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Gazprom hatte betont, exakt die Menge geliefert zu haben, wie in den Tagen davor.
Gazprom hatte betont, exakt die Menge geliefert zu haben, wie in den Tagen davor.(Foto: picture alliance / dpa)

Gleichbleibende Liefermenge: Polen rudert im Gas-Streit zurück

Auf den Schock folgt die Relativierung: Der russische Lieferant Gazprom liefere nicht weniger Gas, stellt der polnische Versorger PGNiG nun klar. Die von Polen bestellte Menge sei lediglich höher als zuvor.

Nach tagelangem Streit über die Gaslieferungen von Russland nach Polen ist der polnische Versorger PGNiG zurückgerudert. Bei dem Streit handle es sich lediglich um einen "Zwischenfall", sagte Konzernchef Mariusz Zawisza.

Nach seinen Angaben kann PGNiG die Bestellmenge beim russischen Lieferanten Gazprom innerhalb eines bestimmten Korridors ständig ändern. PNGiG habe in den vergangenen Tagen mehr Erdgas bestellt, Gazprom habe aber erstmals nicht die bestellte Menge geliefert, sondern nur die bislang gelieferte Menge, sagte Zawisza.

Polen importiert rund 60 Prozent seines Bedarfs an Erdgas aus Russland. Am Mittwoch hatte PGNiG erklärt, Gazprom habe nur 45 Prozent der bestellten Menge geliefert. Gazprom dementierte; der Konzern habe exakt die Menge geliefert wie in den Tagen davor.

Auch andere Länder meldeten Lieferrückgänge

Polen stellte daraufhin seine Lieferungen an die Ukraine ein. Das Land erhält seit Mitte Juni kein Erdgas mehr aus Russland; mehrere Länder leiten daher russisches Gas über "Reverse-Flow"-Mechanismen zur Umkehrung der Fließrichtung in die Ukraine. Dies hatte Moskau kritisiert.

Der Streit um die Gazprom-Lieferungen nach Polen war daher auch als politisch motiviert interpretiert worden. Polen gehört zu den schärfsten Kritikern Russlands im Ukraine-Konflikt.

Jedoch hatten neben Polen auch andere Länder einen Lieferrückgang gemeldet, zuletzt Österreich. Auch der deutsche Versorger Eon hatte diese Woche einen leichten Rückgang bei den Gaslieferungen festgestellt.

Quelle: n-tv.de

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