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Genau hingeschaut: US-Berichtssaison pur

 
Genau hingeschaut: US-Berichtssaison pur

Hoffen auf eine Konjunkturerholung oder Bangen vor der nächsten Krise? Wo geht die wirtschaftliche Entwicklung hin? Die Geschäftsberichte der größten US-Konzerne geben Aufschluss. Und die ganze Welt blickt gebannt an die Wall Street. Expertenprognosen sagen den 500 größten US-Firmen einen kumulierten Quartalsgewinn von 145 Mrd. Dollar voraus. Die ...

... weltgrößte Volkswirtschaft hat die Talsohle durchschritten, kommt nach dem schlimmsten Einbruch seit Jahrzehnten aber nur langsam wieder in Tritt. Die Perspektiven im Heimatmarkt bleiben trüb: Der Aluminiumriese Alcoa ist dafür ...

... das beste Beispiel: Die Produktion läuft noch nicht rund. Zwar steigt der Umsatz auf 5,43 Mrd. Dollar und übertrifft damit die Erwartungen, doch ...

... Klaus Kleinfeld resümiert: "Es war ein hartes Jahr für die Aluminiumindustrie - der Schleuderpreis, der Nachfragerückgang und die Kreditklemme."

Chevron setzt noch einen drauf: Der zweitgrößte US-Ölkonzern gibt eine Gewinnwarnung heraus.

Trotz höherer Rohstoffpreise wird der Nachsteuergewinn zwischen 250 Mio. und 350 Mio. Dollar liegen. Die Aktien verlieren daraufhin mehr als ein Prozent.

Intel sorgt für den ersten Lichtblick der Berichtssaison. Der Chipriese verzehnfacht seinen Gewinn im vierten Quartal auf 2,3 Mrd. Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legt um 28 Prozent auf 10,6 Mrd. Dollar zu.

Die Analysten sind zufrieden. Intel gilt als ein Frühindikator für die Nachfrage. Die Freude trübt ...

... JP Morgan Chase. Im letzten Jahresviertel verdient der US-Branchenprimus zwar 3,3 Mrd. Dollar, fast fünf Mal mehr als noch vor einem Jahr. Allerdings ...

... drückt das verlustreiche Kreditgeschäft auf die Gemüter. Die Aktien von JPMorgan fallen auf die Nachricht hin um zwei Prozent. Die Anteilsscheine der Rivalen Bank of America geben ebenfalls kräftig nach, ebenso wie die Papiere von Wells Fargo. "JPMorgan ist ein Schwergewicht, und man hatte gehofft, dass sie die ersten sind, die die Verluste aus dem Kreditgeschäft zurückfahren", sagte Jamie Cox von Harris Financial Group.

Das die Finanzkrise noch immer ihre Schatten wirft, zeigt das Ergebnis der Ctigroup. 7,6 Mrd. Dollar Quartalsverlust schlagen zu Buche. Das einst weltgrößte Finanzinstitut legt erneut Milliarden für etwaige Kreditausfälle zurück. Im Gesamtjahr liegt der Verlust bei 1,6 Mrd. Dollar nach einem Minus von gut 27 Mrd. Dollar 2008.

Die mittlerweile nur noch drittgrößte Bank der USA hat wie kaum ein anderes Institut weltweit mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen. Abschreibungen auf Wertpapiere und Belastungen im Kreditgeschäft summieren sich auf mehr als 100 Mrd. Dollar. 100.000 der einst mehr als 300.000 Stellen wurden abgebaut. Dennoch: Auch der Ausblick bleibt verhalten.

IBM überzeugt - wieder einmal. "Big Blue" profitiert vor allem davon, sein Geschäft frühzeitig auf Dienstleistungen getrimmt zu haben - weg vom reinen PC- und Hardwaregeschäft. Im ...

... vierten Quartal verdient der weltgrößte IT-Dienstleister 4,8 Mrd. Dollar nach 4,4 Mrd. vor einem Jahr. Der Umsatz klettert leicht auf 27,2 Mrd. Dollar. Analysten bewerten die Zahlen als "unerwartet gut". IBM erhöht zudem die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Dennoch ...

... gibt der Kurs leicht nach. Allerdings haben die Titel von IBM im vergangenen Jahr mehr als 60 Prozent zugelegt.

Die Bank of America bleibt ein Verlierer der Finanzkirse: Die BoA muss mehr als 10 Mrd. Dollar für säumige Schuldner zurücklegen. Im Schnitt droht jeder 25. Kredit zu platzen. Zudem ...

... drücken die hohen Abgaben für die Staatshilfen von 45 Mrd. Dollar. Summa summarum bedeutet das einen Quartalsverlust von 5,2 Mrd. Dollar.

Morgan Stanley wiederum lässt mit einem Gewinn von 413 Mio. Dollar aufhorchen - dank des Investmentbankings. Noch vor einem Jahr stand ein Minus von mehr als 1,0 Mrd. Dollar zu Buche. Problemkind ...

