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Wo sich die Arbeit richtig lohnt: Wer verdient wie viel im Dax?

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Wer leistet mehr? Wer bringt den größeren Ertrag? Wer verdient am meisten? Einmal im Jahr rechnen Aktionärsschützer nach, wieviel Geld an deutsche Spitzenmanager fließt. Ihre Ergebnisse erzählen eine Geschichte von Erfolg und Misserfolg - gemessen in ihrer konzentriertesten Form: in Geld. (Foto: REUTERS)

Wer leistet mehr? Wer bringt den größeren Ertrag? Wer verdient am meisten? Einmal im Jahr rechnen Aktionärsschützer nach, wieviel Geld an deutsche Spitzenmanager fließt. Ihre Ergebnisse erzählen eine Geschichte von Erfolg und Misserfolg - gemessen in ihrer konzentriertesten Form: in Geld.

Wer leistet mehr? Wer bringt den größeren Ertrag? Wer verdient am meisten? Einmal im Jahr rechnen Aktionärsschützer nach, wieviel Geld an deutsche Spitzenmanager fließt. Ihre Ergebnisse erzählen eine Geschichte von Erfolg und Misserfolg - gemessen in ihrer konzentriertesten Form: in Geld.

Die Rangfolge beginnt in diesem Jahr mit der Commerzbank: In der Liste der Gesamtvergütungen deutscher Dax-Manager für das Jahr 2010 landet das staatlich gestützte Geldhaus erneut auf dem letzten Platz.

Coba-Chef Martin Blessing bekommt nach den Berechnungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) für das vergangene Jahr gerade einmal 617.000 Euro.

"Viel Geld", denkt sich der deutsche Durchschnittsangestellte. Im direkten Dax-Vergleich ist es jedoch ein auffallend kleines Stück vom großen Kuchen.

Es macht den Vorstandsvorsitzenden der zweitgrößten Bank Deutschlands beinahe zur tragischen Figur: Trotz des für Normalbürger überaus üppigen Jahresgehalts und harter Arbeit verdient Blessing so wenig wie kein anderer Vorstandschef im Dax.

Schon mit Deo, Duschgel und Klebeband lässt sich im Leitindex an der Spitze mehr verdienen als mit der Steuerung von Bankgeschäften: Beiersdorf-Chef Thomas-B. Quaas kommt 2010 auf eine Gesamtvergütung von 1,101 Millionen Euro. Das reicht für Platz 29.

Bei der Commerzbank deckelt der Staat die Bezüge - Beiersdorf honoriert dagegen die Leistungen seiner Vorstände neben der fixen Summe auch mit einer variablen Vergütungskomponente. So halten das fast alle Dax-Konzerne.

Im Vorstandsdurchschnitt fällt der leistungsbezogene Anteil bei dem Konsumgüterkonzern 2010 allerdings um knapp die Hälfte schmaler aus. Die Aktionäre sind zufrieden.

Aufsichtsrat und Anteilseigner können das Vergütungssystem beeinflussen: In der Regel erklärt der Vorstand auf der Hauptversammlung, welche Summen er für sich selbst als angemessen erachtet. Danach wird abgestimmt.

Eine grundsätzliche Abstimmung über das System der Vorstandsvergütung steht bei K+S in diesem Jahr nicht auf der Tagesordnung.

Vorstandschef Norbert Steiner bekommt alles in allem 1,632 Millionen Euro (Platz 28).

Höher hinauf geht es in der Chip-Branche: Infineon-Chef Peter Bauer (vorne) bezieht 2,227 Millionen Euro (Platz 27).

Ulf Schneider, der Vorstandsvorsitzende des Gesundheitskonzerns Fresenius SE, taucht in der DSW-Liste mit 2,762 Millionen Euro auf (Platz 26).

Für den früheren Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bleibt das Jahr 2010 wohl insgesamt in guter Erinnerung: ...

Zum Abschied von der Konzernspitze überweist Deutschlands größte Fluggesellschaft eine Jahresvergütung von 3,171 Millionen Euro (Platz 25).

Abgesehen von den Blumen zur Hauptversammlung im Mai kann sich Mayrhuber über eine Pensionszusage in Höhe von 947.000 Euro pro Jahr freuen.

