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Donnerstag, 09. März 2017

Uniper hui, E.ON pfui: Kurskapriolen treffen Versorger

Am Aktienmarkt kann die Entwicklung nicht unterschiedlicher sein: Während E.ON zu den größten Dax-Verlierern gehört, zählt Uniper zu den MDax-Titel mit den höchsten Aufschlägen. Das hat Gründe.

Die E.ON-Tochter Uniper hat ihre Geschäftszahlen präsentiert und dabei überrascht. Der Aktienkurs des im MDax notierten Unternehmens zog mehr als zwei Prozent an und gehörte damit zu den Top-Performern des Tages. Die Titel der Mutter dagegen verloren etwa einen Prozent und fanden sich bei den größten Dax-Verlierern wieder.

Der Kraftwerksbetreiber Uniper hatte nach eigenen Angaben seinen Verlust zum Ende des Jahres eindämmen können. Unterm Strich blieb bei der Abspaltung des Energiekonzerns E.ON für 2016 ein Minus von 3,2 Milliarden Euro. Nach neun Monaten hatte der Verlust noch 4,2 Milliarden Euro betragen. Grund für die Verbesserung sei ein Steuereffekt gewesen, sagte eine Sprecherin in Düsseldorf. 2015 hatte der Verlust nach vergleichbaren Zahlen bei fast 3,8 Milliarden Euro gelegen.

In Uniper hat E.ON sein Geschäft mit Großkraftwerken sowie den Energiehandel abgespalten und im September an die Börse gebracht. Die Jahresbilanz ist stark von Aufräumarbeiten belastet. So hatte Uniper bereits im ersten Halbjahr Abschreibungen auf die Großkraftwerke vorgenommen. Insgesamt habe es 2016 Wertberichtigungen über 2,9 Milliarden Euro gegeben, hieß es.

Uniper erhöht Dividende

Operativ zeigen sich aber Verbesserungen: Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) legte um 24 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu. Grund für den Anstieg ist vor allem ein Sondergewinn aus neu verhandelten Lieferverträgen mit dem russischen Gasriesen Gazprom. Dagegen sackte der Gewinn in der Stromerzeugung wegen eines Preisverfalls heftig ab.

Trotz des Gegenwinds will Uniper die Dividende für die Aktionäre erhöhen. Der Konzern strebe an, für 2017 eine um 15 Prozent höhere Ausschüttung vorzunehmen. Für 2016 hielt Uniper am Dividendenvorschlag von 0,55 Euro je Aktie fest.

"Die Geschäftszahlen liegen leicht über den Erwartungen", sagte ein Händler zu den Uniper-Zahlen. Der Ausblick auf ein Ebit von 0,9 bis 1,2 Milliarden Euro zeige gemessen an den Analystenschätzungen von gut 960 Millionen Euro Potenzial. Die Dividendenrendite sei mit knapp vier Prozent attraktiv.

Spekulationen bei E.ON

Bei E.ON sorgten indes Spekulationen über einen höher als erwartet ausfallenden Verlust für Kursturbulenzen. Das "Handelsblatt" schrieb unter Berufung auf das "Konzernumfeld", der Nettoverlust könnte die Erwartung der Deutschen Bank von 12,4 Milliarden Euro Minus sogar noch übertreffen.

"Da wird 'Kitchen Sinking' betrieben", sagte ein Händler. E.ON mache mit den Wertberichtigungen ernst, somit könnte das Zahlenwerk zum "Befreiungsschlag" werden. Nach dem Rückzug aus dem Atomgeschäft und den fossilen Energien könnte E.ON aber auch zum Übernahmekandidaten werden. "Das sollte den Kurs eher stützen", so der Marktteilnehmer.

Von anderer Seite hieß es allerdings, die Probleme blieben. E.ON kaufe in knappen Ökostromzeiten Strom zu Höchstpreisen zu und verkaufe in Überschusszeiten zu Niedrigstpreisen. "Daran wird sich erst einmal nichts ändern", kommentierte der Marktteilnehmer. Der Markt warte nun auf das Zahlenwerk, das am Mittwoch veröffentlicht werden soll. "Die Blicke richten sich darauf, ob genug freier Cashflow für die Dividende erzeugt wird."  Erwartet werde eine Dividende von 23 Cent nach 50 Cent, die für 2015 bezahlt wurde.

Quelle: n-tv.de

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