... ist das Geschäft mit Staats- und Unternehmensanleihen. "Der Wettbewerb ist hier besonders stark", betonen Analysten. Die Aktie legt leicht zu.

Der Quartalsbericht von Wells Fargo überrascht die Analysten - positiv. Satte 2,8 Mrd. Dollar Gewinn stehen in den Büchern. Der Markt hat mit einem Verlust gerechnet, auch ...

... weil die Integration des übernommenen Wachovia mit rund eine halbe Mrd. Dollar gekostet hat. Kleines Manko: Die Rücklagen für Kreditausfälle sind leicht gestiegen.

Ebay hebt die Stimmung. Das Internet-Auktionshaus hat im entscheidenden Weihnachtsquartal unerwartet viel verdient.

Dank des starken Wachstums bei seinem Bezahldienst PayPal stellte der Konzern auch für das neue Jahr einen unerwartet hohen Gewinn in Aussicht. Branchenexperten sprachen von einer Wende bei der Neuausrichtung im Kampf gegen Amazon und andere Online-Einzelhändler.

Unterm Strich verdiente Ebay im vierten Quartal knapp 1,4 Mrd. Dollar. Vor einem Jahr waren es 367 Mio. Dollar gewesen. Der Umsatz kletterte um rund 16 Prozent auf 2,37 Mrd. Dollar.

Die Rückkehr spendierfreudiger Verbraucher und harte Einschnitte verhelfen der Kaffeehauskette Starbucks zu einem kräftigen Gewinnsprung.

Der Überschuss steigt im abgelaufenen Vierteljahr von 64,3 Mio. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum auf 241,5 Mio. Dollar.

Ohne Sonderposten verdient Starbucks 33 Cent je Aktie. Damit übertrifft der Konzern die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 28 Cent.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder mehr als nur prächtig.

Das Geldhaus weist für das vierte Quartal 2009 einen überraschend hohen Nettogewinn von 4,95 Mrd. Dollar aus. Die Einnahmen beziffert Goldman auf 9,6 Mrd. Dollar. Der Großteil stammt aus dem Handelsgeschäft.

Das wegen hoher Sonder-Zahlungen massiv in die Kritik geratene Institut streicht seinen Bonus-Pool zusammen und legt kein Geld mehr für die Vergütungen zurück. Stattdessen spendet Goldman 500 Mio. Dollar an eine hauseigene Stiftung.

Google blieb trotz eines kräftigen Gewinnanstiegs hinter den Hoffnungen der Börsianer an der Wall Street zurück. Der Internetgigant verdiente zwar im vergangenen Vierteljahr in gewohnter Manier unerwartet viel.

Einige Branchenexperten zeigten sich jedoch unzufrieden mit dem Tempo des Umsatzwachstums und bemängelten zudem Anzeichen für eine Steigerung der Ausgaben.

Unterm Strich verdiente der Suchmaschinenbetreiber 1,97 Mrd. Dollar nach 382,4 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum, als Investitionen bei AOL und Clearwire den Gewinn schmälerten. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 6,67 Mrd. Dollar

Der größte US-Kreditkartenanbieter American Express verdiente dank des verstärkten Einsatzes seiner Karten und geringerer Kreditausfälle zum Jahresschluss deutlich mehr. Der Überschuss kletterte von 240 Mio. auf 716 Mio. Dollar. Hohe Kreditkartenausfälle in der Wirtschaftskrise hatten American Express in den vergangenen beiden Jahren stark belastet.

Zuletzt hatte das Kreditkartengeschäft aber wieder angezogen. American Express konzentriert sich nun verstärkt auf Karten, die monatlich ausgeglichen werden müssen.

Für die Technologiebranche scheint die Krise vorbei. Viele Konzerne aus der Computer- und Software-Industrie haben im Schlussquartal 2009 nahtlos an die Ergebnisse aus Boomzeiten angeknüpft. Der Elektronikkonzern Apple und ...

... der Chip-Hersteller Texas Instruments setzen den vorläufigen Schluss- und Höhepunkt.

Apple setzte vollkommen unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise von Oktober bis Dezember so viele seiner Mac-Rechner und iPhone-Handys ab wie nie zuvor. Und der gute Lauf soll anhalten.

Unterm Strich verdiente Apple im wichtigen Weihnachtsquartal knapp 3,4 Mrd. Dollar und damit anderthalb mal so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 15,7 Mrd. Dollar. Analysten beglückwünschten die Konzernführung für das gute Abschneiden.

Mit derartig satten Steigerungsraten wie bei Apple konnte das Chip-Urgestein Texas Instruments zwar nicht aufwarten. Aber auch hier gab es zweistelliges Wachstum.

