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Ist das noch ein Einstiegsniveau?
Ist das noch ein Einstiegsniveau?(Foto: dpa)

Die Aktien-Rally geht weiter: Draghi kauft den Dax

Ein Gastbeitrag von Peter Brandstaeter

Die Dax-Party scheint trotz kleiner Hänger kein Ende zu finden. Jetzt den Einstieg zu finden ist jedoch alles andere als einfach. Doch die anderen Anlageklassen sehen blass aus.

Die Gelddruckpressen der Europäischen Zentralbank laufen seit gut einer Woche auf Hochtouren. Die europäische Notenbank will die Finanzmärkte in den kommenden eineinhalb Jahren mit mindestens 1.140 Milliarden Euro fluten – das entspricht fast exakt der Marktkapitalisierung der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Da Anleihen guter Bonität selbst bei langen Laufzeiten keinen Zins mehr bieten, wird ein großer Teil dieser zusätzlichen Liquidität in die Aktienmärkte fließen. Natürlich nicht nur in die deutschen Börsen – wäre dies aber der Fall, könnte Mario Draghi gewissermaßen den gesamten Dax kaufen. Das verdeutlicht die Größenordnung des Kaufprogramms der EZB.

Das Dax-Niveau von rund 12.000 Punkten macht einen Einstieg in Aktien allerdings nicht ganz einfach. In den wenigen Wochen seit Jahresanfang ist der deutsche Standardwerte-Index um mehr als 20 Prozent gestiegen. Damit hat er alle Kursprognosen der Analysten weit hinter sich gelassen. Trotzdem liegt sein Bewertungsniveau noch immer im langjährigen Durchschnitt. Als Kursindex, der wie international üblich die Dividenden nicht mit einrechnet, notiert der Dax sogar noch unter seinem Allzeithoch von vor 15 Jahren. Heute verdienen Allianz & Co. aber deutlich mehr als im Jahr 2000.

Anleihen 30 Mal teurer als Aktien

Noch extremer als der historische Vergleich bei Aktien fällt der mit Anleihen aus. Das 2015er-KGV des Dax beläuft sich zurzeit auf rund 15. Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit werden dagegen mit dem 450-fachen ihrer Rendite (= Gewinn) bewertet. Deutsche Staatsanleihen sind also circa 30 Mal teurer als Dividendentitel. Daran wird sich vorerst kaum etwas ändern. Denn die EZB hat gerade erst begonnen, massiv Anleihen zu kaufen. Die Renditen haben also kaum eine Chance, ins positive Terrain vorzurücken. Durch die Abschaffung der Zinsen zwingt die EZB die Anleger regelrecht, sich stärker Dividenden und damit Aktien zuzuwenden.

Peter Brandstaeter ist geschäftsführender Gesellschafter des Fonds Ladens und ein vehementer Befürworter von Investmentfonds als ideale Anlage für private und institutionelle Investoren.
Peter Brandstaeter ist geschäftsführender Gesellschafter des Fonds Ladens und ein vehementer Befürworter von Investmentfonds als ideale Anlage für private und institutionelle Investoren.

Auch die fundamentale Betrachtung spricht für Aktien. Zwar hat es lange gedauert, bis sich insbesondere die europäischen Unternehmen von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskriese erholt haben. Mittlerweile brummt aber ihr Geschäft. Außer vom Konjunkturaufschwung profitieren die Unternehmensgewinne zusätzlich vom preiswerten Öl und der Abwertung des Euros. Da die Lager voll sind, der Winter zu Ende geht und noch immer mehr Öl produziert als verbraucht wird, ist auch weiterhin mit günstigen Preisen für das schwarze Gold zu rechnen. Mit der Euro-Abwertung dürfte zwar demnächst Schluss ein – die Amerikaner werden sich das nicht endlos bieten lassen. Angesichts der anstehenden Leitzinserhöhung in den USA und der Gelddruckerei in Europa wird die Gemeinschaftswährung aber auch nicht stark aufwerten.

Nicht nur kurz- bis mittel-, sondern auch langfristig sind Aktien aussichtsreich. Dafür sorgt schon die Demographie. Die Vereinten Nationen erwarten, dass die Weltbevölkerung schon in zehn Jahren die acht Milliarden-Marke durchbricht. Gleichzeitig steigen in den Schwellenländern immer mehr Menschen in eine höhere Einkommensstufe auf. Der Bedarf an Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Konsumgütern wächst ständig weiter. Mehr Nachfrage schafft mehr Produktion. Damit steigen wiederum die Beschäftigungszahlen und die Einkommen. Das alles hält die Wirtschaft am Laufen.

Geopolitische Risiken eingepreist

Natürlich ist die Börse keine Einbahnstraße. Vor allem geopolitische Unsicherheiten wie die Machtspiele Russlands haben die Kurse zuletzt immer wieder belastet. Auch die Ausweichmanöver Griechenlands nerven nicht nur die europäische Politik. Beides ist aber längst in den Kursen eingepreist. Die Volkswirte und Bankanalysten sind sogar dabei, ihre Wachstumsprognosen für die europäischen Länder für das laufende Jahr teilweise nach oben anzupassen.

Stehen uns goldene Zeiten bevor? Eindeutige Antworten darauf wird man nicht finden, aber die Börsenampeln stehen nach wie vor auf Grün. Leider nehmen immer noch zu wenige Anleger an diesem Aufschwung teil. Allerdings steigt die Unzufriedenheit mit Sparbüchern, Termingeldern und anderen zinslosen Anlagen. Es ist noch nicht zu spät, am Aufschwung der Wirtschaft und der Aktienmärkte teilzunehmen. Für Investoren, die Risiken weitgehend einschränken wollen, bieten sich dafür Mischfonds oder Multi Asset Fonds an. Auf unserer Empfehlungsliste stehen derzeit u.a. der Pioneer Global Multi Asset Target Income (WKN A1T9RN) und der M & G Income Allocation Fund (WKN A1W6VL).

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Quelle: n-tv.de

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