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MDax performt den Dax aus.
MDax performt den Dax aus.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 16. Mai 2017

MDax ist besser als Dax: Darum schlagen Nebenwerte Bluechips

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

Dax, Dow Jones und andere wichtige Indizes stehen auf Rekordniveau – da fällt es Anlegern vor allem psychologisch schwer, in die Aktienmärkte noch einzusteigen. Dabei ist ein Ende der Rally nicht in Sicht.

Die deutschen Bluechips bewegen sich auf Rekordniveau, von Euphorie kann aber keine Rede sein. Das wäre auch kaum angebracht. Vor allem Wachstumssorgen, Terrorfurcht und Populismus-Ängste belasten das Standardwerte-Barometer Dax.

Eine Börsenliga tiefer ist von Schwäche dagegen nichts zu spüren. Der MDax schwingt sich bereits seit einem halben Jahr von einem Allzeithoch zum nächsten. Und das ist weit mehr als eine Momentaufnahme. Der MDax ist - zurückgerechnet - vor 29 Jahren mit 1000 Punkten gestartet. Heute steht der Index rund 25 Mal höher: bei fast 25.000 Punkten. Anleger, die 1988 40.000 Euro in die MDax-Werte investiert haben, sind heute Millionär. Der der Dax stieg in dieser Zeit „nur“ um das gut Zwölffache - also rund halb so viel.

Für die deutlich bessere Performance der Werte aus der zweiten Reihe gibt es gute Gründe. Wie die großen-Dax-Konzerne erwirtschaften auch sie einen großen Teil - nämlich rund zwei Drittel - ihrer Umsätze im Ausland. Häufig agieren die mittelgroßen Firmen mit Spezialprodukten in Nischenmärkten, wo sie dann jedoch Weltmarkt- oder zumindest Technologieführer sind. Das schützt sie ein Stück weit vor Konkurrenz, macht sie krisenresistenter und sorgt für überdurchschnittlich hohe Gewinnmargen.

Zwar tummeln sich auch im Dax Unternehmen, deren Produkte rund um den Globus gefragt sind. Aber: Der Top-Index Dax schleppt seit vielen Jahren auch erfolglose Unternehmen mit durch, deren Probleme weit über die branchenüblichen Schwankungen hinausreichen. Dazu zählen der Stahlhersteller Thyssen-Krupp, die Finanzinstitute Commerzbank und Deutsche Bank oder die beiden Energieversorger Eon und RWE. Deren Verfehlungen bestrafen die Anleger mit langfristig schlechten Kursen. Dennoch steigen diese Unternehmen trotz enormer Kursverluste von 80 Prozent und mehr nicht aus dem Dax ab. Dafür sind sie einfach zu groß. Dasselbe gilt für die Automobilwerte. BMW, Daimler, VW und der Autozulieferer Continental erwirtschaften zwar rund ein Drittel der Gewinne der gesamten 30 Dax-Unternehmen. Die entsprechenden Aktien laufen dennoch nicht richtig rund. Grund ist die Sorge, dass die deutschen Autohersteller beim Umbruch der Branche unter die Räder kommen. Der Diesel ist halbwegs tot, in Sachen Elektromobilität dominieren jedoch bei Daimler & Co. bislang die Ankündigungen und weniger tatsächlich innovative Modelle. Dabei droht sich der Wettbewerb durch neue Konkurrenten wie Tesla oder chinesische Elektroautohersteller dramatisch zu verschärfen.

Frischzellenkur im MDax

Ganz anders ist dagegen die Entwicklung im Index der mittelgroßen Werte: Wer hier nicht gut genug ist, steigt ab. Mit den Baukonzernen Hochtief und Bilfinger, den Anlagebauern Gea und Krones sowie Südzucker und dem Rüstungskonzern Rheinmetall finden sich nur noch sechs Gründungsmitglieder im MDax, der insgesamt 50 Unternehmen umfasst. Damit sind fast 90 Prozent der Indexmitglieder im Laufe der Zeit ausgetauscht worden. Im Dax gilt das nicht einmal für die Hälfte der Gründungsmitglieder. Die oft gepriesene Konstanz bedeutet ein Festhalten an Unternehmen, die ihre wachstumsstärkste Zeit hinter sich haben - ein dicker Malus.

Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.
Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Die hohe Fluktuation im MDax wirkt wie eine permanente Frischzellenkur. Die "Luschen" steigen im Halbjahresrhythmus in den SDax ab und belasten nicht länger die Gesamtperformance. Die Aktiengesellschaften, die besonders gut abgeschnitten haben, steigen in den Dax auf. Häufig haben diese Firmen den Großteil ihrer Erfolgsgeschichte dann schon hinter sich.

Schließlich sind die Gewinne der MDax-Konzerne in der Vergangenheit stärker gestiegen als die Profite der Dax-Firmen. Seit 2010 schaffte die MDax-Familie ein Plus von 120 Prozent, die Dax-Konzerne brachten es in dieser Zeit lediglich auf einen Zuwachs von 20 Prozent.

Bei aller Begeisterung für den MDax sollten Anleger aber nicht daraufsetzen, dass künftige Börsen-Schwächen keine Auswirkung hätten. Denn eines hat die Vergangenheit gezeigt: Der MDax legte zwar immer dann zu, und das meist auch noch stärker, wenn die großen Indizes an den internationalen Börsen ebenfalls stiegen. Doch sobald die Aktienmärkte nach unten drehten, folgte ihnen der MDax auch in diese Richtung - wenn auch das Minus im Vergleich etwas kleiner ausfiel. An diesem Börsengesetz wird sich nichts ändern. Auch wenn der kleine MDax dem großen Dax bislang die Schau gestohlen hat.

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Quelle: n-tv.de

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