Karl-Ludwig Kley denkt nicht an Ruhestand: Der Chef des Pharma- und Chemieunternehmens Merck KGaA bezieht 2010 insgesamt 3,173 Millionen Euro.

Damit bewegt sich Kley immer noch im unteren Dax-Drittel (Platz 24).

Auch Ekkehard Schulz bleibt vergleichsweise bescheiden: Der Anfang 2011 als Vorstandschef ausgeschiedene Konzernlenker wird von ThyssenKrupp mit 3,349 Millionen Euro bedacht (Platz 23).

Die Arbeit von René Obermann als Chef der Deutschen Telekom wird von Aktionären und Aufsichtsrat des ehemaligen Staatskonzerns mit 3,361 Millionen Euro vergütet (Platz 22).

Unter Georg Pachta-Reyhofen endet die Geschichte von MAN als eigenständiges Unternehmen.

Als künftig elfte Marke lebt und arbeitet der Lkw-Hersteller bald innerhalb des Wolfsburger Volkswagen-Konzerns. Die Gesamtvergütung von Pachta-Reyhofen für das Jahr 2010: 3,544 Millionen Euro.

Mit Bernd Scheifele beginnt im Dax das Mittelfeld: Der Vorstandsvorsitzende des größten Baustoffherstellers in Deutschland, HeidelbergCement, verdient im Jahr mehr als die Chefs von Coba, Beiersdorf und K+S zusammen: Es sind 3,552 Millionen Euro (Platz 20).

In bemerkenswerter Lage befindet sich Ben Lipps: Der Chef der Fresenius-Sparte FMC erhält eine höhere Gesamtvergütung als sein Oberboss Ulf Schneider. Lipps bezieht 3,626 Millionen Euro (Platz 19).

Etwas angespannt wirkt dagegen Reto Francioni: Der Chef der Deutschen Börse bastelt mit Nyse Euronext an einer transatlantischen Handelsplatzfusion.

Für das Jahr 2010 bekommt Francioni 3,658 Millionen Euro (Platz 18).

Besser erwischt hat es Marijn Dekkers mit dem Posten bei dem Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Dort steht er mit einer Gesamtvergütung vonn 4,044 Millionen Euro in der 2010er Bilanz (Platz 17).

Kaspar Rorsted schneidet im Gehaltsvergleich noch besser ab: Der Vorstandsvorsitzende des Waschmittel- und Klebstoffherstellers Henkel verbucht 4,161 Millionen Euro für sich (Platz 16).

Nikolaus von Bomhard könnte sich an mehr gewöhnen: Der Chef des weltgrößten Rückversicherungskonzerns Munich Re wird für das Jahr 2010 mit 4,199 Millionen Euro belohnt.

In ähnlichen Dimensionen bewegt sich die Gesamtvergütung von Eon-Chef Johannes Teyssen. Er bekommt 4,239 Millionen Euro.

Das reicht im Fall von Teyssen zwar für Platz 14, bleibt aber gemessen an den Dax-Verhältnissen noch weit unter dem Durchschnitt. Der liegt laut DSW derzeit bei sagenhaften 4,537 Millionen Euro im Jahr.

Den Ausreißern nach oben fährt selbst Norbert Reithofer hinterher.

Der Chef des Münchner Autobauers BMW sammelt 2010 insgesamt 4,296 Millionen Euro ein (Platz 13).

Den Blick nach oben wird sich Frank Appel wohl auch nicht ganz verkneifen können.

Der Chef der Deutschen Post trägt mit einer Jahresvergütungen in Höhe von 4,370 Millionen Euro zu den Ausgaben des weltweit aktiven Logistikkonzerns bei (Platz 12).

Metro-Chef Eckhard Cordes schrammt knapp an der Top10 der Spitzenverdiener im Dax vorbei: In seinen privaten Unterlagen steht die Summe von 4,389 Millionen Euro (Platz 11).

Adidas-Chef Herbert Hainer kommt mit seinen 4,833 Millionen Euro da ganz locker drüber (Platz 10).

Damit ist der Countdown zum Platz 1 der großzügigsten Gesamtvergütungen unter den 30 Schwergewichten aus dem deutschen Leitindex eröffnet.

