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(Foto: picture alliance / dpa)

Zehn weitere Milliarden Miese drohen: HRE-Desaster weitet sich aus

Die Schrottpapiere der Skandalbank Hypo Real Estate kommen den Steuerzahler offenbar teurer zu stehen als bislang angenommen. Dem Abwicklungsinstitut der Bank blühen in den kommenden Jahren internen Papieren zufolge Verluste von weiteren zehn Milliarden Euro. Grüne und SPD fordern nun mehr Transparenz ein.

Nach weiteren Milliarden-Belastungen des Steuerzahlers durch die Bad Bank der verstaatlichen Hypo Real Estate (HRE) nimmt die politische Kritik wieder zu. Nach einem Bericht des "Spiegel" geht aus einem bislang internen neuen Abwicklungsplan hervor, dass bis 2020 weitere zehn Mrd. Euro Verlust hinzukommen könnten. Angesichts der immer höheren Belastungen wachse der Druck auf die Bundesregierung, den wahren Zustand der Bad Bank transparent zu machen.

"Das Parlament hat einen Anspruch zu erfahren, welche Risiken noch auf die Steuerzahler zukommen", sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick laut "Spiegel". Schick ist Mitglied im parlamentarischen Kontrollgremium für den Rettungsfonds Soffin. SPD-Finanzexperte Carsten Schneider will den neuen Abwicklungsplan noch im März sehen: "Das Versteckspiel muss aufhören."

Bisher knapp 9 Milliarden Verlust

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte jüngst eingeräumt, die sogenannte Bad Bank FMS Wertmanagement müsse zusätzlich 3,1 Mrd. Euro abschreiben. Mit der bereits getroffenen Risikovorsorge von 5,8 Mrd. Euro summieren sich die Abschreibungen auf ihr Griechenland-Depot damit auf insgesamt 8,9 Mrd. Euro. Im Mai will die Bad Bank ihre Jahresbilanz vorlegen.

Die Pfandbriefbank HRE hatte im Oktober 2010 hochriskante Papiere in Höhe von insgesamt 176 Mrd. Euro in die eigens dafür gegründete Abwicklungsanstalt FMS ausgelagert - darunter auch griechische Anleihen und Kredite im Nennwert von 9,1 Mrd. Euro. Für die Verluste der FMS muss der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin geradestehen - in letzter Konsequenz also der Steuerzahler.

HRE-Nachfolger ohne Zukunft?

Bankenexperten zögen zudem zunehmend in Zweifel, dass eine Privatisierung des weiterhin am Markt aktiven HRE-Nachfolgeinstituts Deutsche Pfandbriefbank möglich sei. "Die Chancen auf einen Erfolg sind nach wie vor gering", zitiert das Magazin Daniel Zimmer von der Universität Bonn. Auch in der Regierung wachsen dem Bericht zufolge die Zweifel, ob ein Verkauf angesichts des schlechten Marktumfelds realistisch ist: "Wir sollten das knallhart ökonomisch entscheiden: Kommt uns der weitere Betrieb oder eine Abwicklung günstiger?", sagte demnach der FDP-Finanzexperte Florian Toncar.

Anfang März allerdings hatte die pbb Deutsche Pfandbriefbank für das vergangene Jahr einen Gewinn vor Steuern von 257 Mio. Euro gemeldet und angekündigt, einen Teil der Schulden beim Bund in den nächsten Jahren zurückzuzahlen. Bis zum Jahr 2015 solle der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin eine stille Einlage in Höhe von einer Mrd. Euro zurückerhalten. Konzernchefin Manuela Better setzte zudem weiter auf die erfolgreiche Privatisierung. Auch einen Börsengang schließt der Konzern demnach nicht aus.

Quelle: n-tv.de

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