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Tops und Flops im Börsenjahr 2009: Kurse zwischen Wunsch und Wirklichkeit

 
Tops und Flops im Börsenjahr 2009: Kurse zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Verkehrte Welt. Während die Welt rätselte und bangte, wie schwere Konjunktureinschläge die Finanzkrise hinterlassen wird, setzten die Aktienmärkte 2009 ganz auf Erholung.

Viel mussten Anleger nicht tun, um im Grünen zu sitzen. Satte 1000 Punkte hat der Dax seit Anfang 2009 zugelegt - wer breit investiert war, konnte fast nichts falsch machen.

Nur wer höher hinaus wollte, musste sich in Bewegung setzen. Wer dabei den richtigen Weg wählte, konnte bis zu vierstellige prozentuale Zuwachsraten einheimsen - dafür war jedoch schon der richtige Riecher nötig.

Doch auch wer sich in der breiten Masse der großen Dax-Titel wohl fühlt, konnte 2009 sein Glück am Aktienmarkt machen. Ein Blick auf die größten Gewinner und Verlierer des Jahres zum Stichtag des Großen Verfalls am 18. Dezember (einschließlich Dividenden).

Wer hätte das gedacht: Wie Phoenix aus der Asche schoss die Aktie von INFINEON empor. Sage und schreibe 300 Prozent Plus verzeichneten die Papiere.

Ein gutes Geschäft für Anleger waren auch die Aktien der DEUTSCHEN BANK, die ein Plus von 73 Prozent verbuichten.

Aller Konjunkturskepsis zum Trotz kletterten die Papiere des Chemieriesen BASF um 65 Prozent aufwärts.

Platz vier geht an den Konsumgüterkonzern HENKEL. Die Aktionäre des Persil- und Pritt-Herstellers verbuchten ein Jahresplus von 58 Prozent.

Um rund die Hälfte legten die Papiere des Handelskonzerns METRO zu. Damit landet die Mutter von Real, Saturn und Media Markt auf dem fünften Platz im Dax-Jahresvergleich.

Freude an der Aktie hatten auch die Anleger von BMW. Der Autohersteller schaffte eine Jahresperformance von 45 Prozent - das reicht für Platz sechs.

Vorfreude auf die Fußball-WM 2010 scheint auch der Aktie von ADIDAS gut zu bekommen. Die Papiere brachten ihren Anlegern ein Plus von 41 Prozent, das siebtstärkste Dax-Ergebnis 2009.

Ähnlich starke Zuwächse konnten auch die Aktionäre dreier Industrie-Klassiker verbuchen, womit die Top 10 der Dax-Titel vollständig ist: MAN legten 39 Prozent zu, ...

...THYSSENKRUPP um 37 Prozent...

...und LINDE ebenfalls 37 Prozent.

Wer sich an der Gewinnerspitze sonnt, sollte jedoch auch einen Blick ins Tal werfen, denn nicht alle Aktien zogen mit.

Ein unglückliches Händchen hatte der, der Anfang 2009 an einen anhaltenden Höhenflug der VOLKSWAGEN-STAMMAKTIEN glaubte. Das brachte - Dividenden mit einberechnet - ein Minus von 70 Prozent. Angesichts der schwindelerregenden Kursgewinne im Vorjahr ist das jedoch kaum verwunderlich.

Zweiter im Bunde war die COMMERZBANK, die mit 13 Prozent Minus der zweitschwächste Dax-Wert 2009 war. Dividenden mussten nicht berücksichtigt werden, denn die waren dank Staatshilfe ohnehin kein Thema für das Finanzhaus.

Haarscharf an der Gewinnschwelle vorbei kratzten die Papiere der MÜNCHENER RÜCK. So moderat ein Minus von 1 Prozent jedoch nach dem Horrorjahr 2008 auch erscheint, so bitter ist es bei einem Anstieg des Dax im selben Zeitraum von 21 Prozent.

Wer etwas mehr Farbe im Depot zugelassen hat, der wurde im Schnitt dafür belohnt. Abseits der ausgetretenen Dax-Pfade konnten Anleger auch 2009 gutes Geld verdienen.

