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Dieser Weg wird kein leichter sein: Die Profiteure der Fußball-WM

 
Dieser Weg wird kein leichter sein: Die Profiteure der Fußball-WM

Die Fußball-WM ist neben den Olympischen Spielen das größte Sportereignis der Welt. Hunderttausende besuchen die Spiele vor Ort in den Stadien. Millionen reisen in das WM-Gastgeberland. Milliarden verfolgen die Spiele am Fernseher oder ...

... vor den Public-Viewing-Leinwänden. Kurzum: Mit dem runden Leder, das längst keines mehr ist, lässt sich eine Menge Geld machen.

Bei der WM 2006 brachte allein der Verkauf der Fernsehübertragungsrechte etwa 1,1 Mrd. Euro ein. Hinzu kamen weitere 400 Mio. Euro durch Sponsoren, die Vermarktungsrechte von der Fifa gekauft haben. Rund 200 Mio. Euro steuerte der Ticketverkauf bei. Der …

… damalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) schätzte den langfristigen, volkswirtschaftlichen Gewinn für Deutschland auf über 8 Mrd. Euro. In Südafrika werden die Zahlen insgesamt etwas geringer ausfallen - aber allein die TV-Rechte sollen rund 1,6 Mrd. Euro gekostet haben. Damit ist auch die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent ein …

… Milliardengeschäft: Vor dem Turnier, während der Spiele und auch noch Wochen danach werden mit Produkten, die auch nur irgendwie WM-Bezug haben, erhebliche Summen umgesetzt. Viele Konzerne versprechen sich von dem vierwöchigen Kräftemessen einen Erlös- und Gewinnschub. Als Beweis dient der deutsche Sportartikler …

… Adidas. Der ständige Fifa-Partner und Ausrüster des DFB profitierte bereits im ersten Quartal von der Vorfreude auf den großen Kick: Um gut ein Viertel sind die Umsätze mit Fußbällen und Trikots im Auftaktquartal 2010 bei den Herzogenaurachern gestiegen.

Kein Wunder, dass Adidas bis Jahresende einen Umsatzrekord in diesem Bereich angekündigt hat. Mit gut einem Drittel Weltmarktanteil ist Adidas nach eigenen Angaben die führende Fußballmarke. Weitere …

… ständige Fifa-Partner sind: …

… Emirates, …

… Coca-Cola, …

… Hyundai-Motor, …

… Sony und …

... Visa. Sie legen jeweils rund 100 Mio. Dollar hin, um "offizieller Partner" zu sein.

Als sogenannte internationale WM-Partner fungieren …

… Anheuser-Busch Inbev, …

... Castrol (eine Marke des ...

... Ölkonzerns BP), ...

... der südafrikanische Mobilfunkkonzern MTN, ...

... der indische IT-Dienstleister Satyam und das deutsche Unternehmen ...

... Continental. Der deutsche Reifenproduzent war im vergangen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Dennoch verlängerte der in der Übernahme durch Schaeffler steckende Konzern den Sponsoringvertrag mit der Fifa und wird …

… auch 2014 in Brasilien als Partner des Weltverbandes auftreten. Nikolai Setzer, Vorstand der Continental Pkw-Reifensparte, begründet diesen Schritt damit, dass der Profi-Fußball sich "hervorragend bewährt hat", die "Markenbekanntheit in unseren Kernmärkten kontinuierlich zu steigern".

Genau das ist der Hauptgrund für die Unternehmen, als exklusiver WM-Sponsor aufzutreten und eine nicht unwichtige Summe an die Fifa zu überweisen. Bei der WM 2006 mussten die damals 15 Hauptsponsoren jeweils mehr als 40 Mio. Euro berappen. Nationale Förderer mussten immerhin noch 10 Mio. Euro überweisen. Ein Geschäft, dass sich nur lohnt, wenn durch einen erhöhten Bekanntheitsgrad das Geld über steigende Verkäufe wieder zurück in die Kassen der Unternehmen fließt.

Die Exklusivrechte sind also nicht billig, was allerdings seine Gründe hat. Die Fifa zog 2006 bis vor das Bundesgericht, um sich den Begriff "Fußball-WM 2006" schützen zu lassen.

Nach der WM in Deutschland stellte der Weltverband dann weltweit rund 3300 Verstöße fest. Den passenden Kommentar lieferte eine deutsche Zeitung: "Es ist ungefähr so, als würde sich BMW den Begriff 'Autofahren' patentieren lassen."

Dennoch gibt es rund um die WM 2010 Unternehmen, die auch ohne Obolus an die Fifa auf den WM-Zug aufspringen: Ferrero mit seinen diversen Produkten wie Nutella oder duplo - oder auch …

... Volkswagen ...

… mit seinen Team-Modellen gehören dazu.

Bei den Fußball-Weltfestspielen in Südafrika gibt es zudem noch sogenannte nationale Förderer, die sich vom Sponsoring etwas versprechen: Telkom, …

… Neo Africa, Prasa, First National Bank und BP. Der britische Ölmultii braucht ...

... nach dem "Deepwater Horizon"-Desaster am Golf von Mexiko dringend eine Imageaufwertung. Da kommt die Fußball-WM gerade recht.

Von einem guten Abschneiden der deutschen Mannschaft könnten die DFB-Partner profitieren – allen voran die Dax-Konzerne …

... Daimler (Mercedes-Benz), ...

... Deutsche Telekom, ...

... Lufthansa und ...

... Commerzbank. Aber auch ...

... Beiersdorf mit seinen Nivea for Men-Produkten und Bundestrainer...

... Jogi Löw als Werbefigur kann sich einiges von einem guten Turnierverlauf versprechen.

