Die Tage des klassischen Parketthandels an der Frankfurter Börse sind gezählt. (Bild: Börsensaal 1879)
Der Präsenzhandel auf Zuruf endet am Freitag (20.5.2011). (Bild: Parketthandel 1914)
Wenn Deutschlands wichtigster Handelsplatz am Montag darauf (23.5.) öffnet, sollen endgültig Computer den Ton angeben: ...
... Dann werden sämtliche Aktien und Anleihen an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) über das Handelssystem Xetra gehandelt.
"Xetra kommt - Frankfurt als Börse bleibt" - auf diesen Nenner bringt es der Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse, Rainer Riess.
Der Handelssaal in der Innenstadt - von Spöttern schon lange als reine "Kulisse fürs Fernsehen" verulkt - soll auch künftig das Aushängeschild der Börse sein.
"Das Parkett bleibt erhalten - blank gebohnert und geschniegelt", so fasste es nach der Entscheidung für die neue Struktur im November 2010 der Vorsitzende des Börsenrates, Lutz Raettig, zusammen. (Großer Handelssaal 1957)
In Zeiten des Computerhandels läuft seit Jahren weit über 90 Prozent des Handels elektronisch. (Großer Handelssaal 1971)
Doch leer wird es auch künftig auf dem Parkett nicht sein: (Börsensaal in den 70er Jahren)
Die Makler fungieren nach der Reform als "Xetra-Spezialisten".
Sie sollen den direkten Draht zu Investoren halten und für ausreichend Liquidität im Handel sorgen. Dafür stehen sie auch mit eigenem Kapital ein.
Zum Start am 23. Mai sind nach Angaben der Deutschen Börse 120 "Xetra-Spezialisten" von 16 Firmen dabei.
Von der neuen Regelung verspricht sich die Börse einen noch effizienteren Handel: Schnellere und bessere Preise. (Großer Handelssaal 1969)
Die Frankfurter Börse will sich so in einem umkämpften Umfeld positionieren, um nicht Marktanteile an alternative Handelsplattformen oder Regionalbörsen in Deutschland zu verlieren.
Zudem sind längere Öffnungszeiten geplant: Der Handel in Frankfurt soll nach dem Willen des Börsenrates ab dem 1. Juni schon um 8.00 Uhr beginnen, eine Stunde früher als bisher. (dpa/rts/Deutsche Börse)
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