Donald Trump inmitten seiner Kinder Eric, Ivanka und Donald Jr.
Donald Trump inmitten seiner Kinder Eric, Ivanka und Donald Jr.(Foto: REUTERS)

Söhne managen Firmengeflecht: Trump will sein Imperium nicht mehr führen

Von Jan Gänger

Donald Trump übergibt die Führung seines Firmengeflechts an seine Söhne. Der neue US-Präsident versichert: Damit wird es keine Interessenkonflikte geben.

"Lassen Sie mich meine beiden Söhne Don und Eric vorstellen", sagte Donald Trump zu Beginn seiner ersten Pressekonferenz seit fast einem halben Jahr - und damit war klar, wie der künftige US-Präsident den Interessenkonflikt zwischen seinem neuen Amt und seinem Firmengeflecht lösen will. Und damit war auch klar, worum es sich bei zahlreichen Kartons handelte, die neben dem Pult in der oberen Lobby im Trump-Tower in New Yorkstanden: "Diese Papiere sind ein Teil der vielen, vielen Firmen, die wir in eine Treuhandgesellschaft überführen, die von meinen Söhnen geleitet wird", sagte Trump und versprach: Geschäftlich wird nicht miteinander gesprochen.

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Mit anderen Worten: Der 70-Jährige tritt von all seinen Positionen im Trump-Imperium zurück, Treuhänder sind seine Söhne – und das Firmengeflecht gehört weiterhin dem künftigen Präsidenten. Er könne legalerweise zwar ohne weiteres sein Unternehmen und das Land gleichzeitig führen, sagte Trump. Als Präsident dürfe er nebenher Geschäfte machen. "Aber das will ich nicht."

Trump werde keinerlei Kenntnis über die Geschäfte der Treuhandgesellschaft haben, versicherte seine Anwältin Sheri Dillon. "Das einzige, was er erfährt, ist das, was er in der Zeitung liest oder im Fernsehen sieht." Was nichts daran ändert: Der Präsident wird ein Interesse am Erfolg seiner Söhne haben – die ihren Vater umgekehrt sicher zufriedenstellen wollen.

Trumps Tochter Ivanka, über deren mögliche Rolle im Weißen Haus spekuliert wurde, soll zunächst weder im Umfeld des Präsidenten noch im Firmengeflecht Aufgaben übernehmen. Sie werde sich darum kümmern, dass sich ihre Kinder nach dem Umzug nach Washington gut einlebten und eine gute Schule fänden, sagte Trump.

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Neue Geschäfte im Ausland werde es nicht geben, kündigte seine Anwältin an. "Wir versuchen, auch nur den Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden", sagte sie. Geschäfte in den USA werde es zwar weiterhin geben, die würden aber transparent geprüft.

Und die bestehenden Geschäfte im Ausland? Das Geld solle an das US-Finanzministerium und damit an den Staatshaushalt gehen, sagte Dillon. Kritiker des künftigen Präsidenten warfen ihm daraufhin süffisant vor, Ausländern völlig legal zu ermöglichen, die neue US-Regierung zu bestechen.

"Ihr seid gefeuert"

Warum Trump nicht einfach seine Firmen verkauft? "Sie können nicht erwarten, dass er das Unternehmen zerstört, das er aufgebaut hat", sagte die Anwältin. Außerdem sei es "nicht so einfach", Vermögensgegenstände zu verkaufen.

Tatsächlich würde Trump wohl viel Geld verlieren, wenn er sich von seinen Immobilien, Beteiligungen, Lizenzen, Restaurants, Golfplätzen und anderen Investments in möglichst kurzer Zeit trennen würde. Doch Trump muss sich die Frage gefallen lassen, ob das Amt des US-Präsidenten diese Verluste nicht Wert ist. Allerdings: Jeder Verkauf von Teilen des Firmengeflechts wäre jetzt ebenfalls ein potenzieller Interessenkonflikt.

Und werden Trumps Söhne tatsächlich die Geschäfte führen, ohne auf ihren Vater zu achten? Trump machte deutlich, dass dem womöglich nicht so ist. Die Höhe von Gewinn oder Verlust werde ihm mitgeteilt, sagte er und stellte ganz am Ende der Pressekonferenz klar, dass er nach Ende seiner Präsidentschaft zurückkehren will: "Ich hoffe, dass ich nach acht Jahren zurückkomme und sage: 'Oh ja, ihr habt einen guten Job gemacht.' Wenn sie einen schlechten Job gemacht haben, sage ich: 'Ihr seid gefeuert!'"

Quelle: n-tv.de

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