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Dienstag, 18. April 2017

Aktie schießt nach oben: VW überrascht mit hohem Gewinn

Der VW-Konzern befreit sich weiter von den Nachwehen des Dieselskandals: Im ersten Vierteljahr verdient der Autobauer mehr als vier Milliarden Euro und damit deutlich mehr als erwartet. Dabei verkaufen die Wolfsburger allerdings weniger Autos als im Vorjahr.

Volkswagen kommt bei der Sanierung seiner Hauptmarke VW voran. Der Betriebsgewinn des Konzerns legte im ersten Quartal binnen Jahresfrist um fast ein Drittel auf 4,4 Milliarden Euro zu, wie Volkswagen auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Das liegt etwa 10 Prozent über den Analystenprognosen. Anleger reagierten begeistert: Die Aktie des weltweit größten Autoherstellers verteuerte sich um bis zu 5,3 Prozent auf 138,05 Euro.

Grund für den überraschend hohen Gewinn sei eine Verbesserung des Ergebnisses der Hauptmarke VW, das bei 0,9 Milliarden Euro gelegen habe. Dazu hätten neben der erfolgreichen Markteinführung des neuen SUV Tiguan und guten Ergebnissen auf den westeuropäischen Märkten auch Kostensenkungen bei VW beigetragen. Die Kernmarke ist wegen ihrer Ertragsschwäche ein Sorgenkind des VW-Konzerns, der zuletzt von ertragreicheren Töchtern wie Porsche und Audi profitierte.

Im Gesamtjahr rechnet Volkswagen weiter mit einer operativen Rendite zwischen 6 und 7 Prozent. Konzernchef Matthias Müller erwartet nach früheren Angaben für 2017 konzernweit ein Umsatzplus von bis zu 4 Prozent. Die vollständigen Zahlen werden am 3. Mai veröffentlicht.

Verkäufe jedoch leicht gesunken

Volkswagen folgt mit der überraschend guten Zahlenvorlage der Daimler AG. Der Stuttgarter Autokonzern hatte vergangene Woche ebenfalls wegen einer besser als am Markt erwarteten Entwicklung Eckzahlen für das erste Quartal präsentiert.

Im Gegensatz zum Rivalen, der in den drei Monaten dank starker Verkäufe in China deutlich mehr Premiumautos verkaufte, konnte VW die Absätze allerdings nicht steigern. Sowohl bei der Marke als auch im Konzern sanken die Verkäufe im Quartal leicht. Im ersten Quartal 2017 gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum daher einen Rückgang der Verkäufe um 0,5 Prozent auf knapp 2,5 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge. Für das zweite Quartal rechnen die Wolfsburger aber mit einer Trendwende im weltgrößten Automarkt.

VW knüpft mit dem Milliardengewinn zum Jahresstart an die Entwicklung des Vorjahres an. 2016 hatte VW trotz hoher Belastungen für den Abgasskandal ein operatives Ergebnis von 7,1 Milliarden Euro erzielt. Im Jahr davor hatte VW wegen der hohen Kosten für den Skandal mit knapp 1,6 Milliarden Euro den ersten Verlust seit 22 Jahren verzeichnet.

Quelle: n-tv.de

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