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Für FMC sind die USA der wichtigste Absatzmarkt.
Für FMC sind die USA der wichtigste Absatzmarkt.(Foto: picture alliance / dpa)

Markt ist alarmiert, Kurs stürzt ab: FMC-Aktie steht unter Kursdruck

Für den Dialysespezialisten FMC sind die USA der wichtigste Absatzmarkt. Eine Verordnung der dortigen Gesundheitsbehörde könnte den Dax-Konzern aber in Millionenhöhe belasten.

Mit deutlichen Kursverlusten haben zum Wochenstart die Titel des Dialysespezialisten FMC aufgewartet. Die Aktien gaben in der Spitze mehr als 7 Prozent nach - der größte Kurssturz seit dreieinhalb Jahren. Danach pendelten sich die Papiere dann um einen Abschlag von etwa 6 Prozent ein. Sie waren damit im deutschen Börsenleitindex Dax größter Verlierer. Auch die Aktie des Mutterkonzerns Fresenius  geriet unter die Räder und büßte zeitweise mehr als 4 Prozent ein.

Der Grund: Gegenwind im wichtigsten Markt USA.

Laut einer Verordnung der US-Gesundheitsbehörde CMS soll die Wohltätigkeitsorganisation American Kidney Fund Dialysepatienten künftig keine Zuschüsse mehr für Zusatzversicherungen bezahlen dürfen. Die Patienten würden dann nur noch eine Basisversorgung erhalten - und FMC eine deutlich niedrigere Vergütung für deren Behandlungen. Sollte die Verordnung wie geplant zum 13. Januar in Kraft treten, "könnten hieraus erheblich nachteilige Auswirkungen auf unser Geschäft resultieren", warnte FMC.

Von der neuen Vorschrift seien zwischen 700 und 2000 FMC-Patienten in den USA betroffen, erklärte das Unternehmen, das in Amerika mehr als 180.000 Patienten behandelt. FMC, andere Dialyseanbieter wie DaVita und Patientenvertreter haben jedoch eine Klage mit dem Ziel eingereicht, die Verabschiedung der Verordnung anzufechten und ihr Inkrafttreten zu verhindern.

Der Markt ist alarmiert

Viele Investoren sind dennoch alarmiert. "Die 2000 Patienten machen den Kohl nicht fett", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Aber der Markt befürchtet offenbar, dass da noch mehr kommt." Experte Oliver Reinberg vom Analysehaus Kepler Cheuvreux geht davon aus, dass die CMS-Verordnung FMC zwischen 49 und 140 Millionen Dollar kosten würde. Er empfiehlt die FMC-Aktien zwar weiter zum Kauf, hat sie wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung jedoch von der Liste der aussichtsreichsten deutschen Aktien gestrichen.

Am 22. Februar veröffentlicht FMC die Viertquartalszahlen. Im schlimmsten Fall könne die Verordnung das Ebit von FMC in diesem Jahr mit bis zu 100 Millionen Dollar belasten. Das entspreche 3,4 Prozent des für 2017 geschätzten Ebit, so der Analyst.

Die USA sind für FMC mit Abstand der wichtigste Markt. Änderungen im US-Gesundheitssystem können deshalb große Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Von 2013 bis 2015 verzeichnete FMC wegen Kürzungen im US-Gesundheitssystem rückläufige Gewinne. Im vergangenen Jahr ging es jedoch wieder bergauf, unter anderem wegen leicht angehobener Erstattungssätze für staatlich krankenversicherte Patienten in den USA, gesunkener Behandlungskosten und eines Sparprogramms.

Untersuchung von Subventionen

Die US-Gesundheitsbehörde hat die Verbindung von FMC und DaVita mit dem American Kidney Fund (AKF) bereits im Sommer 2016 unter die Lupe genommen. Nun forderte auch die Generalanwaltschaft für den District of Massachusetts die Unternehmen auf, ihr Informationen über die Subvention von Krankenversicherungsbeiträgen durch die AKF bereitzustellen.

"Es ist kein Geheimnis, dass der American Kidney Fund auch von Dialyseunternehmen gefördert und unterstützt wird", sagte ein FMC-Sprecher. Der Konzern habe Patienten aber nie dazu gedrängt, AKF-Zuschüsse zu beantragen und damit eine Zusatzversicherung abzuschließen. Das zeige auch die vergleichsweise geringe Zahl an FMC-Patienten, die derzeit AKF-Zuschüsse erhielten. "Wir sind aber grundsätzlich dafür, dass es wie bisher die Möglichkeiten gibt, dass sich bedürftige Patienten durch die Unterstützung von Wohltätigkeitsorganisationen eine bessere Versorgung leisten können", erklärte der Sprecher. Dieses Modell werde schließlich auch bei Patienten mit anderen Krankheiten praktiziert.

Quelle: n-tv.de

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