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Donnerstag, 28. August 2008

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Depot

Eine Gittertür, eine Panzerwand, noch ein Gitter und ein Jahrhunderte altes Stahltor - der Tresorraum der traditionsreichen Bank in Köln ist gut gesichert. Die Schränke stammen noch aus dem Kaiserreich. Und darin verwahrt die Bank auch noch manche Aktie aus dieser Zeit. In den anderen Fächern liegen dagegen aktuelle Wertpapiere der Kunden. So ein Bündel bildet dann ein Depot.

"Aktien, Anleihen und Fonds brauchen ein Zuhause. Und das ist eigentlich das Depot. Wenn man eines eröffnet bei der Bank - das ist die Grundvoraussetzung überhaupt, am Börsenhandel teilnehmen zu können, dann kann man dort seine Aufträge eingeben wie Kauforders, Verkaufsorders. Und der Rest, der geschieht dann von alleine", erklärt der Wall Street Reporter Markus Koch.

Im Prinzip funktioniert ein Depot sehr einfach: Ein Anleger überträgt seine Wertpapiere an seine Bank. Urkunden aus Papier lagert diese im Tresor. Meistens wird der Wertpapierbestand aber nur elektronisch gespeichert - und zwar auf dem Hochleistungsrechner eines Unternehmens, des so genannten Zentralverwahrers. Die Bank verwaltet dann die Einkünfte und Ausgaben des Depots und meldet alle Veränderungen an den zentralen Speicher.

Verwahrt und verwaltet werden die Wertpapiere von dieser Firma: Clearstream, ein Tochterunternehmen der Deutschen Börse, ist der Zentralverwahrer in Deutschland. Diese Hochleistungsrechner wickeln jeden Tag über 300.000 Geschäfte ab. Auf den Serverschränken nebenan werden die neuen Eigentumsverhältnisse registriert. Und auf den Bändern in diesem Schrank werden alle Geschäfte archiviert. Es geht um gewaltige Summen: Die verwalteten Aktien, Anleihen und Fonds sind so viel wert wie die deutsche Wirtschaft in vier Jahren produziert.

Anleger, die ein Depot einrichten wollen, können das eigentlich bei jeder Bank. Um an der Börse zu handeln, ist das heutzutage eine Voraussetzung. Und vergleichen lohnt sich. Denn die Angebote unterscheiden sich von Bank zu Bank - in den Konditionen, vor allem aber auch in den Kosten.

"Wie beim Autokauf muss man bei der Depoteröffnung auf die Details achten - vor allem, was die Depotgebühren betrifft. Es gibt ganz unterschiedliche Berechnungsmethoden. Da wäre zum Beispiel die Pauschale. Oder man berechnet pro Aktienkaufs- oder Verkaufsauftrag. Die wirklich gute Nachricht für Privatanleger: In den letzten Jahren sind die Depotgebühren durch den harten Wettbewerbskampf der Banken deutlich gesunken", so Markus Koch.

Mindestens einmal im Jahr bekommt der Kunde von der Bank einen Überblick über sein Depot: Durch den Depotauszug, in dem alle Wertpapiere in seinem Besitz aufgelistet werden. Diese Wertpapiersammlung nennt man auch sein Portfolio - nach der Mappe, in der man früher die Urkunden bei sich getragen hat.

Und wenn darunter tatsächlich noch Aktien oder Anleihen aus Papier sind, denn bedeutet das für die Bankangestellten immer wieder etwas Arbeit. Zum Beispiel, wenn einmal im Jahr die Gewinnbeteiligung für Aktien gezahlt wird. Denn dann muss jedes Mal ein so genannter Kupon abgetrennt und eingelöst werden - ein kleiner Berechtigungsschein, der dem Wertpapier gleich als ganzer Bogen beiliegt - für jedes Jahr ein neuer Streifen.

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