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Die aktuelle Führungsspitze des VW-Konzerns: Müller (l.) und Pötsch sind seit Jahren auch im Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Porsche SE.
Die aktuelle Führungsspitze des VW-Konzerns: Müller (l.) und Pötsch sind seit Jahren auch im Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Porsche SE.(Foto: picture alliance / Peter Steffen)
Mittwoch, 17. Mai 2017

Verdacht der Marktmanipulation: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen VW-Chef

Nach eigener Darstellung hat Volkswagen den Abgasskandal weitgehend überstanden. In den USA sind die teuren Vergleiche mit Kunden und Behörden in trockenen Tüchern. Doch in Stuttgart ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen führende Manager.

Gegen VW-Konzernchef Matthias Müller laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Diesel-Skandal. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat bereits im Februar ein entsprechendes Verfahren gestartet, wie sie nun offiziell bestätigte. Es geht dabei um Müllers Tätigkeit für die Porsche-Dachgesellschaft und Volkswagen-Hauptaktionärin Porsche SE. Dort sitzt der Manager seit 2010 im Vorstand.

Auch gegen VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sowie Müllers Vorgänger an der VW-Spitze, Martin Winterkorn, leiteten die Stuttgarter Ermittler Untersuchungen ein. "Anlass hierfür war eine Strafanzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von Sommer 2016", hieß es aus der Behörde. Es bestehe "der Anfangsverdacht", sie hätten den Anlegern die finanziellen Konsequenzen der VW-Dieselaffäre für die Porsche SE "bewusst verspätet mitgeteilt".

Pötsch war unter Winterkorn Finanzvorstand bei VW, er ist derzeit zudem Vorstandsvorsitzender der Porsche SE. Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig laufen gegen ihn, Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess ebenfalls Verfahren wegen möglicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre.

Bis zu fünf Jahre Haft möglich

2015 hatten Behörden in den USA aufgedeckt, dass Volkswagen Stickoxid-Werte von Dieselfahrzeugen manipulierte. Weltweit waren schließlich Millionen Autos von "Dieselgate" betroffen, Europas größter Autokonzern stürzte in eine tiefe Krise. Unmittelbar nach dem öffentlichen Bekanntwerden der Fälschungs-Software Ende September 2015 brach der Börsenkurs der VW-Aktie ein.

Im Kern geht es bei den Vorwürfen um die Frage, ob die Manager den Kapitalmarkt rechtzeitig über die Probleme informierten. Laut Gesetz müssen Nachrichten, die den Firmenwert beeinflussen können, umgehend ("ad hoc") veröffentlicht werden.

Volkswagen erklärte bisher, sich an alle gültigen Regeln gehalten zu haben. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ist im aktuellen Fall zuständig, weil die Porsche-Holding in der Hauptstadt Baden-Württembergs ihren Sitz hat. Neben Müller waren auch Winterkorn und Pötsch zu Beginn des Abgas-Skandals für die Beteiligungsgesellschaft der Familien Porsche und Piëch tätig: Winterkorn als Vorstands-, Pötsch als Finanzchef. Bei nachgewiesener Marktmanipulation droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

Quelle: n-tv.de

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