleichen. Da gibt es große Unterschiede. Doch dann steht nichts mehr im Weg, wenn es darum geht, sich als kleiner Investor an der großen Wirtschaft zu beteiligen.



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