Leuchtfeuer ist der TecDax-Wert Dialog Semiconductor. Seit Anfang 2009 hat die Aktie ganze 1178 Prozent zugelegt.

Das Jahresplus von AIXTRON, ebenfalls aus dem TecDax, erscheint mit 425 Prozent da fast zurückhaltend - doch wer wird gierig werden? Platz zwei!

Ganz knapp dahinter liegt der Internetlotto-Anbieter TIPP24, der als stärkster SDax-Titel 422 Prozent Zuwachs verbuchte. Damit ist der dritte Platz vergeben.

Ganz frisch wieder in den SDax aufgestiegen ist der Telekommunikationsdienstleister TELEPLAN. Mit einer Jahresperformance von 347 Prozent heimst der Wert damit gleich den viertstärksten Kursanstieg aller Nebenwerte ein.

Mit rund 100 Prozentpunkten weniger müssen sich die leidgeprüften Aktionäre von PROSIEBENSAT.1 "zufriedengeben", die Aktie kletterte 2009 um 246 Prozent - Platz fünf unter den Nebenwerten und beste Einzelperformance im MDax.

Sechster im Bunde ist C.A.T. OIL mit einem Jahresplus von 207 Prozent. Der österreichische Dienstleister für die Erdgas- und Ölindustrie aus dem SDax landet damit auf dem sechsten Rang.

Ebenfalls mehr als verdreifacht hat sich der Mobilfunker DRILLISCH mit einem Jahresplus von 206 Prozent. Das bringt dem TecDax-Titel den siebten Platz unter den Nebenwerten.

Das Biotech-Unternehmen EVOTEC, das erst Ende Oktober in den Auswahlindex TecDax aufgenommen wurde, kletterte im Börsenjahr 2009 um 165 Prozent. Damit verbuchten die Papiere den achtstärksten Anstieg aller Nebenwerte.

Platz 9 gehört SMA Solar, einem Spezialanbieter aus der Solarbranche, der seine Heimat ebenfalls im TecDax hat. Die Aktie verbuchte ein Plus von 137 Prozent.

Aktionäre von TAG IMMOBILIEN aus dem SDax konnten sich 2009 über ein Plus von 131 Prozent freuen. Das ist die zehntbeste Performance aller Titel aus MDax, SDax und TecDax.

Zugegeben, auch unter den Nebenwerten gab es Verlierer:

Das dickste Minus verbuchte Q-CELLS aus dem TecDax. Der weltgrößte Solarzellenhersteller rutschte an der Börse um 63 Prozent nach unten.

Knapp halbiert hat sich der Börsenwert der Beteiligungsgesellschaft ARQUES INDUSTRIES - genauer um 46 Prozent geht es in den Keller. Damit ist das SDax-Papier der zweitschwächste Nebenwert.

Ein Drittel fällt die Aktie von CONERGY. Dazu trungen auch Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen des Verdachs auf Bilanzfälschung und unrichtige Ad-hoc-Mitteilungen bei.

Bis 2008 noch im Dax, landete TUI als MDax-Frischling im Jahr darauf auch gleich weit oben auf der glanzlosen Verliererliste. Mit 33 Prozent Minus fiel der Jahresverlust am vierthöchsten unter den Nebenwerten aus.

Auch die Umbenennung des ehemaligen Bezahlfernsehsenders Premiere in SKY änderte bislang nichts am mangelnden Geschäftserfolg. An der Börse führte das 2009 zu einem Minus von 32 Prozent - Platz fünf der größten Verlierer.

Auf dem sechsten Platz landet der Technologiekonzern JENOPTIK. Der TecDax-Oldie verlor 31 Prozent an Wert.

Die schwierigen Zeiten der Fluglinien sind auch AIR BERLIN anzumerken. 2009 segelte die SDax-Aktie um 24 Prozent abwärts und markiert damit den Rang des siebtschwächsten Nebenwerts.

