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Aufschwung in den USA, Niedergang in Deutschland: Autobauer kämpfen sich frei

 
Aufschwung in den USA, Niedergang in Deutschland: Autobauer kämpfen sich frei

Amerika erholt sich allmählich von der Auto-Krise. Nach dem Beinahe-Kollaps von zweien der drei großen Hersteller in den USA ziehen die Verkäufe im Januar wieder an. Um15,4 Prozent legt der Markt im ersten Monat des Jahres zu.

Chrysler und General Motors müssen dazu aber den Weg durch die Insolvenz gehen. Ford hält sich dabei noch am besten und schafft es ohne staatliche Hilfe.

Dabei hilft das Programm "Cash for Clunkers", das der deutschen Abwrackprämie gleicht.

4500 Dollar gibt es für ein altes Auto beim Kauf eines Neuwagens. In den USA setzt man die Prämie aber gezielter für den Kauf von spritsparenden Automobilen ein.

Außerdem werden Autos mit hohen Rabatten in den Markt gedrückt. Gerade im Krisenjahr liefern sich die Hersteller auf dem US-Markt einen mörderischen Preiskampf. Es hilft aber alles nichts. Der Markt bricht 2009 um 21 Prozent ein.

Vor allem die großen Spritfresser werden zu Ladenhütern. Die Produktion des Hummer, die Marke hatte GM nach China verkauft, wird Mitte Januar gar eingestellt. Man hat noch ausreichend Fahrzeuge auf Halde.

Wir wollen uns die Zahlen der Autobauer auf dem US-Markt ansehen. Wie haben sich die Hersteller im wieder aufstrebenden Markt geschlagen?

Gleichzeitig blicken wir aber auch auf den deutschen Markt. Wer konnte hierzulande zulegen und wer hat trotz Abwrackboom Verluste zu verzeichnen?

General Motors hat den bitteren Gang durch die Insolvenz hinter sich. Opel wird behalten, Saab und Hummer sind verkauft. Auf zu neuer Größe. Bei GM will man wieder die Nummer eins werden. In den USA ist das im Januar gelungen. Mit einem Plus von 13,6 Prozent kann der Konzern aus Detroit kräftig zulegen.

Auf dem deutschen Markt ist Opel die stärkste Tochter von GM. Im Jahr 2009 beträgt der Marktanteil der Rüsselsheimer insgesamt 8,9 Prozent. 338.603 Autos werden angemeldet. Der Star ist überraschenderweise der Corsa. Der Astra könnte in diesem Jahr allerdings aufschließen. Er kommt erst im Herbst auf den Markt. Im Vorjahr werden 258.274 Autos zugelassen. Der Marktanteil liegt 2008 bei 8,4 Prozent.

Die zweite wichtige Marke von GM auf dem deutschen Markt ist Chevrolet. Diese fristet hierzulande aber eher ein Nischendasein. Ein Marktanteil von 0,8 Prozent und 31.259 Zulassungen sind nicht viel. Der Marktanteil steigt im Vergleich zum Vorjahr aber um 0,1 Prozent. 2008 werden 21.305 Autos der Marke zugelassen.

Ford schlägt sich von den US-Autobauern in der Krise am besten. Man muss kein Geld vom Staat einholen. Auch die Insolvenz bleibt dem Unternehmen erspart.

Auch weil man die kleineren Kompaktwagen aus Europa frühzeitig in den USA auf den Markt bringt. Der Focus ist das bestverkaufte Modell derzeit. Im Januar kann Ford um 24,1 Prozent zulegen. Der neue Ford Focus, der 2011 zunächst in den USA auf dem Markt kommen soll, wird es auch mit Elektro- und Hybridantrieb geben.

Auch in Europa setzt man auf den neuen Focus. In Deutschland kann Ford ebenfalls von der Abwrackprämie profitieren. 2008 werden noch 217.305 Autos der Marke zugelassen, was einem Marktanteil von sieben Prozent entspricht. 2009 sind es 290.620 Autos und ein Marktanteil von 7,6 Prozent.