Texas Instruments verdiente von Oktober bis November unterm Strich 655 Mio. Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es gerade einmal 107 Mio. Dollar gewesen. Getragen von der gestiegenen Nachfrage wuchs der Umsatz um 21 Prozent auf 3,0 Mrd. Dollar. Damit ging die Erholung schneller vonstatten als Experten erwartet hatten.

Der US-Internetkonzern Yahoo spürt nach einer langen Durststrecke auffrischenden Wind auf dem Anzeigenmarkt. Das Unternehmen stellte fürs laufende Quartal das erste Umsatzplus seit eineinhalb Jahren in Aussicht.

Im Schlussquartal 2009 schnitt Yahoo wie erwartet ab. Der Konzern verbuchte einen Nettogewinn von 153 Mio. Dollar. Der bereinigte Umsatz belief sich auf 1,26 Mrd. Dollar. Hier hatten die Analysten das Geschäft mit 1,23 Mrd. Dollar leicht unterschätzt.

Der von hauseigenen Problemen und der Wirtschaftskrise heimgesuchte Flugzeug-Hersteller Boeing schreibt wieder schwarze Zahlen. Im vierten Quartal verdiente das Unternehmen unter dem Strich knapp 1,3 Mrd. Dollar. Vor einem Jahr war noch ein Verlust von 86 Mio. Dollar angefallen.

"Wir haben einen starken Endpunkt für 2009 gesetzt, indem wir die 787 in die Luft gebracht haben", sagte Boeing-Verwaltungsratschef Jim McNerney.

Im laufenden Jahr sieht McNerney allerdings "erhebliche Herausforderungen" vor Boeing liegen. Der Aktienkurs ließ sich davon nicht beirren und legte deutlich zu.

Einen großen Wurf konnte Caterpillar nicht vermelden. Zum Jahresende litt der weltgrößte Baumaschinenhersteller unter einer stark nachlassenden Nachfrage. Der Umsatz sank um fast 40 Prozent auf 7,9 Mrd. Dollar. Der Überschuss ...

... schrumpfte lag gar rund zwei Drittel unter dem Vorjahresquartalswert. Dennoch: Die Konzernspitze ...

... ist zuversichtlich: Es gebe vielversprechende Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft weltweit erhole. Absatz, Umsatz und Gewinn würden daher 2010 zulegen. Bei den Erlösen rechnet Caterpillar mit einem Wachstum von bis zu 25 Prozent.

Eine geringere Nachfrage bescherte auch dem Mutterkonzern von Sikorsky, United Technologies, einen Gewinn- und Umsatzrückgang zum Jahresende. Der Überschuss ging um 6 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar zurück, der Erlös um 4,5 Prozent auf 14,1 Mrd. Dollar. Die Gewinnprognose wurde ...

... aber bestätigt. Dennoch sank der Aktienkurs des Mischkonzerns, der auch Klimaanlagen und Aufzüge herstellt, leicht.

Ford, zweitgrößter US-Autobauer, fährt bereits wieder unter Vollgas: Im Schlussquartal verdiente der Konzern trotz der widrigen Bedingungen 868 Mio. Dollar. Vor einem Jahr war noch ein gigantischer Verlust von fast 6 Mrd. Dollar angefallen.

Ford hatte seine Kosten zwischenzeitlich massiv gesenkt und konnte der Konkurrenz Marktanteile abjagen. "2009 war ein Schlüsseljahr für Ford", sagte Konzernchef Alan Mulally.

Der Umsatz stieg entgegen dem Branchentrend um mehr als 6 Prozent auf 35,4 Mrd. Dollar. Im laufenden Jahr will Ford vor Steuern und Sonderausgaben auf jeden Fall profitabel bleiben. Die Anleger waren begeistert: Vorbörslich stieg die Aktie um fast 4 Prozent.

... Herbst hatte der US-Konzern die Preise für die meisten Zigarettenmarken erhöht. Allerdings: Die hohe Arbeitslosigkeit in den USA, eine schwache Wirtschaft und mögliche Steuererhöhungen auf Zigaretten drückten auf die Stimmung. Die Aktie gab leicht nach.

Der Gewinn des Marlboro-Produzenten Altria ist dank höherer Zigarettenpreise leicht gestiegen. Der Überschuss lag im vierten Quartal bei 726 Mio. Dollar rund 7 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 4,1 Mrd. Dollar zu. Beide Ergebnisse entsprechen im Schnitt den Markterwartungen. Im ...

Wenn der Welt größter Ölkonzern einen Gewinneinbruch erleidet, bleibt dennoch ein Milliardenüberschuss hängen: ExxonMobil Das Plus sank zwischen Oktober und Dezember 2009 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf gut 6 Mrd. Dollar (rund 4,31 Mrd. Euro),

Analysten hatten allerdings mit einem schwächeren Ergebnis gerechnet. Im Gesamtjahr brach der Gewinn immer noch um 57 Prozent auf 19,3 Mrd. Dollar ein. Der Aktienkurs legte dennoch um mehr als zwei Prozent zu.

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