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Vom Silizium zum Solarmodul: Die Sonnen-Könige

 
Vom Silizium zum Solarmodul: Die Sonnen-Könige

Solaraktien kennen keinen Schatten - dieser Eindruck beschlich die Anleger lange Zeit beim Blick auf den Kurszettel. Doch Finanzkrise und schwache Börsen gingen auch an Energietiteln nicht spurlos vorüber.

Solar ist nicht gleich Solar - das ist für interessierte Anleger die wohl wichtigste erste Erkenntnis. Wer in die Sonnentechnologie investieren möchte, sollte die großen Produktionsschritte auf dem Weg zum fertigen Solarmodul kennen, denn zahlreiche Anbieter haben sich auf einzelne Zwischenprodukte spezialisiert.

Die wahrscheinlich bekannteste Anwendung ist der Solarstrom, die so genannte PHOTOVOLTAIK. Hierbei wird mittels Solarzellen aus dem einfallenden Sonnenlicht Gleichstrom erzeugt. Nach der Umwandlung in Wechselstrom kann dieser in das reguläre Stromnetz eingespeist werden.

Bei der aktiven Nutzung der SOLARTHERMIE werden hingegen Sonnenkollektoren eingesetzt, um aus den Sonnenstrahlen Wärme zu erzeugen. Rund eine Million Haushalte in Deutschland nutzen nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien diese Methode, um Wasser zu erwärmen oder Räume zu heizen.

Solarthermie kann jedoch auch zur Stromproduktion eingesetzt werden. In SOLARTHERMISCHEN KRAFTWERKEN wird Sonnenlicht durch Spiegel gebündelt und auf einen so genannten Absorber gerichtet. Die dabei erzeugte Wärme wird dann mit konventioneller Technik wie etwa Dampfturbinen zur Stromproduktion genutzt.

Am Anfang der Produktionskette steht in den allermeisten Fällen Silizium. Im Rohzustand ist das Halbmetall jedoch ungeeignet für die Herstellung von Solarzellen. Daher muss es im ersten Produktionsprozess zu so genanntem Solarsilizium (Bild) gereinigt werden.

Auf der zweiten Stufe der Produktion wird das hochreine Silizium geschmolzen und in unterschiedlichen Verfahren weiterverarbeitet. Eine gängige, vergleichsweise preiswerte Methode ist das Gießen von Zellen. Aufwändiger ist ein Verfahren, das auch in der Halbleiterherstellung eingesetzt wird.

Dabei werden Siliziumblöcke, auch Ingots genannt, ähnlich wie eine Kerze gezogen. Anschließend werden aus diesen Blöcken dünne Siliziumscheiben geschnitten, die so genannten Wafer.

Damit aus dem Wafer eine Solarzelle wird, muss die Siliziumscheibe mehrere chemische Bäder durchlaufen, um mikroskopische Schäden an der Oberfläche zu beseitigen. Dann wird eine negativ leitende Schicht aufgetragen und mit einer zusätzlichen Schicht die Lichteindringung verbessert.

Anschließend werden Kontakte auf der Vorder- und Rückseite auf den Wafer gedruckt und im Feuerofen in die Scheibe eingebrannt - fertig.

Solarzellen als solche wären für den Einsatz zur Stromerzeugung noch nicht ausreichend. In einem letzten Schritt müssen sie zu so genannten Solarmodulen ausgebaut werden.

Dazu werden mehrere Solarzellen miteinander verbunden und zwischen Glas- oder Kunststoffscheiben eingebettet. Bei Unterdruck werden Zellen und Folie dann laminiert und dadurch wetterfest gemacht.

Die Spezialisierung zahlreicher Anbieter auf einzelne Stufen des Wertschöpfungsprozesses führt zu einem lebendigen und innovationsfreudigen Markt dieser jungen Branche. Anleger müssen jedoch stets im Blick behalten, ob technische Neuerungen oder Konsolidierungen in der Branche bei einzelnen Anbietern zu schlechteren Chancen führen könnten. Auch die Absatzmärkte sind in Bewegung.

In Deutschland, dem weltweit größten Solarmarkt, sinken die Vergütungen für die Einspeisung von Solarstrom ins bundesweite Netz. Anfang 2009 fiel die Vergütung für Betreiber neuer Anlagen mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt um acht Prozent. Bisher wurden die Beträge jährlich um fünf Prozent gedrosselt.

Der wichtigste Exportmarkt für deutsche Solarunternehmen ist Spanien. Die Zeiten besonders üppiger Förderprogramme sind zwar vorbei, doch haben sich Befürchtungen vor einer deutlichen Kürzung der nicht bewahrheitet. Statt einer Deckelung auf 300 Megawatt begrenzt die spanische Regierung die Förderung ab 2009 bei 500 Megawatt.

Sinkende Förderbeträge drücken auf die bisher üppigen Gewinnmargen der Unternehmen. Manche Analysten raten Anlegern daher, auf Marktführer und Unternehmen am Anfang und Ende der Wertschöpfungskette zu setzen.

Langfristig strebt die Solarindustrie die sogenannte Netz-Parität an, bei der Solarstrom ohne staatliche Förderung zum gleichen Preis angeboten werden kann wie konventionelle Energie. Bis dahin wird der Solarmarkt für Anleger jedoch gleichermaßen Licht und Schatten bereithalten. (Text: Nikolas Neuhaus / Bilder: dpa, rts, BSW-Solar, Wacker Chemie)

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