Der US-Autobauer Chrysler gehört jetzt zu Fiat. Man sucht die heilsame Zukunft unter dem Dach des europäischen Kleinwagenspezialisten.

Das Grundproblem bleibt aber weiterhin bestehen: Die Modellpalette besteht immer noch aus Spritschluckern und großen Autos. Die Marke schafft es selbst im Aufschwung noch, acht Prozent zu verlieren.

In Deutschland werden die drei Marken Chrysler, Dodge und Jeep unter einem Dach zusammengefasst. Die drei können 2008 auf einen Marktanteil von 0,5 Prozent und 14.524 angemeldeten Autos zurückblicken.

2009 sind es nur noch 0,2 Prozent Marktanteil und 7705 angemeldete Autos. Besonders kommt die Marke Jeep unter die Räder. Aber auch Chysler selbst kann keinen Profit aus der Abwrackprämie schlagen.

Mein Gott, was ist nur mit Toyota los. Die Japaner standen fast sprichwörtlich für Qualität. Jetzt kommen sie mit Gaspedalen und Bremsproblemen nicht mehr aus den Schlagzeilen.

Im Januar gibt es auf dem US-Automarkt schon mal die Quittung dafür. Ein Minus von 8,7 Prozent ist in einem steigenden Markt schon ziemlich deftig. Erstmals seit zehn Jahren verkauft die Marke in den USA weniger als 100.000 Autos.

In Europa schlägt man sich in 2009 hingegen weitaus besser. Der Marktanteil steigt von 3,1 Prozent 2008 auf 3,6 Prozent. 2009 werden 138.498 Autos zugelassen, im Vorjahr waren es noch 96.781 Fahrzeuge.

Bei Volkswagen hat man große Ziele. Bis 2018 will sich der Konzern an die weltweite Spitze aller Automobilhersteller schieben.

In den USA liegt man da schon mal nicht schlecht. Im Januar gibt es ein Plus von 41,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Der Jetta, das Stufenheckmodell des Golf, ist dort besonders begehrt.

Auf dem deutschen Markt kann den Wolfsburgern niemand was vormachen. 805.262 Fahrzeuge der Marke werden 2009 zugelassen, was einem Marktanteil von 21,2 Prozent entspricht. 2008 sind es noch 19,9 Prozent und 615.299 Autos. Von solchen Zahlen träumen andere Hersteller.

Bei Daimler scheint man wieder auf Kurs zu sein. Die neue E-Klasse verkauft sich zunehmend besser, trotz Lieferschwierigkeiten beim neuen, kleinen Vierzylinder-Diesel. Die Einspritzdüsen bereiten Probleme.

In den USA kann Daimler im Januar 26,4 Prozent mehr Fahrzeuge absetzen als im Vorjahr.

Auf dem deutschen Markt sieht es hingegen im vergangenen Jahr noch düster aus. Der Marktanteil sinkt auf 7,4 Prozent von 10,6 im Jahr 2008. 2009 werden 282.527 Autos zugelassen; 2008 sind es noch 327.965.

BMW ist traditionell relativ stark in den USA. Die Marke ist dort noch höher positioniert als in Europa. Im BMW-Werk in Spartanburg werden die SUVs der Marke gebaut.

Besonders die großen Geländefahrzeuge verkaufen sich in Übersee gut. Kein Wunder, für dortige Verhältnisse sind sie eher mittelgroß. Im Januar legen die Bayern um 7,7 Prozent zu. Mini als Tochtermarke steigt mit 7,9 Prozent etwas stärker als BMW selbst.

Auf dem deutschen Markt tut sich BMW 2009 etwas schwerer. Sind es 2008 noch 284.767 Autos mit blauweißem Emblem, so schafft man letztes Jahr nur noch 258.041 Zulassungen. Der Marktanteil fällt von 9,2 Prozent auf 6,8. Mini wird dabei eingerechnet. Dort steigt der Absatz um rund 3000 Autos.

Hyundai gehört zu den großen Gewinnern auf dem US-Markt. Die US-Abwrackprämie beflügelt den Absatz der Koreaner.

