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VW-Chef Matthias Müller will der Forderung der EU-Kommission nicht nachkommen.
VW-Chef Matthias Müller will der Forderung der EU-Kommission nicht nachkommen.(Foto: dpa)

EU-Kommission beißt auf Granit: VW: Keine Gutscheine für Kunden in Europa

In den USA bekommen von den Abgasmanipulationen betroffene VW-Kunden Gutscheine. Die EU-Kommission will, dass europäische Geschädigte gleich behandelt werden. Der Konzern lehnt dies ab - und verweist auf den schon kommende Woche beginnenden Rückruf.

EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska hat bei einem Treffen mit Volkswagen-Chef Matthias Müller darauf bestanden, betroffene Volkswagen-Kunden in der EU genauso wie US-Kunden zu entschädigen. In den USA bekommen VW-Kunden je 1000 Dollar bestehend aus Bargeld und Gutscheinen für VW-Händler.

Die EU-Kommissarin habe von Müller Details dazu gefordert, wie der Konzern die entstandenen Probleme beheben will, teilte eine Sprecherin mit. Zudem wolle Bienkowska Klarheit über die Abweichungen beim CO2-Ausstoß sowie beim Spritverbrauch von betroffenen Autos.

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Müller sicherte laut EU-Kommission zunächst allgemein seine Kooperation zu. Der Konzern lehnte es in einer Mitteilung später jedoch ab, wie in den USA auch hierzulande Gutscheine auszugeben. Die Situation in den USA und Kanada sei nicht mit der in anderen Märkten vergleichbar, hieß es. "Dort werden die Kunden wahrscheinlich länger auf geeignete Lösungen warten, als in den meisten anderen Ländern." Daher könne die Aktion nicht einfach auf andere Märkte übertragen werden.

EU-Parlament richtet U-Ausschuss ein

Volkswagen kündigte an, dass der Rückruf von Autos mit manipulierten Stickoxidwerten in Europa in der nächsten Woche beginnt. Das Unternehmen arbeite derzeit an einem Gesamtpaket für alle betroffenen Märkte, um den Nachbesserungsprozess für die Kunden so angenehm wie möglich zu gestalten. Den Auto-Besitzern entstünden zudem durch die Reparatur ihrer Wagen keine Kosten.

Auch das Europäische Parlament will Konsequenzen aus der Abgasaffäre ziehen und hat in Straßburg die Mitglieder eines 45-köpfigen Untersuchungsausschusses benannt. Er soll möglichen Verstößen der Autoindustrie gegen das Unionsrecht für Emissionsmessungen nachgehen, wie das Parlament mitteilte. Zudem soll der Ausschuss vermutete Versäumnisse der EU-Kommission und der Mitgliedstaaten untersuchen.

Ein Zwischenbericht soll binnen sechs Monaten vorliegen, der Abschlussbericht mit endgültigen Ergebnissen spätestens Anfang 2017. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die deutschen Europaabgeordneten Rebecca Harms (Grüne), Ismail Ertug (SPD) und Sven Schulze (CDU). Der Ausschuss wird seine erste Sitzung für Februar einberufen und den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter wählen.

Quelle: n-tv.de

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