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Geht es im Galopp in den Jahresausklang?
Geht es im Galopp in den Jahresausklang?(Foto: picture alliance / dpa)

Jahresendrally läuft: Börsen wieder auf Erholungskurs

Nach den schwachen Monaten August und September gab es im Oktober und im November wieder deutliche Erholungstendenzen zu sehen. Eine gute Ausgangsbasis für die Fortsetzung der laufenden Jahresendrally, meint Chartanalyst Ralf Goerke.

"Kommt die Jahresendrally?" lautete die Überschrift zu meiner letzten Analyse vor vier Wochen. Damals war das Fazit, dass es ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis gibt, dieses Jahr eine Jahresendrally an den Börsen zu erleben. Anleger, die sich mit Neuinvestitionen zurückgehalten hatten und damit dem allgemeinen Kursrückgang der beiden schwachen Vormonate ausgewichen waren, sollten jetzt wieder über erste Käufe in trendstarken Qualitätsaktien nachdenken, so die Empfehlung vor einem Monat.

Seither stiegen die Börsen weltweit im Durchschnitt um 0,75 Prozent. Die deutschen Indizes erzielten dabei folgende Performance: Dax (+3,4%), TecDax (+1,3%), MDax (+0,70%). Der SDax blieb unter Schwankungen unverändert. Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes lag im November für die 50 hier regelmäßig untersuchten internationalen Indizes bisher bei 28:22 – ein kleiner Überhang auf der Seite der Bullen. Insgesamt liegen die Börsen weltweit seit Jahresbeginn im Durchschnitt mit 6,0 Prozent im Plus.

Dass wir uns mitten in einer Jahresendrally befinden, zeigt uns sehr schön der Aktienklima-Indikator (Bild 1).

Seit seinem zweiten Tief Ende September bei 0,9 strebt der Indikator unbeirrt und vehement nach oben. Daraus lässt sich erkennen, dass das durchschnittliche Momentum (Schwungkraft) an den wichtigsten internationalen Börsen wieder ansteigt.

Vor wenigen Tagen konnte er sogar seinen Schwellenwert (1,0) das erste Mal seit Ende Juli wieder nach oben durchbrechen. Dies bedeutet, dass wir nach der Interpretation dieses Modells vom Stadium einer allgemeinen Bearmarket-Rally in das Stadium einer allgemeinen Erholung an den Börsen wechseln. Würde in den nächsten Tagen auch die steigende Durchschnittslinie (blau) diesen Durchbruch schaffen, ergäbe sich aus dem jetzt noch "kleinen Kaufsignal" ein "großes Kaufsignal" (s. blaue Pfeile) für den Momentuminvestor. Dann befänden wir uns nämlich im Stadium einer weltweiten Hausse an den Börsen!

Das Trendbarometer zeigt für die internationalen Börsen derzeit noch ein gemischtes Bild (Bild 2). In der langfristigen Bewertung belasten uns die schwachen Monate August und September immer noch. Das ist gut an der blauen Langfrist-Nadel zu erkennen, die sich nur sehr langsam verändert. Sie zeigt uns für die Bewertung der Börsen immer noch ein "mangelhaft" (Note 5) an. Sehr viel erfreulicher sieht es da schon in der Bewertung des mittelfristigen Trends aus. Hier zeigt uns die orangefarbene Nadel eine Bewertung von 2,4 – als zwischen "gut" und "befriedigend". Da aber auch die rote Nadel, die den kurzfristigen Trend an den Börsen bewertet, nur ein "ausreichend" zeigt, liegen wir in der Gesamtbewertung aktuell nur bei einer "guten 4" (grüne Nadel).

 

Wie sich dieses Trendbarometer von Woche zu Woche verändert, können Sie zur Ihrer eigenen Orientierung auf meiner Website www.momentumstrategie.de verfolgen.

Ein ebenfalls gemischtes Bild mit optimistischem Grundton vermittelt uns die Gegenüberstellung von positiv und negativ zu bewertenden Indikatoren in den 50 wichtigsten internationalen Indizes (Bild 3). Der positive Grundton resultiert aus dem Überhang der bullishen Kräfte (blaue Anteile) in vier der insgesamt sieben Balken.

Eine Gegenüberstellung der weltweit steigenden (blaue Linie) mit den weltweit fallenden Aktien (rote Linie) macht deutlich, dass wir uns nun nach zwei längeren Trendphasen von Mitte August bis Anfang Oktober (bearisher Trend) und von Anfang Oktober bis Anfang November (bullisher Trend) in einer Art "Schiebezone" befinden (s. gestrichelte Linien). Derartige Phasen sind quasi Übergangsphasen, in der die Kräfteverteilung zwischen Bullen und Bären an den Börsen unklar ist und deshalb einem kurzfristigen Wechsel unterliegt (Bild 4). Wie auch schon anhand der letzten "Schiebezone" von Mitte Juli bis Mitte August ersichtlich, erwächst aus einer solchen Phase der nächste nachhaltige Trend. Ein erstes Indiz für die Richtung dieser kommenden Trendphase könnte ein Bruch der eingezeichneten gestrichelten Begrenzungslinien sein wie das auch schon Mitte August der Fall war (Beginn des allgemeinen Kursrückgangs an den Börsen). Aktuell ist die Anzahl der Aktien im Aufwärtstrend etwas größer als die im Abwärtstrend.

Fazit: Die technischen Indikatoren zeigen uns derzeit ein zum Teil gemischtes Bild mit positivem Grundton. Die Geldpolitik der Notenbanken und die für Aktieninvestments gute Jahreszeit sollten dem freundlichen Trend an den Börsen weiterhin Unterstützung bieten. Aktienanlagen können somit mit einem guten Chance/Risiko-Verhältnis gehalten werden.

Mehr Informationen zur Strategie von Ralf Goerke und einem ausführlichen Video zu den hier gezeigten Grafiken sowie seinem wöchentlich aktualisierten Trendbarometer finden Sie auf seiner Website unter: www.momentumstrategie.de.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: n-tv.de

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