Auch imJanuar gibt Hyundai Vollgas. Ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist erneut beeindruckend.

Auch auf dem deutschen Markt läuft es gut für die Marke. Im Zuge der Abwrackprämie steigt der Marktanteil von 1,7 auf 2,4 Prozent. 2008 sind es noch 51.677 Autos, während das Folgejahr 91.330 Zulassungen bringt.

Auch die Schwestermarke Kia kann sich in der Krise besser positionieren. In den USA werden die beiden Marken zusammen gezählt. Auf dem deutschen Markt profitiert die Marke ebenfalls stark von der Abwrackprämie. Der Marktanteil steigt von 1,1 Prozent 2008 auf 1,5 Prozent im vergangenen Jahr. 34.322 Autos werden 2008 zugelassen, 2009 sind es 55.379 Einheiten.

Porsche hat nicht nur in den USA schwer zu leiden. Das Image ist ramponiert nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von VW und Luxusautos verkaufen sich in Krisenzeiten auch schlecht.

In den USA kann die Marke im Januar erstmals seit langem wieder zulegen. Ein Plus von acht Prozent steht in den Büchern.

In Deutschland ist es in einem sinkenden Markt immer noch schwer. 2009 liegt der Marktanteil bei 0,4 Prozent. Ein Jahr zuvor sind es noch 0,5. 16.221 Autos werden damals zugelassen, letztes Jahr noch 15.343.

Renault spielt auf dem US-Markt keine Rolle. Die Franzosen haben in Übersee keine Eisen im Feuer.

Anders sieht es in Deutschland aus. Aber auch da muss die Marke ihren Titel als größter Importeur an Peugeot abgeben.

Dennoch steigt der Marktanteil von 4,8 Prozent 2008 auf 5,9 Prozent. Im vergangenen Jahr werden 225.965 Autos zugelassen, im Vorjahr sind es nur 147.167. Das Wachstum geht allerdings vor allem auf das Konto der hauseigenen Billigmarke Dacia, die überproportional von der Abwrackprämie profitiert.

Auch der französische PSA-Konzern verkauft in den USA so gut wie keine Autos. Lediglich als Importe wären die Peugeots und Citroën zu haben.

Auf dem deutschen Markt treten die beiden Marken getrennt auf. Bei Peugeot darf man sich über ein kräftiges Plus freuen. 2008 sind es 94.676 Autos, die zugelassen werden, was einem Anteil von 3,1 Prozent entspricht. 2009 steigt die Zahl auf 130.207 und einen Marktanteil von 3,4 Prozent.

Auch Citroën kann hierzulande zulegen. Werden 2008 noch 73.337 Autos zugelassen, sind es 2009 schon 101.370. Der Marktanteil steigt von 2,4 Prozent auf 2,7 Prozent.

Honda ist auf dem US-Markt ein ernstzunehmender Akteur. Die Japaner haben sich still und leise einen beachtlichen Marktanteil erobert.

Im Januar geht es für die Japaner in den USA um 2,9 Prozent nach oben.

Auf dem deutschen Markt tut sich der Importeur etwas schwer in den letzten Jahren. 2008 liegt der Marktanteil bei 1,3 Prozent bei 40.133 Zulassungen. Diese Zahl kann nur leicht auf 45.151 Autos gesteigert werden. Der Marktanteil hingegen sinkt auf 1,2 Prozent.

Auch Nissan erkämpft sich in den USA ein beachtliche Marktposition und sieht sich auf Augenhöhe mit Honda.

Im Januar legt die Marke in den USA um 16,1 Prozent zu. Der Zuwachs wird durch ein Minus bei der hauseigenen Edelmarke Infiniti etwas gedämpft.

In Deutschland haben die Japaner im Jahr 2008 einen Marktanteil von 1,5 Prozent. 45.746 Autos werden zugelassen. 2009 sind es 66.463 Einheiten bei einem Marktanteil von 1,7 Prozent. (Text: Markus Mechnich)

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