09.02.2012 04:31 Uhr Frankfurt 03:31 Uhr London 22:31 Uhr New York 12:31 Uhr Tokio
Suche
Bilder- und Chartserien

Deutsche Börsengänge 2010: Frischlinge auf dem Parkett

 
Deutsche Börsengänge 2010: Frischlinge auf dem Parkett

Mit dem Außenwerber Ströer sind 2010 die Börsengänge von sechs Unternehmen im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse geglückt. Wahre Euphorie will jedoch nicht aufkommen, denn obwohl Ströer die bislang drittgrößte Neuemission des Jahres ist, bleibt das Unternehmen zu klein, um bei den Großen mitzuspielen.

Knapp 400 Mio. Euro hat Ströer mit dem Schritt an die Börse eingenommen, der Wert des Unternehmens liegt bei 850 Mio. Euro. Der erste Kurs liegt 60 Cent über dem Ausgabepreis von 20 Euro. Kleinanleger lockte die Neuemission quasi nicht an, lediglich ein Prozent ging an Privatanleger - Mitarbeiterbeteiligung schon eingerechnet.

Ströer

Ein geglückter Börsengang ist dabei dieser Tage keine Selbstverständlichkeit. Der Berliner Immobilienentwickler Chamartin Meermann Immobilien sagte wegen des schlechten Börsenumfelds sein IPO Anfang Juli ab.

Zuvor hatte Anfang Mai auch der Berliner Immobilienkonzern GSW versucht, Geld an der Börse einzusammeln. Doch in letzter Minute musste die GSW einen Rückzieher machen - die Neuemission ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Besser sah es am 30. März für den chinesischen Badarmaturenhersteller Joyou aus. Stilecht wie an der Börse in Schanghai schlug Firmenchef Jianshe Cai zur Erstnotiz einen großen Gong.

Mit einem Emissionserlös von 105 Mio. Euro ist Joyou jedoch das kleinste Unternehmen, das bislang den Schritt auf das Parkett durchgezogen hat. Der Börsenwert liegt bei rund 350 Mio. Euro. Für Anleger war trotz der Größe ein satter Sprung drin: Der erste Kurs von Joyou lag gleich satte 13 Prozent über dem Ausgabepreis.

Seitdem hat sich am Kurs jedoch unter dem Strich kaum etwas getan. Den ersten Kurs konnte Joyou (Chart seit IPO am 30.3.2010) nur knapp verteidigen. Zum Vergleich: Der Dax hat in der gleichen Zeit bis zum Ströer-Börsengang mit -0,4 Prozent ebenfalls nur knapp seinen Stand behauptet.

Mit kleinerer Glocke, dafür aber größerem Börsenwert ging am Tag zuvor am 29. März der Chemikalienhändler Brenntag aufs Parkett. Ende Juni findet sich das Unternehmen bereits im MDax wieder.

Mit 2,6 Mrd. Euro Börsenwert zur Neuemission stellt Brenntag die übrigen IPOs in den Schatten. Auch für Anleger war der erste Handelstag positiv, der erste Kurs lag 1,10 Euro über dem Zuteilungspreis von 50 Euro.

Seit der Neuemission bis zum Vorabend der Ströer-Neuemission legte die Aktie von Brenntag (Chart seit IPO am 29.3.2010) um rund 15 Prozent zu und konnte damit seinen Vergleichsindex MDax locker schlagen.

Verhaltener verlief dagegen der Börsengang der Modekette Tom Tailor am 26. März. 143 Mio. Euro erlösten die Schneider mit dem Schritt aufs Parkett, der Börsenwert lag zum Zeitpunkt der Emission bei 215 Mio. Euro.

Der Ausgabepreis von Tom Tailor war wohl auf Kante genäht, denn der erste Kurs blieb mit 13 Euro exakt auf Emissionskurs.

Danach ging es bis zum Vorabend der Neuemission von Ströer für die Papiere von Tom Tailor (Chart seit IPO am 26.3.2010) 14 Prozent abwärts, während sich der Gesamtmarkt eher stabil halten konnte.

Den ersten großen Börsengang des Jahres legte Kabel Deutschland am 22. März hin. Mit der Ausgaben der Aktien nahm der Kabelnetzbetreiber 760 Mio. Euro ein. Der Marktwert lag bei rund 2 Mrd. Euro.

Ein kleines Plus für Zeichner der Aktie war bereits am ersten Börsentag drin. Der erste Kurs lag 50 Cent über dem Emissionspreis von 22 Euro. Anschließend half der Aufstieg in den MDax bei der Kursentwicklung.

Der Kurs von Kabel Deutschland (Chart seit IPO am 22.3.2010) legte bisher bis zum Ströer-Börsengang um 13 Prozent zu. Der Dax verlor im gleichen Zeitraum 4 Prozent.

Sie sehen nichts? Kein Wunder. Der erste Börsengang des Jahres am 4. Februar, Helikos, war zugleich eine besondere Premiere: Es ist kein reguläres Unternehmen, sondern eine Zweckgesellschaft auf der Suche nach einem Geschäft - und als solche die erste am deutschen Aktienmarkt. Bisher ist das Unternehmen also lediglich eine Hülle ohne eigenes Geschäft.

Für Zeichner von Helikos (Chart seit IPO am 4.2.2010) kostete Helikos 10 Euro, der erste Kurs lag 50 Cent darunter. Seitdem ist nichts passiert - der Dax hat hingegen im selben Zeitraum rund 9 Prozent verloren.

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.

Bilder- und Chartserien