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Zwischen Yoga und Ego-Shooter: Gamescom 2010 in Köln

 
Zwischen Yoga und Ego-Shooter: Gamescom 2010 in Köln

Männlich, ungepflegt und bleich, ...

...Tiefkühlpizza als Nahrungsgrundlage...

...und flinkere Finger als Lang Lang.

So stellt man sich den klassischen Gamer vor.

Was dran ist an diesem Klischee, lässt sich dieser Tage in Köln überprüfen.

Zum zweiten Mal öffnet hier die Gamescom ihre Pforten, nachdem Europas größte Spielemesse 2009 von Leipzig an der Rhein gewechselt war.

505 Aussteller sind vor Ort. Und das, obwohl die Vorzeichen, unter denen die Messe stattfindet, nicht die besten sind.

Im letzten Jahr sah sich die Branche zum ersten Mal seit sieben Jahren mit sinkenden Umsätzen konfrontiert. Die Erlöse sackten um 2,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ab.

Immerhin: In diesem Jahr soll es wieder aufwärts gehen. Wenn auch nur in kleinen Schritten: Die Marktforscher von PricewaterhouseCoopers prognostizieren ein Mini-Wachstum von 0,4 Prozent.

Den größten Umsatz bringen nach wie vor klassische Spiele für PC oder Konsole.

Und nach wie vor wird munter gedaddelt und geballert.

Mit neuen Technologien versuchen die Konsolenhersteller aber auch andere Zielgruppen vor den Bildschirm zu locken als den klassischen Zocker.

Nintendo hat mit der Wii vorgemacht, wie es geht.

Und mit der Xbox-Bewegungssteuerung Kinect macht nun auch Microsoft das Wohnzimmer zur Sportstätte.

Sony will die körperliche Einsatzbereitschaft seiner Playstation-Nutzer mit der beidhändigen "Move"-Steuerung erhöhen.

Sony und Microsoft kommen mit ihren Steuerungssystemen ziemlich spät. Bleibt abzuwarten, ob sie so ihre nicht mehr ganz taufrischen Konsolen fit für die nächsten Jahre machen.

Die traditionellen Spiele aus der Pappbox werden mit viel Aufwand entwickelt und machen nach wie vor den Löwenanteil des Marktes aus.

Doch sie bekommen Konkurrenz aus der virtuellen Welt: Zuwächse verspricht sich die Branche vor allem mit Online- und Handy-Spielen. So hat es Zygna mit der simplen Ackerbau- und Viehzucht-Simulation Farmville zeitweilig auf 80 Millionen Spieler gebracht. Wie die meisten Browser-Games ist Farmville kostenlos. Geld wird über Extras verdient, die sich die Nutzer dazukaufen können.

Dass auch bezahlte Online-Spiele funktionieren können, beweist seit Jahren "World of Warcraft". Auf der Gamescom präsentiert Blizzard die dritte Erweiterung seines Bestsellers.

Der dürfte vor allem Männer ansprechen, nach wie vor die wichtigste Zielgruppe der Spielebranche - wenn auch Einiges im Wandel ist.

Dass auch das weibliche Geschlecht dem Computerspiel an sich nicht abgeneigt ist, zeigt eine Studie der Universität Hohenheim. Derzufolge spielen nicht nur 24 Prozent der Gesamtbevölkerung, sondern auch 19 Prozent aller Frauen ab 14 Jahren.

Und so proben die Hersteller auf der Messe den Zielgruppen-Spagat und präsentieren eine Palette zwischen Aerobicprogramm, ...

... Familienunterhaltung, ...

... Geschwindigkeitsrausch ...

... und Egoshooter.

Die Spiele haben begonnen! Sie gehen bis zum 22. August 2010.

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