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Im MDax-Bassin schwimmen noch interessante Dinge.
Im MDax-Bassin schwimmen noch interessante Dinge.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dicke Fische im kleinen Teich: Drei Aktien für die MDax-Hausse

Von Egmond Haidt und Benjamin Feingold

Der MDax hängt bei seiner Rekordfahrt den Dax um Längen ab. Dank guter Wachstumsaussichten bleibt der Mid-Cap-Index im Fokus der Investoren. Drei Unternehmen glänzen aktuell am stärksten unter den MDax-Perlen.

Der MDax hat einen Lauf: Innerhalb von nur 24 Monaten ist er von 10.000 Punkte auf 17.000 Punkte hochgeschossen. In einem extremen Niedrigzinsumfeld stürzen sich Investoren auf Unternehmen, die das höchste Wachstum erwarten lassen. Zu den Top-Performern aus dem Index gehörte in den vergangenen Jahren unter anderem die Aareal Bank. Während etliche andere Banken mit der Verbesserung der Kapitalausstattung oder dem Abbau des Portfolios der hauseigenen Bad Bank beschäftigt sind, erntet der Immobilienfinanzierer die Früchte der Arbeit der vergangenen Jahre. Er hat frühzeitig die Chancen am Markt genutzt, um das Neugeschäft voranzutreiben und dennoch stark auf Profitabilität geachtet. Das spiegelt sich nun in einem starken Zinsüberschuss wieder.

Lukrativer Zukauf

Vorstandschef Wolf Schumacher hat Ende März zudem ein gutes Geschäft gemacht und den kleinen Konkurrenten Corealcredit zu einem deutlichen Abschlag auf den Buchwert übernommen. 2014 verbucht die Aareal Bank daher eine Zuschreibung auf den Firmenwert der Corealcredit von 150 Millionen Euro. Bereinigt um diesen Effekt soll das Konzernbetriebsergebnis auf 220 bis 240 Millionen Euro kräftig steigen. Schumacher, der nun die Integration der Corealcredit energisch vorantreibt, sieht die Aareal Bank auf einem guten Weg, um die Ziele für den Zeitraum 2015/16 zu erreichen. Und die harte Kernkapitalquote, die auf Basis der erst ab 2019 gültigen Basel-III-Regeln berechnet wird, kann sich mit derzeit 11,9 Prozent im Branchenvergleich mehr als sehen lassen.

First Lady bald Boss-Kunde?

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, ist eine Kennzahl zur Bewertung von Aktien. Hier wird der Kurs einer Aktie in Relation zum dem für den Vergleichzeitraum gegebenen bzw. erwarteten Gewinn je Aktie gesetzt.

Kurs einer Aktie / Gewinn je Aktie

Der Quotient gibt Auskunft darüber, mit welchem Vielfachen des Ergebnisses des letzten Geschäftsjahres die Aktie an der Börse zurzeit bewertet wird. Anders gesagt drückt das KGV aus, wie viele Jahre es dauern würde, bis das Unternehmen den Wert seiner Aktie als Gewinn erwirtschaftet hat.

Ebenso wie die Aareal Bank ist auch Hugo Boss auf Wachstumskurs. Der Konzern profitiert von der guten Entwicklung in den eigenen Läden und im Ausland. Vorstandschef Claus-Dieter Lahrs peilt für 2014 sowohl beim währungsbereinigten Umsatz als auch beim bereinigten operativen Gewinn ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an. Im Gesamtjahr will der Konzern 50 neue Läden eröffnen und damit den Bestand von aktuell rund 1000 Läden weiter aufstocken. Zugute kommt dem Konzern die Konjunkturerholung in Europa, erzielt Boss doch mehr als die Hälfte seiner Erlöse in der Heimatregion.

Lahrs treibt zudem den Ausbau des Geschäfts mit Damenmode weiter voran. Zuletzt war der Umsatzanteil mit Frauenbekleidung auf elf Prozent gestiegen. Für Wachstum in dem Bereich soll vor allem der neue Designer Jason Wu sorgen. Der Lieblingsschneider von US-First Lady Michelle Obama hatte am Jahresanfang seine erste Damen-Kollektion für Boss auf den Markt gebracht. Angesichts der guten Wachstumsperspektiven scheint die Aktie mit einem 2015er-KGV von 17,8 nicht zu teuer, wenngleich das Papier deutlich höher bewertet ist als der MDax mit einem KGV von rund 16. Üblicherweise ist der Index deutlich niedriger bewertet als der Dax, weil die Liquidität bei MDax-Werten wesentlich geringer ist. Deswegen haben Investoren Schwierigkeiten auszusteigen, ohne dass es zu kräftigen Kursrückschlägen kommt.

Fielmann meidet weiter das Internet

Mit einem KGV von knapp 27 ist Fielmann das Unternehmen aus dem MDax mit der fünfhöchsten Bewertung. Das zeigt wie optimistisch Investoren die weiteren Geschäftsperspektiven einschätzen. Der Konzern hat einen starken Start in das neue Geschäftsjahr hingelegt. Vom Einstieg in den Internethandel mit Brillen will Vorstandschef Günther Fielmann allerdings weiterhin nichts wissen. "Wenn ich eine optimal eingestellte und gut sitzende Brille verkaufen will, dann kann ich das nur im Kontakt mit dem Kunden", sagte der Firmenlenker. Er setzt stattdessen vielmehr auf einen weiteren Ausbau des Filialnetzes, vor allem in Nordrhein-Westfalen und den südlichen Bundesländern. Mittelfristig peilt er 700 Läden in Deutschland, 45 in der Schweiz und 40 in Österreich an. Wachstumspotenzial sieht der Konzern vor allem im Geschäft mit Gleitsichtbrillen, Kontaktlinsen und Hörgeräten. Kein Wunder, denn die Gleitsichtbrillen sind bis zu vier Mal so teuer wie herkömmliche Brillen. Die Margen und Geschäftsaussichten stimmen also bei diesen drei MDax-Perlen, auch dank der anhaltenden expansiven Notenbankpolitik in den USA und Europa.

Quelle: n-tv.de

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