Auf Platz 9 landet die Doppelspitze von SAP: Jim-Hagemann Snabe und Bill McDermott, die beiden Vorstandssprecher des Softwareherstellers, bekommen laut DSW-Berechnungen im Mittel jeweils 4,963 Millionen Euro.

Damit kämen sie jeweils auf Platz 9. Einzeln betrachtet, treten jedoch große Unterschiede zu Tage: Hagemann Snabe (hier im Bild links) verdient laut SAP-Vergütungsbericht rund 560.000 Euro weniger als sein Kollege Bill McDermott (rechts).

Über solche Zahlenspiele kann der zum Mai 2011 ausgeschiedene BASF-Chef Jürgen Hambrecht nur lachen: Er erhält 5,237 Millionen Euro im vergangenen Jahr (Platz 8).

Auf Platz 7: Allianz-Chef Michael Diekmann, Lenker und Leiter von Europas größtem Versicherungskonzern.

Mit einer Gesamtvergütung von 5,856 Millionen Euro muss sich jedes Jahr wie ein Hauptgewinn im Lotto anfühlen.

Jürgen Großmann kennt dieses Gefühl - und muss die Zukunft dennoch fürchten. Die rekordverdächtigen 6,665 Millionen Euro aus dem Jahr 2010 dürfte der Chef des Energieversorgers ...

... und AKW-Betreibers RWE nach dem Kurswechsel der Bundesregierung wohl nicht so schnell wieder erreichen (Platz 6).

Mit komprimierten Industrie- und Edelgasen steuert Wolfgang Reitzle die Geschäfte der Linde AG durch weitaus sanftere Gewässer.

Für 2010 stehen für den Linde-Chef 6,954 Millionen Euro zu Buche (Platz 5).

Einen soliden Gasfuß in der Vergütungspolitik fährt auch Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Der Mann, der dem Autohersteller international Gesicht, Schnauzer und Stimme leiht, freut sich über den Erfolg - und über 8,824 Millionen Euro. In der Rangliste der Dax-Spitzenverdiener reicht das für Platz 4.

Damit ist die Bühne frei für die Top 3: An der Spitze des Industriekonzerns Siemens streicht Vorstandschef Peter Löscher 8,982 Millionen Euro ein.

So schwungvoll kann solide Altersvorsorge aussehen: Eine Versorgungslücke muss Top-Manager Löscher nicht fürchten. Wenn Löscher den Job bei Siemens irgendwann einmal an den Nagel hängen will, winkt eine Pensionszusage von 1,536 Millionen Euro pro Jahr.

Zeit für sonnige Tage auf der Piste findet Josef Ackermann dagegen kaum: Die Finanzkrise, die Schuldenkrise und die selbstgesetzten Ergebnisziele füllen wie von selbst den Terminkalender.

Als Chef des größten deutschen Kreditinstituts ist Ackermann mit seiner persönlichen Karriereplanung bereits recht weit oben angekommen - und schafft es dennoch nicht bis auf den ersten Platz.

Die Gesamtvergütung von Deutsche-Bank-Chef Ackermann beziffern die Aktionärsschützer mit 8,987 Millionen Euro. Da staunt selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Trotzdem gibt es im Leitindex jemanden, der deutlich mehr verdient - und das auch noch mit einem Produkt aus Blech, Stahl, Gummi und Plastik.

Es ist Martin Winterkorn: Erstmals überrundet der VW-Chef alle seine Amtskollegen aus dem Dax.

Nach der Übernahmeschlacht mit Porsche und glänzenden Erfolgen in China und anderen Zukunftsmärkten steht der Vorstandschef von Europas größtem Autobauer beruflich und finanziell voll im Saft.

Winterkorn lässt sich das Jahr 2010 mit insgesamt 9,330 Millionen Euro vergüten.

Das ist viel für Deutschland - und wenig gemessen an amerikanischen Verhältnissen.

Im Dow-Jones-Index liegt das durchschnittlicher Jahresgehalt eines Konzernchefs viel weiter oben: Umgerechnet sind es an der Wall Street rund 12 Millionen Euro.

(Quelle: Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Technische Universität München / Text: Martin Morcinek)

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