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Ach du dickes Ei!: Wenn Banken ihre Bücher öffnen

 
Ach du dickes Ei!: Wenn Banken ihre Bücher öffnen

Krise?

Nein, die ist vorbei. Die große Finanzkrise zumindest. Ein ...

... paar Nachwehen sind noch spürbar.

Die Euro-Schuldenkrise gehört dazu. Sie sorgt weltweit dafür, dass ...

... die Anleger Vorsicht an den Finanzmärkten walten lassen.

Und diese abwartende Haltung ...

... schlägt sich direkt in den Bilanzen der Wall-Street-Banken nieder - ...

das zeigen die Zahlenwerke der US-Finanzinstitute.

Die "Big Banks" fahren zwar Gewinne ein, aber die Überschüsse der US-Finanzhäuser fallen doch sehr unterschiedlich aus. Dabei ist dennoch ein klarer Trend erkennbar: Investmentbanking, einst ...

... das Nonplusultra - weil Hauptgewinnbringer - ist nicht mehr "in". In den Vordergrund rückt das immer wieder als langweilig verschriene Privatkundengeschäft.

Kleinvieh macht halt auch Mist - und vor allem in schweren Zeiten sind die stetigen Mittelzuflüsse bei den Instituten gern gesehen.

Die US-Banken profitieren dabei derzeit von geringeren Zahlungsausfällen bei Krediten, was vor allem an der zurückgegangenen Arbeitslosigkeit liegt, sprich: Die Zahlungsmoral hat sich gebessert, auch Hausbesitzer begleichen ihre Raten wieder pünktlicher.

Diese Entwicklung und die damit wieder erstarkte Position des Privatkundengeschäfts kommt vor allem Wells Fargo zugute. Die Bank, die weit entfernt von der Wall Street in San Francisco ihren Sitz hat, konzentriert sich auf eben dieses Geschäft und ...

... betreibt nur am Rande Investmentbanking. Das zahlt sich nun aus: Im Schlussquartal 2011 stieg der Gewinn um 20 Prozent auf den Rekordwert von 4,1 Mrd. Dollar.

"Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung 2011", sagte Firmenchef John Stumpf. Wells Fargo ...

... hatte in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und ...

... war damit zum größten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen.

Die Citigroup indes, die in den Krisenjahren 2008/2009 vom Staat aufgefangen werden musste, ist auf Schrumpfkurs. Wegbrechende Einnahmen im Investmentbanking angesichts der schwelenden Schuldenkrise sorgten im 4. Quartal 2011 für einen Gewinnrückgang von 11 Prozent auf unterm Strich 1,2 Mrd. Dollar.

Das einst so profitable Geschäft rund um die Finanzmärkte schrieb wegen der von Europa ausgehenden Turbulenzen sogar rote Zahlen..

Citigroup-Chef Vikram Pandit kann sich dem nicht verschließen und will deshalb auf lange Sicht ebenfalls eher aufs klassische Bankgeschäft setzen.

Dennoch hat das Investmentbanking noch immer seinen Reiz. Denn wenn das Geld an den Finanzmärkten einmal sprudelt, dann richtig. In der ersten Jahreshälfte war die Welt für die Wall-Street-Banker auch noch in Ordnung. Dank ...

...dieses Polsters konnte die Citigroup ihren Gewinn im Gesamtjahr um 6 Prozent auf unterm Strich 11,3 Mrd. Dollar hochschrauben. Allerdings hat auch hier hat Wells Fargo die Nase vorn: Der Jahresüberschuss kletterte um 28 Prozent auf 15,9 Mrd. Dollar.

Noch mehr verdiente JP Morgan Chase im abgelaufenen Jahr. Der Branchenprimus scheffelte rekordverdächtige fast 19 Mrd. Dollar, ein Plus von 9 Prozent. Aber auch ...

