Nissan bekommt Motoren, Daimler Elektrotechnik: Das Ziel ist Kostenersparnis auf beiden Seiten.
(Foto: dpa)
Dienstag, 06. April 2010
Wer mit wem was macht
Die Allianzen der Autobauer
Die Entwicklung in der Autoindustrie wird immer teurer und daher suchen die Hersteller immer öfter den Schulterschluss mit der Konkurrenz. Zahlreiche Autobauer arbeiten bereits zusammen.
Die Autoindustrie rund um den Globus steckt noch immer tief in der Krise und sucht nach Erfolgsrezepten für die Zukunft. Eine Strategie ist die Kooperation der Konzerne untereinander - was jetzt auch Daimler und Renault diskutieren. Durch Allianzen lässt sich Geld sparen, etwa in Entwicklung und Produktion. In der Branche gibt es bereits zahlreiche Kooperationen.
Daimler-Renault-Nissan: Kern des geplanten Bündnisses von Daimler und Renault dürfte die Zusammenarbeit bei Klein- und Kompaktwagen sein. Denkbar ist Berichten zufolge, dass die Konzerne ihre Modelle Smart und Twingo künftig auf der gleichen Plattform bauen. Auch könnten gemeinsam Motoren entwickelt werden, die in der A- und B-Klasse von Daimler eingesetzt werden. In das Bündnis dürfte Renault auch seine japanische Tochter Nissan einbringen, an der der französische Autobauer rund 44 Prozent hält. Daimler hatte bereits Anfang März eine Kooperation mit dem chinesischen Autohersteller BYD zur Produktion eines Elektroautos für China angekündigt. Daneben ist Daimler am US-Elektroautobauer Tesla mit zehn Prozent beteiligt.
VW-Suzuki: Volkswagen kündigte bereits im Dezember eine Kleinwagen-Allianz mit seinem japanischen Partner Suzuki an. VW ist mit rund 20 Prozent an Suzuki beteiligt. Der Wolfsburger Konzern ist mit bisher neun Konzernmarken breit aufgestellt. Mit der endgültigen Übernahme von Porsche bis 2011 kommt eine zehnte hinzu. Die VW-Marken sind Volkswagen (Pkw), Audi, Seat, Skoda, Bugatti, Lamborghini, Bentley, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Scania. Auch ist VW mit knapp 30 Prozent am Maschinenbau- und Lkw-Hersteller MAN beteiligt.
Fiat-Chrysler: Fiat und Chrysler brachte die tiefe Krise des US-Autogiganten zusammen. Der italienische Konzern Fiat hält derzeit 20 Prozent an Chrysler und will seine Beteiligung bis 2013 auf 35 Prozent aufstocken. Gemeinsam mit Fiat will Chrysler seine Modellpalette erweitern und auf dem US-Markt künftig verstärkt sparsamere und kleinere Autos anbieten. Chrysler war bereits von 1998 bis 2007 mit Daimler zum Weltkonzern DaimlerChrysler zusammengeschweißt. Die Firmenehe scheiterte jedoch, für Daimler wurde der Zusammenschluss zu einem finanziellen Desaster.
Toyota-Mazda: Die beiden Konzerne besiegelten kürzlich eine Zusammenarbeit bei der Hybrid-Technologie. Toyota will dazu seinen Wettbewerber mit entsprechender Technik beliefern. Mazda plant den Verkaufsstart für Hybrid-Autos im Jahr 2013.
BMW-PSA: Der bayerische Autohersteller und der französische Wettbewerber, der unter seinem Dach die Marken Peugeot und Citroën bündelt, arbeiten seit Jahren bei Teilen ihrer Motorenentwicklung zusammen. Die Konzerne fertigen gemeinsam Motoren für den Mini von BMW und verschiedene Modelle von Peugeot und Citroën.
dpa
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