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In der europäischen Stahlsparte und im Anlagenbau hat Thyssenkrupp Einbußen.
In der europäischen Stahlsparte und im Anlagenbau hat Thyssenkrupp Einbußen.(Foto: dpa)

Trotz ansteigenden Gewinns: Stahlgeschäft bremst Thyssenkrupp aus

Ausgerechnet im so wichtigen Stahlgeschäft bekommt Thyssenkrupp die Krise wieder zu spüren. Das Ergebnis legt zwar erneut zu, doch die Sparte enttäuscht. Anleger sind vorsichtig optimistisch.

Das kriselnde europäische Stahlgeschäft macht Thyssenkrupp weiter zu schaffen. Zwar konnte der Konzern seinen operativen Gewinn zwischen Oktober und Dezember insgesamt um 40 Prozent auf 329 Millionen Euro steigern. Doch größte Gewinnbringer waren im ersten Quartal einmal mehr die Geschäfte mit Aufzügen und Autoteilen. In der europäischen Stahlsparte und im Anlagenbau kämpft Thyssenkrupp mit Einbußen.

Beim Umsatz erreichte das Unternehmen nun 10,1 Milliarden Euro, nach 9,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand mit acht Millionen Euro wieder ein Gewinn. Im ersten Quartal 2015 hatte Thyssenkrupp noch einen Verlust von 23 Millionen Euro nach Dritten geschrieben. Die Analysten hatten auf ein Ergebnis von 92 Millionen Euro gehofft, bei Einnahmen von 9,8 Milliarden Euro.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger bekräftigte die Prognose, wonach der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2016/17 auf rund 1,7 Milliarden Euro von zuletzt 1,5 Milliarden steigen soll. "Wir bauen den Anteil der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte aus. Das ermöglicht uns, in Zukunft stabilere Ergebnisse zu erwirtschaften und profitabel zu wachsen", sagte der Manager.

Stahlgeschäft leidet unter Preisdruck

Hiesinger treibt seit seinem Amtsantritt 2011 den Umbau des Konzerns weg vom schwankenden Stahlgeschäft und hin zu den Technologiegeschäften voran. Er will die Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel fusionieren. Die Gespräche ziehen sich jedoch hin. Das Stahlgeschäft leidet unter Preisdruck, Überkapazitäten und Billig-Importen aus China.

Während der operative Gewinn in der europäischen Stahlsparte auf 28 Millionen Euro von 51 Millionen Euro fiel, konnte der Konzern im US-amerikanischen Stahlgeschäft aufatmen. Steel Americas mit dem jahrelang Verluste schreibenden Werk in Brasilien fuhr mit der einzigen Produktionsstätte einen Gewinn von 37 Millionen Euro nach einem Verlust von 74 Millionen im Vorjahreszeitraum ein. Im Handelsgeschäft mit Werk- und Rohstoffen profitierte der Konzern von höheren Preisen.

Kosten um eine Milliarde gesenkt

Hiesinger erwartet, dass diese im Jahresverlauf auch in der europäischen Stahlsparte durchschlagen, wenn die längerfristigen Verträge mit noch niedrigeren Preisen auslaufen. Thyssenkrupp profitierte dabei auch von seinem Sparprogramm. Alleine im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seine Kosten um knapp eine Milliarde Euro gesenkt. Für das laufende Geschäftsjahr hat Thyssenkrupp ein Sparziel von 850 Millionen Euro ausgegeben.

Gemischt bis leicht positiv werten Händler und Analysten die Zahlen. "Wegen des schlechten Nettoergebnisses wirken sie gemischt, aber operativ sieht es einen Tick besser aus", so ein Analyst in einer ersten Einschätzung. Sowohl die operativen Gewinnziffern als auch der Umsatz seien besser als befürchtet ausgefallen. Der enttäuschende Nettogewinn gehe dagegen nur auf eine höher als erwartete Steuerquote zurück. Allerdings sei der Free Cashflow das eigentlich Negative an den Zahlen.

Quelle: n-tv.de

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