Startseite
Video
Donnerstag, 16. März 2017

200 Millionen neue Aktien: Eon besorgt sich frisches Geld

Das Geschäftsjahr endet mit einem historischen Minus und zur Jahresmitte steht eine Milliardenüberweisung an. Nun zapft der Versorger Eon den Kapitalmarkt an. Und alles soll sehr schnell gehen.

Der Versorger Eon will seine angekündigte Kapitalerhöhung schnell in die Tat umsetzen und sich dadurch mehr als eine Milliarde Euro in die Kasse holen. Nach dem Rekordverlust aus dem vergangenen Jahr soll nun das Grundkapital um rund zehn Prozent erhöht werden, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Energieriese will etwa 200 Millionen neue Aktien ausgeben. Gemessen am Xetra-Schlusskurs könnte dies Eon etwa 1,3 Milliarden Euro einbringen.

Die neuen Aktien sollen ausschließlich institutionellen Investoren über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren angeboten werden. Dieses Verfahren beginnt sofort. Platzierungspreis und endgültiger Emissionserlös stehen bislang noch nicht fest, sie werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Mit dem Erlös will Eon vor allem eine zur Jahresmitte auf das Unternehmen zukommende Zahlung an den staatlichen Atomfonds finanzieren. Die neuen Aktien sollen ausschließlich an institutionelle Anleger in einem beschleunigten Platzierungsverfahren gehen. Zur Jahresmitte wird Eon insgesamt 10 Milliarden Euro an den staatlichen Fonds überweisen.

Am Vortag hatte Eon die Anleger angesichts des höchsten Verlusts in der Firmengeschichte bereits auf eine Kapitalerhöhung eingestimmt. Eon wolle bis zu zwei Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln, hatte es bei Vorlage der Jahreszahlen noch geheißen. Die Risikoprämie aus dem Atomkompromiss sei schmerzhaft, so Konzernchef Johannes Teyssen. Dabei hat die Energiewende das Unternehmen schwer erwischt. Inklusive der Kraftwerks-Abspaltung Uniper summierte sich das Minus im vergangenen Jahr auf 16 Milliarden Euro.

Wegen des Atomkompromisses und der Belastungen aus der Uniper-Abspaltung waren die Schulden auf zuletzt 26,3 Milliarden Euro angestiegen und das Eigenkapital auf 1,3 Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Durch Kapitalmaßnahmen und Beteiligungsverkäufe soll die Kapitaldecke wieder gestärkt werden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen