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Jeder Cent zählt: Das Sparpaket für Griechenland

 
Jeder Cent zählt: Das Sparpaket für Griechenland

Auf Griechenland kommen magere Zeiten zu. Das von der Staatspleite bedrohte Land will bis zum Jahr 2013 im Haushalt 30 Mrd. Euro einsparen. Darauf verständigte es sich mit dem Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank.

"Es stehen uns schwierige Jahre bevor", sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou in einer dramatischen Rede vor seinem Ministerrat.

Die Finanzkrise drohe sich für Griechenland und Euro-Zone von einem Feuer zu einem Flächenbrand auszuweiten. "Es zu löschen wird sehr kostspielig, und die Lasten, die die Griechen schultern müssen, sind noch schwerer."

"Ich habe alles getan und werde alles tun, damit das Land nicht bankrott geht", versicherte der Regierungschef. "Oberstes Gebot ist die Rettung des Vaterlandes."

Auf viel Verständnis kann Papandreou nicht hoffen – die angekündigten Sparmaßnahmen treiben viele Griechen seit Tagen zu lautstarken Protesten auf die Straße.

Doch sie werden sich wohl oder übel mit den Einschränkungen abfinden müssen – denn ohne die Sparmaßnahmen wird es die dringend benötigten Hilfen von der EU und dem IWF nicht geben.

Nun soll das Haushaltsdefizit bis 2014 von derzeit 13,6 auf 3 Prozent reduziert werden.

Für die Griechen bedeutet das unter anderem weitere Steuererhöhungen, drastische Gehaltskürzungen und ein späterer Renteneintritt.

Alle Staatsbediensteten erhalten acht Prozent weniger Lohn.

Statt Weihnachtsgeld und 14. Monatsgehalt bekommen alle, die brutto nicht mehr als 3.000 Euro verdienen, pauschal 500 Euro zu Weihnachten, 250 zu Ostern und 250 Euro für den Urlaub. Das gelte auch für den privaten Sektor, hieß es.

Auch auf Renten von mehr als 2.500 Euro gibt es kein Weihnachtsgeld und kein 14. Monatsgehalt mehr. Für alle anderen werde 400 Euro zu Weihnachten, 200 zu Ostern und 200 als Urlaubsgeld gezahlt.

Zudem wird zum zweiten Mal seit Jahresbeginn die Mehrwertsteuer um zwei Prozent erhöht, diesmal von 21 Prozent auf 23 Prozent.

Das Finanzministerium will zudem auch die Steuern für Luxusimmobilien und den Besitz von Schwimmbädern und Luxusautos erhöhen.

Die indirekten Steuern für Tabak, Spirituosen und Treibstoffe werden um zehn Prozent erhöht. Das ist die dritte Erhöhung seit Jahresbeginn.

Außerdem sollen die Steuern auf Gewinne von Glücksspielen steigen.

Bei dem Treffen der Euro-Finanzminister sollen nach Angaben von Diplomaten Kredite von mindestens 120 Mrd. Euro für drei Jahre beschlossen werden.

Allein in diesem Jahr rechnen die Euro-Staaten mit 30 Mrd. Euro, davon 8,4 Mrd. aus Deutschland. Zusätzlich bekommt das vom Staatsbankrott bedrohte Land 15 Mrd. Euro vom Internationalen Währungsfonds.

Ob Griechenland mit Hilfe all dieser Anstrengungen gerettet werden kann, ist noch unklar.

Und auch die Bevölkerung wird sich nicht so einfach mit den Sparmaßnahmen abfinden: Die Gewerkschaften machen bereits mobil. (dpa/rts)

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