... bei JP Morgan Chase schwächelten im 4. Quartal die Investmentbanker. Deren Gewinn halbierte sich in dem Dreimonatszeitraum auf 3,7 Mrd. Dollar.

Vor allem bei JP Morgan Chase problematisch: der starke Einnahmenrückgang im 4. Quartal. 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum machen laut Experten deutlich, dass die Bank im Vorjahr ihre Bilanzen mit zahlreichen legale Buchungstricks aufgehübscht hatte.

Die Vergangenheit holte auch die Bank of America ein. Windige Hypothekengeschäfte kamen noch erschwerend zu den Auswüchsen der Schuldenkrise hinzu. Unterm ...

... Strich blieben beim zweitgrößten Kreditinstitut der USA 85 Mio. Dollar übrig. 2010 war noch ein Verlust von 3,6 Mrd. Dollar angefallen. Die Erholung ist aber teuer erkauft, mit der Reduzierung der Beteiligung ...

... an der China Construction Bank. Allein im Schlussquartal spülten die Verkäufe 2,9 Mrd. Dollar in die Kasse. Der Nettogewinn betrug dadurch im 4. Quartal 2 Mrd. Dollar nach einem Minus von 1,2 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum.

Am deutlichsten vom aktuellen Trend betroffen sind die klassischen Investmentbanken. Ohne Privatkundengeschäft weisen sie zwar in Boomzeiten dank der horrenden Gewinne in ihrem Segment Rekordüberschüsse aus. In ...

... schwächeren Zeiten stößt das Wachstum dann ganz schnell an seine Grenzen. In Krisenzeiten drohen sogar herbe Einbußen.

Mit einem Jahresgewinn von unterm Strich 2,1 Mrd. Dollar verdiente Morgan Stanley immer noch Geld, gegenüber 2010 sank der Gewinn aber um 42 Prozent. Im Schlussquartal stand sogar ein Minus, weil Morgan Stanley in einem Streit mit dem Anleiheversicherer MBIA um Hypothekenpapiere teure Zugeständnisse gemacht hatte.

Die Belastungen daraus summierten sich auf 1,7 Mrd. Dollar. 275 Mio. Dollar betrug im Schlussquartal das Minus, nach 600 Mio. Dollar Gewinn im Vorjahreszeitraum.

Dennoch zeigt sich die Führungsetage zuversichtlich: Morgan Stanley habe Marktanteile gewonnen, erklärte Firmenchef James Gorman. "Wir haben das Jahr in einer besseren Verfassung beendet als wir hineingegangen sind", sagte er. Als Stütze in der Schuldenkrise hatte sich ...

... die Vermögensverwaltung für reiche Kunden erwiesen - irgendwie auch ein Privatkundengeschäft.

Der Nettogewinn von Goldman Sachs fiel im Gesamtjahr 2011 noch deutlicher: Goldman verdiente noch 2,5 Mrd. Dollar, zwei Drittel weniger als ein Jahr zuvor und so wenig wie zuletzt 2008. Dabei wird Goldman nicht nur von den Folgen der europäischen Schuldenkrise eingeholt und ...

... der damit verbundenen Schwächung des hochprofitablen Geschäfts etwa mit Anleihen oder Rohstoffen. Die Wall-Street-Größe hatte im Jahresverlauf auch ihre Schulden bei ...

... Starinvestor Warren Buffett beglichen, was zusätzlich am Gewinn zehrte.

Im 4. Quartal sackte der Gewinn um 58 Prozent auf gut 1 Mrd. Dollar ab. Ein deutlicher Rückgang, aber dennoch ein Lichtblick, denn im Quartal zuvor standen noch rote Zahlen in den Büchern.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein räumte ein, dass das vergangene Jahr schwierig gewesen sei. Er machte gleichzeitig aber Hoffnung, dass die Saure-Gurken-Zeit langsam vorbei ist. Er sieht "ermutigende Zeichen" ...

... dafür, dass sich die Wirtschaft und der Markt erholten.

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