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Ahnungslos am Steuer? Nach Konzerndarstellung erfuhr Winterkorn erst im September 2015 von der Existenz des "Defeat Device".
Ahnungslos am Steuer? Nach Konzerndarstellung erfuhr Winterkorn erst im September 2015 von der Existenz des "Defeat Device".(Foto: REUTERS)
Freitag, 13. Januar 2017

Kronzeugen belasten Winterkorn: VW-Chef soll seit Jahren alles gewusst haben

Wann erfuhr die Konzernspitze von den Abgasmanipulationen? Die Frage könnte über Milliardenansprüche von Anlegern gegen VW entscheiden. Kronzeugen legen einem Bericht zufolge nun nahe, dass Winterkorn bereits 2012 oder 2014 informiert wurde.

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW könnte der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn der "Süddeutschen Zeitung" zufolge deutlich früher über die Vorgänge informiert gewesen sein als bisher bekannt. Wie die Zeitung berichtet, sagten Kronzeugen im Gespräch mit US-Ermittlern aus, sie hätten 2012 und 2014 mit einem engen Vertrauten Winterkorns über eine illegale Software in den Diesel-Fahrzeugen auf dem US-Markt gesprochen.

Einer der Zeugen sagte demnach, er sei davon ausgegangen, dass dies an den Vorstandschef weitergereicht werde. 2014 soll der Vertraute Winterkorns dann sogar gesagt haben: "Ich muss mit dem Chef sprechen." Im Juli 2015 habe ein Ingenieur die Problematik bei einem Termin mit Winterkorn geschildert, wobei dieser so gewirkt habe, als wisse er längst davon.

Die Kronzeugen sind den Angaben zufolge Ingenieure aus der Diesel-Entwicklung, die bei den Manipulationen mitgewirkt haben. Nach offizieller Darstellung von Volkswagen erfuhr Winterkorn erst im Spätsommer 2015 von den Vorgängen.

Der frühere Vorstandschef musste sein Amt niederlegen, nachdem die Vorwürfe im September 2015 ans Licht kamen. Vor allem in den USA bescherte der Skandal dem Wolfsburger Autobauer Straf- und Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

Quelle: n-tv.de

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