Drei Jahre lang hat sich Lanxess mit Zukäufen zurückgehalten.
Drei Jahre lang hat sich Lanxess mit Zukäufen zurückgehalten.(Foto: picture alliance / dpa)

Zukauf in den USA: Lanxess öffnet Kriegskasse wieder

Lanxess wird hinsichtlich Zukäufen wieder aktiv: Der Spezialchemiekonzern erwirbt vom US-Chemiekonzern Chemours das Geschäft für Desinfektions- und Hygienelösungen.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess kauft erstmals seit seiner Neuausrichtung wieder zu. Vom US-Chemiekonzern Chemours übernimmt Lanxess das Geschäft für Desinfektions- und Hygienelösungen für rund 210 Millionen Euro, wie das Kölner MDax-Unternehmen mitteilte.

Der Zukauf soll aus den liquiden Mitteln der Gesellschaft finanziert werden, im zweiten Halbjahr soll er unter Dach und Fach gebracht werden. Bereits im ersten Geschäftsjahr soll sich die Übernahme positiv auf den Gewinn je Aktie auswirken, zudem soll das Geschäft jährlich etwa 20 Millionen Euro zum Betriebsergebnis (Ebitda) beisteuern. Durch Synergieeffekte soll dieser Beitrag bis 2020 schrittweise auf rund 30 Millionen Euro steigen. Der Geschäftsbereich beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und setzte 2015 rund 100 Millionen Euro um.

Die letzte Übernahme von Lanxess war im April 2013 der Kauf des Biozidspezialisten PCTS in Singapur. Seitdem hatte der Vorstand die Kriegskasse geschlossen gehalten. Vorstandschef Matthias Zachert, der Anfang 2014 das Ruder von seinem Vorgänger Axel Heitmann übernommen hatte, hatte den Konzern mit einem Sparprogramm wieder auf Kurs gebracht. Das schwächelnde Geschäft mit synthetischem Kautschuk wurde in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem saudischen Ölgiganten Saudi Aramco eingebracht. Die Einnahmen daraus will Zachert unter anderem für Investitionen in weniger zyklische Geschäfte und Zukäufe nutzen.

Lanxess übernimmt von Chemours verschiedene Wirkstoffe und Spezialchemikalien, darunter ein Veterinärdesinfektionsmittel, das etwa bei der Bekämpfung von Maul- und Klauenseuche oder Vogelgrippe eingesetzt wird.

Quelle: n-tv.de

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