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Neue Preispolitik: Erzriesen erschrecken Stahlbranche

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Mono- oder Oligopole sind in der Wirtschaftswelt durchaus nicht selten und nicht per se unbeliebt. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Mono- oder Oligopole sind in der Wirtschaftswelt durchaus nicht selten und nicht per se unbeliebt.

Mono- oder Oligopole sind in der Wirtschaftswelt durchaus nicht selten und nicht per se unbeliebt.

So lange alles gut läuft, haben die Marktteilnehmer auch gegen eine überragende Macht nichts einzuwenden.

So war es bislang auch auf dem Markt für das für die Stahlproduktion wertvolle Eisenerz. Zwar halten hier seit Jahrzehnten weniger als Handvoll Konzerne die Zügel in der Hand, …

… doch bislang vertrug man sich in Sachen Preisbildung gut.

Zu Beginn eines Jahres trafen sich Erzförderer und Stahlkocher und legten den Preis für den begehrten Rohstoff für ein Jahr fest.

Ein gutes Geschäft für beide Seiten: Die Minenbetreiber wussten genau, wie viel Geld sie für das Jahr für den Ausbau ihrer Vorkommen hatten.

Die Stahlwerke konnten etwaige Preissteigerungen peu à peu an ihre Kunden, …

… z.B. die Autobauer, weitergeben.

40 Jahre lang funktionierte diese gut geölte Routine, bis …

… ja, bis der weltgrößte Eisenerzlieferant Vale nun die Preise in Asien nicht nur um 90 Prozent erhöhte, …

… sondern die Laufzeit der Verträge auf ein Vierteljahr stutzte. Die Branchenkollegen BHP Billington und die australische Rio Tinto zogen umgehend nach.

Warum hat das Trio, das zusammen etwa 70 Prozent des Weltmarktes abdeckt, mit der alten Tradition gebrochen?

Ganz einfach. Die Bergbaukonzerne wollen sich künftig an den Spotmarktpreisen orientieren, die sich binnen Jahresfrist verdoppelt haben.

Ein durchaus lohnender Wechsel.

Das sieht die andere Seite naturgemäß ganz anders.

Stahlkonzerne und –verbände laufen gegen die Änderungen Sturm und rufen dabei auch die Politik an.

Der Betriebsrat von ThyssenKrupp Steel Europe fordert von Bundesregierung und EU ein Verbot von Rohstoffspekulationen und ein Vorgehen gegen Rohstoffkartelle.

Es bestünde die Gefahr, dass in Deutschland 30.000 und in ganz Europa Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gingen, hieß es.

ThyssenKrupp kündigte an, das eigene Preissystem möglicherweise ändern zu wollen – ob der Konzern die Preissteigerungen weitergeben kann, ist jedoch fraglich.

Fürchten doch die Hauptabnehmer, wie die Automobilbranche, schon um die eigene Wettbewerbsfähigkeit und das Überleben.

Wohler ist da dem Stahlkonzern, der auf eigene Minen zurückgreifen kann und das Wohlwollen der Big Three nicht braucht, wie zum Beispiel Arcelor Mittal.

Da wird sich ThyssenKrupp umso mehr ärgern, dass sie die letzte Minenbeteiligung vor gut einem Jahrzehnt an den Brasilianer und Auslöser der Preiskrise, Vale, verkauft haben.

Einige Branchenexperten sehen jedoch auch durchaus Vorteile in dem neuen Preissystem.

Angesichts des durch die Stahlnachfrage getriebenen Aufbau der Erzlager könnten die Spotmarktpreise in nächster Zeit ebenso gut sinken.

Und das wiederum würde zu niedrigeren Quartalspreisen führen.

Also freuen sich die Stahlriesen in einem Vierteljahr möglicherweise über die neue Preisgestaltung.

Auch hier kann es schließlich in beiden Richtungen strömen. (sla/rts/dpa)

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