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Übersee-Stahlwerk verkauft: Thyssenkrupp schürt Anlegerfantasien

Rund zwölf Milliarden Euro investiert Thyssenkrupp ins amerikanische Stahlgeschäft, darunter in den Bau eines Werks in Brasilien. Doch dort erlebt der Konzern eine Pleitenserie, die Milliarden kostet. Nun ist damit Schluss, die Anleger freut's.

Zur Wochenmitte stechen die Aktien von Thyssenkrupp aus dem deutschen Börsenleitindex Dax heraus. Die Papiere des Stahlriesen legten in der Spitze mehr als 6 Prozent zu und pendelten sich danach um einen Aufschlag von 5,5 Prozent ein. Sie waren damit größter Dax-Gewinner, der in einem positiven Gesamtmarktumfeld selbst die 12.000er Marke übersprang. Die Thyssenkrupp-Aktien tendierten so hoch wie zuletzt vor anderthalb Jahren.

Den Grund für den Kurssprung sehen Händler im Verkauf eines brasilianischen Stahlwerkes des Konzerns. Das Stahlwerk CSA geht für 1,5 Milliarden Euro an den Konkurrenten Ternium. Das liege zwar unter dem Buchwert von 2,4 Milliarden Euro, schrieben die Analysten der DZ Bank. Durch den Verkauf werde ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht, hieß es. "Das negative Kapitel 'Steel America' kann geschlossen werden." Zudem habe das Management betont, dass keine Kapitalerhöhung notwendig sei.

Analysten zufrieden

Auch bei Jefferies hieß es: "Damit haben sie eine permanente Sorge der Investoren aus dem Weg geräumt". Zudem habe es Spekulationen über einen noch geringeren Verkaufspreis von um die eine Milliarde Euro gegeben.

Bei der Commerzbank (Coba) hieß es, der Verschuldung und die Abhängigkeit vom Stahlsektor zurück. Künftig trage das verbleibende Stahlgeschäft in Europa nur noch mit 25 Prozent zum Ebit bei, das Aufzugsgeschäft dagegen mit 50 Prozent.

Insgesamt hatte Thyssenkrupp rund zwölf Milliarden Euro in sein Stahlgeschäft in Amerika gepumpt. Insbesondere der Bau des Brasilienwerks war von Pleiten, Pech und Pannen begleitet. Die Anlage fuhr Milliardenverluste ein.  

Quelle: n-tv.de

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