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Die letzten Länder mit "AAA": Wen die Ratingagenturen lieben

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Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre Drohungen wahr gemacht und die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft. (Foto: dpa)

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre Drohungen wahr gemacht und die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre Drohungen wahr gemacht und die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft.

Damit muss sich die größte Volkswirtschaft der Welt aus dem exklusivsten Club der Welt verabschieden: Dem kleinen Kreis der Länder, die von allen drei großen Ratingagenturen die Bestnote bekommen.

Rund um die Erde finden die einflussreichsten Bonitätsprüfer der Finanzwelt nur noch wenige Staaten, die uneingeschränktes Vertrauen verdienen.

Die Vereinigten Staaten bleiben allerdings auch nach der Herabstufung auf "AA+" immer noch die größte und mit Abstand finanzstärkste Volkswirtschaft der Welt.

Im erlesenen Club der "AAA"-Staaten sitzen jetzt jedoch nur noch 18 Staaten, unter ihnen 13 europäische.

Doch zunächst zurück auf den nordamerikanischen Kontinent. Dort ist Kanada das letzte verbliebene Mitglied im "Triple-A-Club". Die Ratingagentur Fitch bestätigte die Topbewertung des Landes. Kanada sei im Vergleich zu anderen Ländern sowohl wirtschaftlich als auch finanzpolitisch besonders gut durch die globale Finanzkrise gekommen.

Ein wichtiger Grund für das Top-Rating Australiens ist laut Fitch die Dominanz der vier größten Banken des Landes auf den heimischen Märkten. Die Geldhäuser hätten 2010 zudem bereits wieder ein ähnlich hohes Niveau erreicht wie vor der Finanzkrise.

Hongkong sitzt seit Ende 2010 im "Klub der 18". Die Begründung von Standard & Poor's: das starke Wirtschaftswachstum mit weiterhin viel Luft nach oben, die großen Kapitalreserven der Regierung und die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu China.

Singapur, der zweite asiatische Kleinstaat im "AAA"-Club beherbergt den größten Containerhafen der Welt. Fitch stuft die finanzielle Situation im Land als besonders stabil ein und lobt die diversifizierte Wirtschaft sowie die großen finanziellen Reserven des Landes.

Der fünfte und letzte nicht-europäische Staat mit "AAA"-Rating zählt nur rund 50.000 Einwohner - aber mehr als 93.000 registrierte Firmen. Die vor der kubanischen Küste gelegenen Cayman-Inseln sind der Inbegriff eines Offshore-Finanzzentrum.

Ein weiteres Inselparadies liegt in Europa: Die Isle of Man zwischen Irland und England, hat freien Zugang zu den Märkten der EU und lockt durch verschwindend geringe Steuersätze vor allem High-Tech-Firmen wie Online-Wettanbieter und die Filmindustrie an.

Der Zwergstaat Liechtenstein katapultiert sich mit seiner florierenden Finanzwirtschaft in die Rating-Oberliga. Standard & Poor's spricht von hoher Stabilität im Fürstentum und verweist auf die Währungsunion mit der Schweiz.

Der Schweizer Franken überzeugt Analysten auch bei der Bewertung der Eidgenossen selbst. Mitentscheidend für den Status eines sicheren Hafens sei die seit langem hochentwickelte, breit abgestützte und wohlhabende Volkswirtschaft, heißt es bei Fitch.

Auch der Alpenrepublik Österreich hat Fitch erst vor Kurzem erneut ein dreifaches "A" ins Zeugnis geschrieben. Die Wirtschaft des Landes 2010 sei mit 2,1 Prozent sehr viel stärker gewachsen als erwartet. Ebenfalls geholfen habe die rasche Budgetkonsolidierung nach der Krise.

Den Niederlanden attestieren die Analysten energisches Handeln während der Finanzkrise. Das Triple-A-Rating sei auch für die Zukunft sehr stabil.

Der große Rating-Vorteil des kleinen Nachbarlands Luxemburg: Im europäischen Vergleich liegt die Schuldenquote ungewöhnlich niedrig.

Kommen wir zur am stärksten im "Club der 18" vertretenen Weltregion, dem skandinavischen Block. Dänemark muss allerdings um seine Top-Note bangen. Fitch erkennt eine "gewisse Unsicherheit in der wirtschaftlichen Entwicklung".

Finnland steht dagegen sicher. Die Analysten bestätigen eine hochentwickelte Wirtschaft, solide politische und soziale Institutionen sowie eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik.

Noch besser hört sich die Einschätzung zu Schweden an. Vor einem Jahr bezeichnete Fitch den Haushalt der Skandinavier als auch in Krisenzeiten "unverwüstlich". Ebenfalls positiv ins Gewicht fällt die hohe Sparquote der Schweden.

Viertes und letztes Vorzeigeland aus Skandinavien ist Musterschüler Norwegen.

Damit hebt sich der Vorhang für die drei größten europäischen Volkswirtschaften: Großbritannien muss um sein "AAA" bangen. Zweifel an der Topnote kursieren schon länger.

Frankreich sieht sich ebenfalls mit großen Bedenken konfrontiert. "Frankreichs Rating ist stabil", halten die Ratingagenturen dagegen.

Deutschland, die größte Volkswirtschaft Europas, schmückt sich wie selbstverständlich mit dem Top-Rating. Moody's lobt die "sehr große Wirtschafts- und Finanzkraft" und die im Vergleich zu anderen Ländern "schnelle Rückkehr zu alter Wachstumsstärke."

(Text: Johannes Süßmann / Quelle: rts / Stand: August 2011)

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