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Die Hugo-Boss-Aktie ist 2016 eine der größten Verlierer im MDax.
Die Hugo-Boss-Aktie ist 2016 eine der größten Verlierer im MDax.(Foto: REUTERS)

Trotz neuer Negativmeldungen: Boss-Aktie verblüfft mit steilem Kursanstieg

Kräftig nach oben springt der Kurs von Hugo Boss an der Börse. Dabei liefert der Modekonzern eher negative Nachrichten: Die Gewinne schrumpfen zuletzt deutlich, und das Jahresziel wird gekippt. Die Kursrally dürfte wohl einen anderen Grund haben.

Ein eher seltener Vorgang an der Börse: Der Modekonzern Hugo Boss verkündete schrumpfende Gewinne und niedrigere Jahresziele. Dennoch stieg die Aktie bis zum Handelsschluss um 7,4 Prozent auf 56,14 Euro - und war damit unangefochtener Spitzenreiter im Nebenwerte-Index MDax. Seit Jahresbeginn haben die Papiere rund 32 Prozent verloren.

Die überraschend positive Kursreaktion von Hugo Boss begründet ein Händler nicht zuletzt mit Short-Covering - Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt haben, kaufen zu einem bestimmten Zeitpunkt die Aktie am Markt auf, um sie dem Verleiher zurückzugeben. "Der miserable Sommer in Mitteleuropa, die Terrorattacken und das Brexit-Votum haben den Leerverkäufern in den vergangenen Wochen sicher in die Karten gespielt". Nun sei mit Blick auf die Kosten der Restrukturierung "die Katze aus dem Sack" und Leerpositionen würden eingedeckt.

Umstrukturierung belastet das Ergebnis

Nach weiteren Einbußen im zweiten Quartal geht das Unternehmen nicht mehr von währungsbereinigt leicht steigenden Umsätzen aus, teilte Hugo Boss mit. Die Erlöse dürften dagegen 2016 stagnieren oder um bis zu drei Prozent zurückgehen. Das bereinigte Ebitda wird um 17 Prozent bis 23 Prozent sinken. Hier prognostizierte Hugo Boss bislang einen Rückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Sanierungskosten ließen den Gewinn des Konzerns im zweiten Quartal einbrechen. Das Ergebnis wurde durch Sondereffekte im Zusammenhang mit der Umstrukturierung belastet. Neben den bereits beschlossenen Schließungen in China will Hugo Boss weltweit zusätzlich 20 Läden aufgeben, kündigte das Unternehmen an. Das Konzernergebnis brach daher auf 11 Millionen von 71 Millionen Euro ein. Die außerordentlichen Belastungen beliefen sich dabei auf 57 Millionen Euro.

Analyst: "Investoren reagieren verständnisvoll"

"Es muss erst schlimmer werden, bevor es besser werden kann", hieß es in einer ersten Einschätzung von Jefferies. Die Anleger hätten bereits mit einer Anpassung der Ziele gerechnet. Jefferies bewertet die Titel nach wie vor mit "Halten".

Der neue Vorstandschef Mark Langer nahm angesichts der Einbußen seine Prognosen leicht zurück, betonte aber durch die Schließung von weniger rentablen Filialen und Veränderungen des Vertriebs im US-Großhandel die Basis für profitables Wachstum zu schaffen. Die Maßnahmen seien bekannt und die Investoren reagierten deshalb verständnisvoll, fasste Equinet zusammen. Mittelfristig betrachtet sei Boss immer noch ein Wachstumswert. Equinet bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Titel.

Boss kämpft mit hohen Rabatten vor allem in den USA und China gegen die schwächelnde Nachfrage an und muss zudem hohe Kosten für den Ausbau der eigenen Filialen verkraften.

Quelle: n-tv.de

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