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Unicredit-Hauptsitz in Mailand.
Unicredit-Hauptsitz in Mailand.(Foto: REUTERS)

Aktionäre sehr unzufrieden: Unicredit verzeichnet Gewinneinbruch

Die italienische HypoVereinsbank-Mutter Unicredit hat sehr viele Baustellen - Gewinn und Aktienkurs sinken. Vorstandschef Ghizzoni gerät unter Druck.

Die italienische Großbank Unicredit ist im vergangenen Jahr wieder in schweres Fahrwasser geraten. Die niedrigen Zinsen, die anhaltend schwierige Lage für Banken in Italien und Einbrüche im wichtigen Osteuropa-Geschäft ließen den Gewinn vor Steuern um ein Drittel fallen, wie Unicredit in Mailand mitteilte. Nur dank einer niedrigeren Steuerlast schrumpfte der Überschuss lediglich um 16 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Zum Gewinnrückgang trugen auch die Kosten für den Konzernumbau, Abschreibungen auf Beteiligungen sowie höhere Belastungen durch neue regulatorische Auflagen bei. Die Erträge gingen leicht auf 22,4 Milliarden Euro zurück. Um die Aktionäre bei der Stange zu halten, soll die Dividende unverändert bei 12 Cent je Anteil liegen - diese könne bar oder in Aktien der Bank bezahlt werden.

Damit versucht Vorstandschef Federico Ghizzoni, sich eine Atempause zu verschaffen. Er steht bei Aktionären unter erheblichem Druck. Erst am Montag hatte der italienische Unternehmer Leonardo Del Vecchio, der rund zwei Prozent der Unicredit-Anteile besitzt, einen Wechsel an der Konzernspitze gefordert.

Ghizzoni hatte im November einen harten Sparkurs angekündigt. Dabei sollen 18.200 Stellen wegfallen. Davon betroffen ist auch die deutsche Tochter HypoVereinsbank. Hier sollen in den kommenden drei Jahren 1200 Stellen in der Münchener Zentrale sowie noch 800 Stellen in den Filialen wegfallen. Rund 700 Stellen in den Filialen sind bereits gestrichen worden. Die HVB will am Mittwoch ihre Jahresbilanz vorlegen.

Aktie verliert fast die Hälfte an Wert

Besonders schwer trifft es Österreich. Dort will der Unicredit-Konzern das zuletzt enttäuschende Filialgeschäft mit rund 1,6 Millionen Kunden seiner Bank Austria verkaufen. Zudem soll die Zentrale des Osteuropageschäfts von Wien nach Mailand verlagert werden.

Allerdings konnte Ghizzoni mit seinem Kurs die Anleger nicht überzeugen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 45 Prozent an Wert verloren. Es ist der stärkste Absturz einer europäischen Großbank und übertrifft noch den Rückgang bei der Deutschen Bank. Am Dienstag verloren Unicredit-Papiere nach Bekanntgabe der Zahlen kräftig.

Quelle: n-tv.de

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