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Freitag, 29. August 2008

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Euro

Neujahr 2002 - Ab jetzt ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland. Die Zeiten, da der Bankautomat D-Mark ausspuckte, sind endgültig vorbei. An den Schaltern gibt es nur noch die neue Währung. Über 15 Milliarden Euro-Noten und 50 Milliarden Münzen treten an die Stelle des alten Geldes.

Zunächst wurde der Euro in zwölf Staaten eingeführt, darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Seit damals sind noch weitere hinzugekommen. Mehr als 300 Millionen Europäer zahlen heute mit derselben Währung. Und eine ganze Reihe von Ländern in Mittel- und Osteuropa will den Euro bei sich einführen.

Eine Währung für Europa - das ist praktisch für die Bürger, besonders wenn sie verreisen. Der große Wirtschaftsraum hat vor allem aber Vorteile für die Unternehmen. Deutsche Firmen sparen schätzungsweise zehn Milliarden Euro pro Jahr, weil sie in einer einzigen Währung abrechnen können. Und dass der Euro alles teurer gemacht hat, das stimmt nur auf den ersten Blick.

"Die Preise seit der Euro-Einführung sind tatsächlich gestiegen. So ist beispielsweise die Pizza beim Italiener um die Ecke oder das Wiener Schnitzel teurer geworden. Doch wenn man das gesamtwirtschaftlich betrachtet, sind die Preise moderat gestiegen. Man kann wirklich sagen: Der Euro ist nicht wirklich ein Teuro", sagt die Börsenexpertin von der Royal Bank of Scotland, Funda Tarhan.

Und über den Wert des Euro wacht vor allem die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Die EZB gilt als Hüterin des Euro. Sie steuert, wie viel Geld in den Wirtschaftskreislauf kommt. Und zwar sowohl beim Bargeld aus der Druckerei, vor allem aber bei der Geldversorgung für die Geschäftsbanken. In dem Handelssaal der EZB vergeben Mitarbeiter Kredite an die Banken - und je nachdem, wie viel Zinsen diese dafür zahlen müssen, besorgen sie sich mehr oder weniger Geld. Und je nach der Menge des Geldes in der Volkswirtschaft ändern sich auch die Preise. Das oberste Ziel der Zentralbank ist es, den Preisanstieg gering zu halten.

Der Euro hat sich mittlerweile weltweit als robuste Währung behauptet. Viele Anleger und ganze Staaten legen Geldreserven oft in Euro an. Nach dem US-Dollar ist der Euro zum wichtigsten Zahlungsmittel geworden.

Bei der Einführung war der Euro knapp einen Dollar 20 wert. Zunächst sank er auf fast 80 Cent - doch dann ging es steil bergauf. 2008 notierte der Euro erstmals über der Marke von einem Dollar 50.

"Auch Wechselkurse unterliegen den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Wenn zum Beispiel in einem Land in Europa die Wirtschaft brummt, dann suchen die Firmen händeringend nach Euros, also nach Geld - und fragen den Euro nach, um zum Beispiel neue Anschaffungen zu tätigen. Und das führt dazu, dass der Euro aufwertet. Auf der anderen Seite: Wenn zum Beispiel die Zentralbank die Geldmenge sehr stark und sehr schnell ausweitet, kann dies dazu führen, dass der Euro abwertet. Und weil das ständig passiert, kommt es zu Wechselkursschwankungen im Euro", analysiert Funda Tarhan.

Ein starker Euro - das klingt gut, hat aber auch Nachteile: Der große Verlierer ist die Exportwirtschaft in Europa. Die Firmen bezahlen ihre Arbeiter mit teuren Euro, bekommen beim Verkauf in Amerika aber nur den schwachen Dollar.

Auf der anderen Seite freuen sich zum Beispiel Touristen, etwa deutsche Urlauber in Florida. Und nicht nur Amerikareisen werden durch einen starken Euro billiger - auch Produkte aus dem Ausland kosten in Deutschland dann weniger.

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