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Der iPhone-Bauer Foxconn arbeitet über eine Tochter mit Kontron zusammen. Dem deutschen Unternehmen verhilft das zu einem Kurssprung.
Der iPhone-Bauer Foxconn arbeitet über eine Tochter mit Kontron zusammen. Dem deutschen Unternehmen verhilft das zu einem Kurssprung.(Foto: picture alliance / dpa)

Kooperation mit Foxconn-Tochter: Kontron-Aktie vollführt Kurssprung

Kontron gehört zu den großen Verlierern am Aktienmarkt 2015. Ein Kursminus von rund 60 Prozent und der Rauswurf aus dem TecDax schlagen ins Kontor. Ein einziger Deal bringt nun die Wende - und beflügelt die Fantasie der Anleger.

Der Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit der Foxconn-Tochter Ennoconn hat dem Kleinstcomputerhersteller Kontron einen Kurssprung beschert. Ennoconn, einer der größten Hardware-Hersteller der Welt, übernimmt für 57,3 Millionen Dollar einen Anteil von 49 Prozent an der Tochter Kontron Canada, teilte die Kontron AG mit. Die Aktie schloss 18  Prozent fester. In der Spitze waren es sogar mehr als 20 Prozent.

Allerdings hat das Papier eine lange, schwere Durststrecke hinter sich: In den zurückliegenden zwölf Monaten sind Kontron um fast 60 Prozent eingebrochen. Im März musste der Titel den TecDax verlassen, das Unternehmen dürfte damit auch weniger im Fokus institutioneller Investoren stehen.

Mehrere Probleme auf einen Schlag gelöst

"Das Segment Communications hat unter Druck gestanden und die Aussichten sind nicht übermäßig gut", sagte Adrian Pehl von der Equinet Bank zu dem Verkauf. Denn die Kunden aus der Industrie lenkten ihre Investitionen von Hardware- in Software-basierte Netzwerke um. Kontron halte weiter die Mehrheit an dem Segment und könne nun von der Marktposition des neuen Partners Ennoconn profitieren. "Kontron scheint mit einem Schritt eine Reihe von Problemen und Nachteilen zu lösen", sagte Pehl.

Das Unternehmen aus Augsburg bezeichnete die Partnerschaft als "weitreichenden strategischen Meilenstein", es erreicht damit gleich mehrere strategische und operative Ziele: Die strategische Entscheidung, ein führender Anbieter von kombinierten Hardware/Software-Lösungen zu werden, werde Realität, erklärte Kontron-Vorstandschef Rolf Schwirz. Zudem erlange das Unternehmen "durch die Erschließung des Ennoconn/Foxconn-Netzwerks wieder eine starke, dauerhafte Präsenz" im Markt der Region Asien-Pazifik.

Setzen auf den Wachstumstreiber

Schwirz hatte die neue Strategie auf der Hauptversammlung im Juni 2015 angekündigt. Der Konzern habe sein Kosteneinsparungs- und Effizienzprogramm weitgehend abgeschlossen. "Aber unser nächstes Rennen hat bereits begonnen: Von nun an geht es um Plattformlösungen, die neben der Hardware, die unsere Kunden von uns bereits gewohnt sind, integrierte System-Software enthalten, die sogenannte Middleware", sagte er den anwesenden Aktionären. Der Markt für diese integrierten Produktangebote wachse dreimal so schnell wie das traditionelle Embedded Computer Technologie-Segment (ECT), in dem Kontron führend ist, und werde bald zweimal so groß sein.

Die Weichen für das Wachstum in Asien sind gestellt. Mitte Juli 2014 eröffnete Kontron ein Vertriebsbüro in Tokio, um wieder in den japanischen Markt einzusteigen. Im April 2015 vergrößerte der Konzern dann die Fläche seines Büros in Peking, um seine regionalen Kunden noch besser bedienen zu können und kaufte im Juli seine indische Tochtergesellschaft vollständig auf.

Kontron und Ennoconn sind langjährige Geschäftspartner. Die Augsburger lassen schon jetzt mehr als 10 Prozent ihrer Boards bei Ennoconn produzieren. Mit der neuen Kooperation werde sich die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Beschaffung, Produktion, globaler Logistik sowie bei Branding, Vertrieb, Marketing und bei der Entwicklung von Vertriebskanälen weiter vertiefen, vor allem mit Blick auf China, hieß es. Kontron werde auch Ennoconns deutliche Wettbewerbsvorteile in Bezug auf Time-to-Market, Kosteneffizienz und Produktqualität nutzen können.

Quelle: n-tv.de

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