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Wacker macht bei Siltronic Kasse. Der Siltronic-Kurs gibt deutlich nach.
Wacker macht bei Siltronic Kasse. Der Siltronic-Kurs gibt deutlich nach.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Unerwartete Gewinnmitnahmen: Wacker lässt Siltronic-Kurs abstürzen

Vor nicht einmal zwei Jahren bringt Wacker Siltronic an die Börse. Seitdem hat sich der Kurs fast verdoppelt. Nun macht Wacker Kasse und reduziert seinen Anteil an der Tochter deutlich. Der Siltronic-Kurs schmiert ab.

Wacker Chemie hat einen Teil der Beteiligung an dem Wafer-Hersteller Siltronic verkauft und  damit einen Kursrutsch bei seinem Tochterunternehmen ausgelöst. Siltronic, die am Dienstag einer der Topgewinner im TecDax gewesen waren, brachen zeitweise mehr als 8 Prozent ein. Am Ende waren es etwa 6,5 Prozent. Sie waren damit die Topverlierer im Techwerte-Index. Wacker wiederum gaben im MDax knapp 1,8 Prozent ab.

Der Chemiekonzern Wacker hatte bekanntgegeben, bei seiner Tochter Siltronic die Mehrheit abzugeben. Damit erlöst er aus dem Aktienverkauf 352 Millionen Euro. Die beauftragten Banken platzierten über Nacht 6,3 Millionen Siltronic-Aktien zum Preis von je 55,85 Euro bei institutionellen Investoren

Der Anteil an der auf Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie spezialisierten Tochter sinkt den Angaben zufolge damit von knapp 52 Prozent auf etwa 31 Prozent. Der Familienkonzern hatte seit längerem angekündigt, die Beteiligung an der Tochter reduzieren zu wollen. Dennoch kann Wacker bei der Tochter immer noch mitreden. Der Anteil ist gegenwärtig noch gut eine halbe Milliarde Euro wert.

Wacker-Schritt überzeugt

Am Aktienmarkt kam der Schritt an sich gut an. "Wir denken, dass es eine gute Entscheidung des Wacker Managements war Gewinne mitzunehmen", lobte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. "Der Verkauf wird die Komplexität der Wacker Gruppe reduzieren und den Fokus auf das verbleibende Kerngeschäft mit den drei Chemie-Segmenten und Polysilicon lenken."

Wacker hatte Siltronic im Juni 2015 an die Börse gebracht - zu einem Preis von 30 Euro je Aktie. Er hat sich seither beinahe verdoppelt. Damit begründete auch Wacker-Chef Rudolf Staudigl den Verkauf: "In Verbindung mit dem günstigen Marktumfeld der Halbleiterbranche eröffnet sich für uns die Gelegenheit, die Beteiligung an Siltronic deutlich abzubauen und damit wie geplant in die Minderheit zu gehen."

Quelle: n-tv.de

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