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Kohletagebau in den USA: Eine Pleite von Peabody Energy schlüge im Inneren der US-Energieversorgung hohe Wellen.
Kohletagebau in den USA: Eine Pleite von Peabody Energy schlüge im Inneren der US-Energieversorgung hohe Wellen.(Foto: REUTERS)

US-Kohlegigant in Zahlungsnot: Peabody Energy steht vor der Pleite

Der Preisverfall am Weltmarkt bringt den Rohstoffkonzern Peabody in akute Schwierigkeiten. Das Geld reicht nicht einmal mehr dazu aus, laufende Kredite zu bedienen. Das Unternehmen warnt: Eine Pleite ist fast unausweichlich.

Der größte Kohleförderer der USA, Peabody Energy, muss sich dringend mit der Aussicht auf einen finanziellen Zusammenbruch auseinandersetzen: Peabody könne in den nächsten Tagen Gläubigerschutz beantragen, teilte der Rohstoffkonzern mit.

Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen Schwierigkeiten, anfallende Zinsen in Höhe von 71,1 Millionen Dollar (64 Millionen Euro) für einen ausstehenden Kredit zu bezahlen. Peabody bleiben 30 Tage, das Geld noch aufzutreiben - die Chancen stehen nach Angaben des Unternehmens aber schlecht. An der New Yorker Börse löst die Ankündigung einen herben Kursrutsch aus: Die Aktien von Peabody Energy stürzten in einer ersten Reaktion um gut 40 Prozent ab.

Unter Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts kann ein Unternehmen umgebaut werden und mit seinen Gläubigern neu verhandeln. Erst vor zwei Monaten hatte der zweitgrößte US-Kohleförderer, Arch Coal, unter diesen Bedingungen eine Bankrotterklärung abgegeben. Beispiele für eine erfolgreiche Restrukturierung gibt es zuhauf: Unter anderem gelang es auch dem Autogiganten General Motors (GM), aus der Insolvenz nach Chapter 11 wiederaufzuerstehen. GM war 2009 in die Pleite gerutscht und steht mittlerweile wieder auf eigenen Füßen.

Energiewende in den USA?

Die US-Kohlebranche steckt allerdings in einer ganz anderen Krise: Aufgrund der weltweit schwachen Konjunktur gibt es ein Überangebot am Weltmarkt, was die Preise drückt. Viele Abnehmer wie Energieerzeuger oder Stahlwerke wechseln zudem zu umweltfreundlicheren Alternativen, zum Beispiel Erdgas.

Insgesamt bemühen sich Industriestaaten - zumindest laut formellen Übereinkünften -, die Abhängigkeit der Energieerzeugung von fossilen Brennstoffen wie Kohle zu verringern. Ziel dieser Vereinbarungen ist es, die klimawirksamen Kohlendioxidemissionen zu verringern. Auf staatliche Hilfen kann Peabody Energy vor diesem Hintergrund nur bedingt hoffen.

Peabody Energy betreibt Abbaustätten in den USA, Australien, China und Indien. Der Konzern verfügt eigenen Angaben zufolge über die größten Kohlereserven in den USA. Die von Peabody betriebene Anlagen in "Bear Run" im US-Bundesstaat Indiana zum Beispiel zählt zu den größten Tagebauminen der USA. Schätzungen zufolge trägt die von Peabody-Angestellten geförderte Kohle mit rund neun Prozent zur gesamten US-Stromproduktion bei.

Quelle: n-tv.de

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