Aktien
Wohin fließt das Geld, wenn sich die Tapering-Wirbel legen?
Wohin fließt das Geld, wenn sich die Tapering-Wirbel legen?(Foto: REUTERS)

Solide Unternehmensgewinne: UBS setzt auf Schwellenländer

Eine ganze Reihe aufstrebender Wirtschaftsmächte stemmt sich gegen den Absturz ihrer Währungen: Doch trotz aller Unruhe zeigen sich Anlagestrategen optimistisch. Die Experten der Schweizer Großbank UBS etwa erwartet ein zufriedenstellendes Jahr.

Trotz der jüngsten Währungsturbulenzen in den Schwellenländern rechnet die UBS mit einer Stabilisierung der dortigen Aktienmärkte in den kommenden Wochen. Anleger in den betroffenen Regionen würden letztlich noch ein zufriedenstellendes Jahr 2014 erleben, heißt es. Zum Jahresende dürfte der MSCI-Index Global Emerging Market (GEM) bei 1100 Punkten liegen, was auf Dollar-Basis einen Anstieg von 10 Prozent bedeuten würde, erklärten die UBS-Experten.

Ein wichtiger Treiber dürften die Gewinne der Unternehmen sein. Seit 2010 sei das Wachstum des Gewinns je Aktie in den Schwellenländern deutlich zurückgegangen. Für 2014 rechnet die UBS nun mit einem Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Höheres BIP erwartet

Auslöser dafür ist, dass die Analysten für die aufstrebenden Staaten ein höheres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts erwarten. Es dürfte um 0,6 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent steigen. Noch wichtiger sei das erwartete Wachstum von 7,8 Prozent in China. Denn die beste Konstellation für Schwellenländer sei eine starke Expansion in China und eine schwache in den USA.

Zudem dürfte die Währungsschwäche nicht so ausgeprägt ausfallen wie 2013. Die UBS empfiehlt Anlegern, asiatische Aktien zu übergewichten. Konkret genannt werden China und Südkorea, zudem Mexiko, Peru und Ungarn. "Underweight" lautet dagegen das Votum für Brasilien, Südafrika, die Türkei und die ASEAN-Staaten.

Die Bewertung der Schwellenländer-Aktien ist aus Sicht der UBS gemessen an den konventionellen Standards eher niedrig, insbesondere im Vergleich zu Anleihen aus dieser Ländergruppe. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien liege bei 10,1. Das entspreche einem Abschlag von 31 Prozent zum Durchschnitt der entwickelten Ländern, womit dieser Abstand auf einem Siebenjahreshoch liege.

Citigroup hält es mit Brasilien

Anders als UBS ist die Citigroup für Brasilien weniger pessimistisch gestimmt. Sie widerspricht in einer Studie zu den Emerging Markets der landläufigen Auffassung, dass die dortige Wirtschaft im Vergleich mit anderen Schwellenländern besonders sensibel auf die Probleme der Weltwirtschaft reagiere. Brasilien verfüge über Währungsreserven von 376 Milliarden Dollar, was das 4,2-fache der kurzfristigen Staatsschulden im Ausland sei. Die ausländischen Direktinvestitionen hätten sich 2013 auf 62 Milliarden Dollar summiert, was 79 Prozent des Leistungsbilanzdefizites abdecke.

Zwar ist die Citigroup kurzfristig auch nicht optimistisch für brasilianische Aktien gestimmt. Doch sieht sie das Problem nicht bei den Finanzen, sondern vor allem an einem ineffizienten Staat, dem die Stimulierung der Wirtschaft nicht recht gelinge. Außerhalb des Landes gebe es attraktivere Anlagemöglichkeiten, räumen die Analysten ein. Wer aber in Brasilien investieren wolle oder müsse, sollte dafür Rohstoff- und Export-orientierte Werte und Unternehmen mit starkem Engagement in anderen Märkten und in anderen Währungen ins Auge fassen.

Analysten der Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) dagegen geben Aktien der entwickelten Märkte gegenüber jenen der Schwellenländer den Vorzug. Insbesondere Papiere europäischer Zykliker seien zu empfehlen. Die französischen Unternehmen verfügten insgesamt über eine schwache Dynamik und eine geringe Wettbewerbsfähigkeit.

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Quelle: n-tv.de

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