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Mittwoch, 12. Juli 2017

Gewinn aus Anleihen und Krediten: Deutschland verdient an Griechenland-Krise

Die Schuldenkrise in Griechenland dauert an. Das spielt Deutschland in die Karten, denn einem Zeitungsbericht zufolge profitiert es davon.

Deutschland ist Profiteur von Krediten und Anleihekäufen zugunsten Griechenlands. Dabei seien Gewinne von etwa 1,34 Milliarden Euro erzielt worden, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Antworten des Bundesfinanzministeriums auf Fragen der Grünen im Bundestag. Demnach habe etwa ein Darlehen, das die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Griechenland 2010 mit Absicherung durch eine Bundesgarantie erteilte, 393 Millionen Euro an Zinsgewinnen erbracht.

Auch aus dem 2010 von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgelegten und 2012 beendeten Programm zum Ankauf von Staatsanleihen (SMP) flössen Gewinne an die Bundesbank und schließlich in den Bundeshaushalt, so das Blatt weiter. Seit 2015 habe sich der deutsche SMP-Gewinnanteil auf 952 Millionen Euro summiert.

"Die Zinsgewinne müssen endlich an Griechenland ausgezahlt werden. Es kann nicht sein, dass Wolfgang Schäuble mit griechischen Zinsgewinnen auch noch den deutschen Haushalt sanieren will", sagte der EU-Experte der Grünen im Bundestag, Manuel Sarrazin der "Süddeutschen Zeitung". Sven-Christian Kindler, haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, kritisierte: "Es mag zwar legal sein, dass Deutschland an der Krise in Griechenland verdient. Legitim im moralischen Sinne der Solidarität ist es nicht."

Quelle: n-tv.de

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