Knapp dahinter folgt der Pflegeheimbetreiber CURANUM, der - ebenfalls im SDax notiert - um 21 Prozent verlor.

Den neunten Platz unter den größten Nebenwerte-Verlierern nimmt CONSTANTIN MEDIEN ein. Der EM.TV-Nachfolger aus dem SDax gab 19 Prozent ab.

Zehntgrößter Verlierer der Nebenwerte war BIOTEST. Das Biotech-Unternehmen aus dem SDax verlor über das Gesamtjahr 17 Prozent an Wert.

Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht? Wagen wir einen Querschnitt und schauen auf die Branchengewinner und -verlierer.

Dass dies aber keineswegs für Jubelstürme reicht, zeigen die Telekommunikationstitel. Für die Branche ging es auf dem Parkett keinen Schritt nach vorn - sage und schreibe 0 Prozent Performance wies der Branchenindex DaxSector Telecommunication aus.

Die gute Nachricht zuerst: Verloren hat keine einzige der 18 Branchen.

Ohne den kräftigen Kursrutsch bei Volkswagen hätte es für die Autobauer 2009 wohl auf dem Parkett unter dem Strich besser ausgesehen - Abwrackprämie sei dank. Doch der DaxSector Automobiles bescheinigt der Branche lediglich ein Plus bei der Aktienperformance von 2 Prozent.

Versorger sind klassische Gewinner in unsicheren Zeiten - doch von beiden wollte die Börse 2009 nur wenig wissen. Der Branchenindex DaxSector Utilities schaffte gerade einmal ein Plus von 3 Prozent.

Nachdem sich so mancher Kleinanleger 2008 mit Aktien und anderen Finanzprodukten die Finger verbrannt hatte, herrschte 2009 Ebbe bei den Finanzdienstleistern - der Branchenindex DaxSector Financial Services spricht mit einem Plus von 8 Prozent Bände.

Richtig im Regen standen Aktionäre von Versicherern nicht, doch eine Kursentwicklung von im Schnitt 10 Prozent lag klar unter der Benchmark Dax.

Pharma- und Healthcare-Aktien brachten ihren Aktionären gemessen am entsprechenden Branchenindex im Schnitt einen Zuwachs um 14 Prozent.

Auch der Wert von Transport- und Logistikaktien kletterte im Schnitt um 14 Prozent.

Industrieaktien notierten im Schnitt ein Fünftel über ihrem Vorjahreswert. Der entsprechende Index DaxSector Industrial legte um 20 Prozent zu.

Um 21 Prozent kletterte der Branchenindex DaxSector Retail - also der Index der deutschen Einzelhandelswerte.

Grund- bzw. Rohstoffe kletterten mit einer Kursentwicklung des Branchenindex DaxSector Basic Resources um 22 Prozent in etwa auf Augenhöhe mit dem Dax.

Essen und Trinken spielen an der Börse keine große Rolle - zumindest auf dem Kurszettel. Der Branchenindex DaxSector Food & Beverage kletterte um imposante 29 Prozent - einziges Indexmitglied ist jedoch Südzucker.

Bei weitem nicht nur SAP: Die Aktien der deutschen Softwareindustrie kletterten 2009 um 32 Prozent.

Für Medienhäuser sprang 2009 am Aktienmarkt ein Kursplus von 37 Prozent heraus.

Die Chemiebranche gehört mit einem Kursplus von unter dem Strich 43 Prozent zu den starken Sektoren des Jahres.

Konsumgüterhersteller legten an der Börse unter dem Strich um 44 Prozent zu.

Die Unternehmen der Baubranche kletterten um rund die Hälfte nach oben. Der Branchenindex DaxSector Construction legte um 51 Prozent zu.

Auch bei den Banken lag das Jahresplus im Schnitt in dieser Größenordnung. Der Branchenindex DaxSector Banks kletterte um 53 Prozent.

Den stärksten Zuwachs verbuchten die Technologietitel, die sich unter dem Strich rund verdreifachten. Der Branchenindex Daxsector Technology kletterte 2009 um 205 Prozent. (Text: Nikolas Neuhaus)

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