DFB-Partner sind zudem Sony, Coca Cola, Rewe, McDonald's und Bitburger. Die deutsche Brauerei konnte sich bei der WM 2006 - auch damals war man bereits DFB-Partner - als Gewinner fühlen: Im Mai und Juni meldete Bitburger eine Absatzsteigerung von zwölf Prozent im Vergleich zu den Zahlen aus 2005.

Anheuser, die 2006 die US-Biermarke Budweiser in den Stadien ausschenkten, und ...

... damit bei den Fans nicht punkten konnten, vermarktet in Deutschland zur diesjährigen Weltmeisterschaft die Ost-Marke Hasseröder als "offizielles WM-Bier".

2006 profitierten, diversen Untersuchungen zufolge, die Konzerne Adidas, Deutsche Telekom, McDonald's und Coca-Cola national betrachtet am meisten von der WM. International waren es Adidas, Coca-Cola, McDonald's und Hyundai. Daran dürfte sich auch in Südafrika nichts gravierendes ändern. Allerdings gibt es weitere Konzerne, die von der WM profitieren könnten. Allen voran …

… Nike. Der weltweite Branchenprimus unter den Sportartikelkonzernen will den Abstand zu Adidas im Fußball-Segment verkürzen.

Der US-Riese rüstet insgesamt zehn Teams aus: Australien, Serbien, USA, Südkorea, Slowenien und Neuseeland. Dazu kommen …

… die WM-Geheimfavoriten Brasilien mit Kaka, …

… Portugal mit dem derzeit teuersten Spieler der Welt Cristiano Ronaldo und die …

… England mit Strümerstar Wayne Rooney in Nike. Zum Vergleich: ...

Zum Vergleich: Adidas-Trikots tragen zwölf Teams, darunter Gastgeber Südafrika sowie Deutschland, …

… Argentinien um Weltfußballer Lionel Messi, …

… Europameister Spanien mit dem verletzten aber dennoch nominierten Fernando Torres, …

… Frankreich mit Bayern-Star Franck Ribery sowie Dänemark, Japan, Mexiko, Griechenland, Slowakei, Paraguay und Nigeria.

Bei der WM 2006 schlug der mittlerweile zum französischen Luxuskonzern LVMH gehörende Ausrüster Puma den Arrivierten ein Schnippchen und ...

... rüstete mit Italien erstmals einen Weltmeister aus. In Südafrika schicken die Herzogenauracher neben der Squadra Azzurra sechs weitere Teams ...

… ins WM-Rennen: Ghana, Elfenbeinküste (mit Chelsea-Star Didier Drogba), Algerien, Kamerun, Schweiz und Uruguay.

Auch Warren Buffett wird die Spiele am Kap der guten Hoffnung mit Spannung verfolgen und …

… wohl Chile die Daumen drücken. Die Südamerikaner werden von Brooks ausgestattet. Das Unternehmen gehört zum Firmenkonglomerat Buffetts um Berkshire Hathaway.

In China steht kollektives Daumendrücken für Nordkorea auf dem Programm. Das hat nicht nur politische Gründe, denn bei seiner zweiten WM-Teilnahme wird Nordkorea vom ...

… chinesischen Unternehmens Erke eingekleidet. Erke ist eine Marke von China Hongkong Sports Limited. Honduras wird gesponsert vom spanischen Anbieter Joma. Die Erhöhung der Bekanntheitsgrad dieser Firmen dürfte sich im Rahmen halten.

Bessere Chancen, ihren Bekanntheitsgrad weiter zu erhöhen und so mehr Umsatz zu generieren, dürften Unternehmen und Konzerne habe, für die Fußball-Stars selbst werben. LOreal schloss beispielsweise jüngst einen Vertrag mit Michael Ballack ab und gibt sich auch nach dessen verletzungsbedingter Absage erfolgssicher: In erster Linie sei die Kampagne produktbezogen und stehe nicht …

… im direktem Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft. Deshalb werde sie nach Ballacks WM-Aus auch nicht gestoppt, so das Unternehmen.

Ähnlich dürfte man es auch bei Gillette sehen. David Beckham pflegt sich mit den Produkten des US-Konzerns, kann aber auch verletzungsbedingt nicht auf südafrikanischem Rasen auflaufen. Lediglich als Co-Trainer ist "Becks" vor Ort.

Weitere Gewinner der Fußball-WM könnten neben Fifa-Partner Sony auch andere Elektronikkonzerne werden. Denn zu sportlichen Großereignissen steigen in der Regel deren Verkäufe. LG, …

... Samsung, ...

... Sharp oder auch ...

... Philips und ...

... Loewe aus Deutschland könnten zu den WM-Profiteuren gehören. Im ...

... ersten Quartal wies Loewe aber noch eine Erlösstagnation aus.

Metro, die die Unterhaltungselektronik in ihren beiden Fachmarkt-Ketten vertreibt, kann sich auch zu den WM-Gewinnern zählen.

Ebenfalls ein Profiteur der WM könnte der Softwareentwickler Electronic Arts werden, der ...

... wie auch zu anderen Fußball-Großereignissen, das offizielle Computerspiel dazu als PC- und Konsolenversion herausgibt. Aber auch …

… Unilever. Unilever? Ja, denn sie …

… vertreiben Bifi. Und in die beißt ...

... Bastian Schweinsteiger gern hinein. Und eben dieser könnte nach dem Ausfall Ballacks der deutsche Star dieser WM werden. Deutschland ...

... zum Titel führen. Das würde die allgemeine ...

... Stimmungslage im Land heben - wovon wiederum alle profitieren.

Auf gehts! (Bilder: dpa, Reuters, AP; Text: Thomas Badtke)

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